Toys in Basket „Lego-Steine sind die Diamanten unter den Spielzeugen“

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Als Kind bekam David Spröhnle einen Lego-Truck, jetzt hat er "Toys in Basket" aufgebaut: einen Online-Handel für Legosteine.

Als Kind bekam David Spröhnle einen Lego-Truck, jetzt hat er "Toys in Basket" aufgebaut: einen Online-Handel für Legosteine.© Ralf Barthelmes

Das Unternehmen "Toys in Basket" will online mit raren Lego-Sets handeln. Warum Gründer David Spröhnle eine siebenstellige Summe in Legosteine investiert und was das größte Risiko seiner Geschäftsidee ist.

impulse: Herr Spröhnle, verbinden Sie Kindheitserinnerungen mit Lego?

David Spröhnle: Als ich acht Jahre alt war, wanderte meine Mutter mit mir aus Russland nach Deutschland ein. Damals bekam ich tatsächlich einen Lego-Truck geschenkt, mit dem ich eine Weile spielte.

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Aus Sentimentalität steigen Sie jetzt aber sicher nicht in den Lego-Handel ein?

Nein, als Wirtschaftsingenieur sehe ich eher nüchtern das Potenzial. Lego-Steine sind die Diamanten unter den Spielzeugen. Weltweit sorgen Sammler dafür, dass bestimmte Sets mit den Jahren um bis zu 300 Prozent an Wert gewinnen. Für viele Händler ist das ein höchst lukratives Geschäft, da der Hersteller die Ware künstlich knapp hält. Die Profis wickeln ihre Geschäfte über eine spezielle Onlineplattform ab, sind aber damit unzufrieden. Diese Chance will ich nutzen.

Sie gründen einen Konkurrenten?

Ein Freund von mir hat mich darauf gebracht. Vom eigenen Wohnzimmer aus hat er einen Lego-Handel aufgebaut, der irgendwann so viel abwarf, dass er seinen Job kündigte – heute beschäftigt er 15 Mitarbeiter. Von ihm erfuhr ich vom Unmut über die alte Handelsplattform und dachte mir: Das können wir besser. Das war die Geschäftsidee für Toys in Basket.

Was war der Anstoß, dass Sie Unternehmer geworden sind?

Schon als Schüler war das klar für mich. In meiner Zeit als Unternehmensberater hat sich dann der Wunsch verstärkt, weil ich ungern für die Fehler anderer geradestehe und mir gesagt habe: Wenn ich schon 120 Prozent gebe, dann für meine eigene Firma. Seit anderthalb Jahren arbeite ich – inzwischen mit 17 Mitarbeitern – an der Umsetzung und habe Startkapital eingeworben. Einen weiteren hohen Betrag stecken wir gerade in den Ankauf von Lego-Steinen.

Sie investieren einen niedrigen siebenstelligen Betrag. Wie viele Lego-Steine haben Sie denn schon auf Lager?

Das kann ich Ihnen nur in Kubikmetern sagen: 60. Wenn wir dieses Jahr online gehen, wollen wir in der Lage sein, professionelle Händler bei Engpässen und private Onlineshopper gleichermaßen mit Nachschub zu versorgen.

Haben Sie Angst zu scheitern?

Hätte ich Angst, würde ich es nicht wagen. Aber es gibt natürlich ein Risiko. Die große Frage ist, wie Lego auf uns reagieren wird. Bislang tolerieren sie den Zweitmarkt. Ich hoffe, dass das so bleibt.

 

impulse-2-2016Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 02/16.

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