Stubid Würden Sie Bewerbern Geld fürs Vorstellungsgespräch bezahlen?

Wer Studenten beschäftigen möchte, kann bald den passenden Kandidaten ersteigern. Das Start-up Stubid vermittelt den Kontakt.

Wer Studenten beschäftigen möchte, kann bald den passenden Kandidaten ersteigern. Das Start-up Stubid vermittelt den Kontakt.© weyo / Fotolia.com

Vor allem kleine Firmen haben oft Probleme, Mitarbeiter zu finden. Das inspirierte Gründer Felix Eckerle zu einer kuriosen Geschäftsidee: Auf seinem Portal Stubid soll man Vorstellungsgespräche ersteigern können.

Stubid – so hat Felix Eckerle seine Jobbörse genannt: Er setzt sich zusammen aus den Wörtern „student“ und „bid“ (Englisch für „bieten“). „Der Name hört sich erstmal wie das englische Wort stupid, auf Deutsch blöd, an“, gibt der 24-jährige Gründer verschmitzt zu. „Aber ich habe ihn bewusst gewählt, weil er zum Nachdenken anregen und in Erinnerung bleiben soll.“

Nicht nur der Name, auch die Idee hinter Stubid ist einigermaßen verrückt: Unternehmen sollen Studenten und Absolventen dafür bezahlen, dass diese zum Vorstellungsgespräch kommen. „Die Auktionen, bei denen Unternehmen auf Studenten bieten können, sollen demnächst starten“, sagt Eckerle. „Noch arbeiten wir mit Fixpreisen, damit sich beide Seiten an das Konzept gewöhnen können.“

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Seit dem Start im Oktober 2015 können sich Studenten registrieren und einen Fixpreis nennen – die meisten geben einen Betrag zwischen 1 und 100 Euro an. Bei Interesse können Firmen sie dann kontaktieren. Kommt es zum Vorstellungsgespräch, müssen die Unternehmen bezahlen: den Fixpreis des Studenten, eine Vermittlungsgebühr von 25 Euro für Stubid sowie die Anfahrtskosten.

Die Stubid-Zielgruppe: kleine Unternehmen

Doch welche Unternehmen sind wirklich bereit, Bewerbern Geld für das Vorstellungsgespräch zu zahlen? „Bei mir melden sich viele Unternehmen mit 20 bis 100 Mitarbeitern, meist GmbHs, die bei Studenten kaum bekannt sind“, sagt Felix Eckerle. „Bevor sie aktiv werden, erkundigen sie sich telefonisch, ob wirklich stimmt, was sie im Internet gelesen haben.“

Ihre Vorteile: Bei Stubid können Unternehmen Kosten und Zeit im Vergleich zu kostenpflichtigen digitalen oder gedruckten Stellenanzeigen sparen. „Außerdem haben sie den direkten Kontakt zu den Studenten und können gezielt nach Standort oder Kenntnissen suchen“, sagt Eckerle.

Die meisten Betriebe kommen genau wie die Mehrzahl der angemeldeten Studenten aus Bayern und Baden-Württemberg. Wie viele Firmen und Studenten bereits fündig geworden sind, möchte der Gründer nicht verraten. Die Suche nach Studenten endet allerdings bisher oft genug erfolglos: Gibt man etwa eine Berliner oder eine Hamburger Postleitzahl ein, erhält man gerade mal je ein Suchergebnis.

Vermittelt sich Eckerle selbst über das Portal?

Finanzieren kann Felix Eckerle das Projekt durch sein zweites Standbein: den Verkauf von Deo-Pads auf Amazon. Bei Geldbedarf könnte er auch über Stubid einen Job suchen, schließlich gehört er zur Zielgruppe: 24 Jahre alt, Student und aktuell mit der Masterarbeit zum Design interaktiver Medien beschäftigt. Vermittelt er sich auch selbst über das Portal?

„Die Vorteile sprechen auch mich als Masterstudent sehr an“, sagt er. „Die Auktion bedeutet eine große Zeitersparnis, es müssen keine aufwendigen Bewerbungen mehr geschrieben werden und ich kann tolle Unternehmen kennen lernen, die ich auf dem herkömmlichen Weg nicht gefunden hätte, weil ihnen die Reichweite und die Bekanntheit bei Studenten fehlt.“ Aktuell sei er aber nicht auf der Suche nach einer Festanstellung: Nach dem Masterstudium möchte er ab April Vollzeit für sein Start-up Stubid arbeiten, für das er jetzt nur rund 20 Stunden pro Woche Zeit hat.


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