MyBoshi auf der impulse-Wachstumskonferenz Warum Sie sich selbst Konkurrenz machen sollten

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Felix  Rohland (l.) und Thomas Jaenisch (r.) erzählen im Interview mit Nikolaus Förster, wie sie vom Mützen-Verkäufer zum Handarbeits-Allrounder wurden.

Felix Rohland (l.) und Thomas Jaenisch (r.) erzählen im Interview mit Nikolaus Förster, wie sie vom Mützen-Verkäufer zum Handarbeits-Allrounder wurden.© Arnold Morascher

Erst Häkelmützen, dann Bücher, Wolle und Nadeln: Auf der impulse-Konferenz erzählten die Gründer von MyBoshi, wie sie ihr Sortiment erweiterten, sich damit selbst Konkurrenz machten - und noch erfolgreicher wurden.

Die Gründer von MyBoshi verdienen ihr Geld mit gehäkelten Mützen. Auf ihrer Website kann sich jeder seine individuelle Mütze zusammenstellen, die dann von einer Häkel-Oma gehäkelt wird und zwei Wochen später im Briefkasten liegt. In Büchern und kostenlosen Videos erklären sie, wie sich jeder zuhause seine eigene Mütze häkeln kann. Und verkaufen so noch mehr Mützen. Wie das funktioniert, erklären Thomas Jeanisch und Felix Rohland auf der impulse-Konferenz.

Alles begann auf einer Japan-Reise. Aus Langeweile lernten Jeanisch und Rohland häkeln und kamen auf die Idee, selbstgehäkelte Mützen über das Internet zu verkaufen. Das kam gut an: 2000 Mützen verkauften die beiden Gründer mit ihrem Unternehmen MyBoshi am Anfang. Als ein Verlag mit Jaenisch und Rohland zusammen ein Handarbeitsbuch auf den Markt bringen wollte, war die Reaktion der beiden: „Auf gar keinen Fall!“

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Bücher, Wolle und eine App

Doch die beiden Gründer entschieden sich um und ihr Buch wurde zum meistverkauften Handarbeitsbuch im deutschsprachigen Raum. „Wir haben sogar die erste Auflage von Harry Potter überholt“, erzählen sie auf der Konferenz. Neben mehreren Büchern gibt es inzwischen auch Wolle, Nadeln und eine App, in der für ein paar Euro Häkel-Anleitungen heruntergeladen werden können.

Geld verdienen die beiden mit der App aber nicht. „Die deckt sich gerade so selbst“, erläutert Roland. Auch mit Büchern lässt sich nicht besonders viel Geld verdienen. Auf der Website gibt es außerdem kostenlose Häkel-Lernvideos und eine Plattform, auf der sich Anfänger und Häkel-Profis zu gemeinsamen Kursen verabreden können.

Nimmt sich MyBoshi damit nicht selbst die zahlenden Kunden weg? Wer selber Häkeln kann, braucht sich schließlich keine MyBoshi-Mütze für 50 Euro zu kaufen und bestellt sich lieber ein Wollknäuel für drei Euro.

20.000 gehäkelte Mützen

Ganz im Gegenteil: Obwohl sich jeder mit einer genauen Anleitung seine eigene MyBoshi-Mütze häkeln kann, sind die Verkäufe der beiden nicht eingebrochen. Heute verkaufen sie sogar mehr denn je – rund 20.000 gehäkelte Mützen pro Jahr.

Selbermachen liegt im Trend. „Das ist wie bei Yin und Yang. Die Menschen sitzen den ganzen Tag vor dem Bildschirm und wir bieten einen Ausgleich“, beschreibt Jeanisch den Erfolg. Wichtig jedoch: „Der Spaß an der Handarbeit kommt mit dem schnellen Erfolg.“ Aber wie kann ein Anfänger schnell einen Schal fertig bekommen und ein Erfolgserlebnis haben? „Indem er schon halb fertig ist“, erläutert Jaenisch weiter. Neben den normalen Wollknäulen gibt es daher neu im Sortiment: zur Hälfte vorgefertigte Schals. Damit hat auch der absolute Häkel-Neuling sofort ein Erfolgserlebnis.

Was Sie von den MyBoshi-Gründern lernen können:

1. Suchen Sie sich eine Nische

Mützen kann man überall kaufen – und das deutlich günstiger und deutlich schneller. Seine individuelle zusammengestellte und von Omas selbstgehäkelte Mütze gibt es hingegen nur bei MyBoshi. Finden Sie für Ihr Unternehmen die richtige Nische und grenzen Sie sich so von der Konkurrenz ab.

2. Diversifizieren Sie

Sind Sie in Ihrer Nische erfolgreich, können Sie beginnen Ihre Produktpalette zu erweitern. Obwohl sich Ihre Produkte zunächst gegenseitig Konkurrenz machen, können Sie so Ihre Marke stärken. MyBoshi steht heute nicht mehr nur für Mützen, sondern auch für kreative Handarbeit.

3. Finden Sie so neue Zielgruppen

Am Anfang richtete sich MyBoshi nur an Menschen, die auf der Suche nach einer individuellen Mütze waren. Heute richtet sich MyBoshi auch an alle Handarbeitsfans – sowohl Häkel-Anfänger als auch Profis. Jaenisch und Rohland haben als Stellvertreter für die verschiedenen Zielgruppen die fiktiven Charakteren Steffi und Moni entwickelt. Bei Strategieüberlegungen sitzen Steffi und Moni immer mit am Tisch und geben ihre Meinung zu neuen Produkten ab.

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