Veggie Pur „Früher fand ich das Angestelltendasein reizvoll“

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Holger und Melanie Brosig verkaufen getrocknetes Gemüse in Dosen. Im gleichen Monat der Gründung von Veggie Pur kam ihr Sohn zur Welt.

Holger und Melanie Brosig verkaufen getrocknetes Gemüse in Dosen. Im gleichen Monat der Gründung von Veggie Pur kam ihr Sohn zur Welt.© argum / Falk Heller

Gleichzeitig Familie und Firma gründen - die Brosigs haben es geschafft. Warum Melanie Brosig eigentlich angestellt bleiben wollte und wie die Idee zu Veggie Pur kam. Ein Interview.

impulse: Glückwunsch, Frau Brosig, jetzt haben Sie drei Kinder!

Melanie Brosig: (lacht) Ja, zwei echte und das Start-up. Mein Sohn kam genau in dem Monat zur Welt, als wir Veggie Pur gegründet haben. Wir haben die Familien- und die Firmengründung quasi zusammengelegt.

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Das klingt nach Unternehmergeist.

Anfangs nicht. Meine Eltern sind Inhaber einer Baufirma. Tagtäglich habe ich erlebt, was es bedeutet, selbstständig zu sein. Früher fand ich das Angestelltendasein reizvoll.

Was hat Sie umgestimmt?

Mein Mann Holger war bereits als Unternehmensberater selbstständig und fand es immer gut, sein eigenes Ding zu machen. Als uns dann die Geschäftsidee kam, war ich so begeistert, dass ich den Schritt gewagt habe. Heute lebe ich das Unternehmerdasein rund um die Uhr – und bin froh. Die Zufriedenheit am Ende des Tages ist größer als in meinem alten Angestellten-Job in der Kommunikationsabteilung eines Verbands.

Wie kommt man darauf, getrocknetes Gemüse in Dosen zu verkaufen?

Beim Kochen. Ein Freund hat Gemüse im Ofen getrocknet und dann damit Speisen verfeinert. Das ist besser als Maggi und viel natürlicher. Nur der Aufwand beim Selbermachen ist enorm.

Das Produkt klingt erklärungsbedürftig. Wie haben Ihre Freunde reagiert?

Die haben gesagt: Vielleicht wäre es besser, wenn du deinen Job erst einmal behältst. Den Anfangsstress haben wir dann tatsächlich nebenberuflich gemeistert.

Jetzt verkaufen Sie Ihren Gemüse-Kräuter-Mix in drei Geschmacksrichtungen. Wie lief die Markteinführung?

Bei der Herstellung haben wir zunächst Lehrgeld bezahlt. Die erste Charge mit 5000 Dosen war nicht nur falsch etikettiert. Als wir die Dosen öffneten, fanden wir Gemüsepulver vor statt wie geplant -stückchen. Da mussten wir den Abfüller noch einmal neu instruieren (lacht). Inzwischen läuft es, und wir vertreiben die Dosen im Onlineshop und in Bio-Supermärkten.

In der Sendung vom 4. Oktober treten Sie bei der Start-up-Show „Die Höhle der Löwen“ im Fernsehen auf. Was versprechen Sie sich davon?

Wir wollen langsam das Tempo erhöhen und einen Investor mit an Bord holen. Aber auch wenn das nicht klappt: So ein Millionenpublikum kann nur gut für uns sein.

 

Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 10/16.

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