Deutscher Startup Monitor 2015 15 spannende Fakten über Start-ups

Die Studie zeigt: Gründer sind deutlich zufriedener mit ihrem Leben als Angestellte.

Die Studie zeigt: Gründer sind deutlich zufriedener mit ihrem Leben als Angestellte.© Ms.Moloko - Fotolia.com

Mehr Frauen, weniger Sologründer und Berlin büßt an Dominanz als Start-up-Hochburg ein. Der Deutsche Startup Monitor 2015 liefert aber noch andere spannende Ergebnisse aus der Start-up-Szene.

Die Stimmung unter jungen und innovativen Unternehmen in Deutschland ist nach einer Umfrage derzeit positiv. 89 Prozent der Start-ups sind mit ihrer aktuellen Lage zufrieden, und gut drei Viertel rechnen mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten. Das ergab der Deutsche Start-up Monitor 2015, den der Bundesverband Deutsche Start-ups am Dienstag in Berlin vorstellte. Die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen schätzten die Befragten dabei etwas positiver ein als noch im Vorjahr. So erhielt die Politik von den Gründern in diesem Jahr bessere Noten. Für die Studie wurden rund 1000 junge und innovative Unternehmen befragt.

Welche spannenden Fakten der Start-up Monitor 2015 noch zeigt:

Arbeitsplätze

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Start-ups bauen ihre Funktion als Jobmotoren aus. Start-ups beschäftigen nach knapp 3 Jahren durchschnittlich 17,6 neue Arbeitsplätze (inkl. Gründer). Berlin belegt dabei mit durchschnittlich 25,2 Mitarbeitern den Spitzenplatz. Hamburger Start-ups liegen mit 19,7 Mitarbeitern deutlich unter dem Vorjahreswert (24,3). Die Start-ups in Stuttgart/Karlsruhe haben durchschnittlich 9,1 Mitarbeiter, in München sind es 15,1.

Neueinstellungen

Fast alle Gründer (93,9 %) gaben an, im kommenden Jahr neue Mitarbeiter einstellen zu wollen. Im Durchschnitt wollen die Befragten ihre Mitarbeiterzahl um 8,3 Personen aufstocken. Berliner Start-ups beabsichtigen mit 11,9 Stellen den stärksten Zuwachs, gefolgt von Hamburg und München (jeweils 10,1). Im Rhein- und Ruhrgebiet sind durchschnittlich 7,3 neue Arbeitsplätze geplant, in der Region Stuttgart/Karlsruhe rund 4,9.

Frauen in Start-ups

Der Anteil an Gründerinnen wächst. Laut Start-up Monitor werden aktuell 13 Prozent der Start-ups von Frauen gegründet. 2014 waren es noch 10 Prozent.

Alter

Die Gründer im Start-up-Monitor sind im Durchschnitt 34,9 Jahre alt. Bei der erstmaligen Gründung sind Jungunternehmer durchschnittlich 29,1 Jahre alt. Männer sind im Schnitt etwas jünger als Frauen.

Seriengründer

Von den befragten Gründern gaben 45,5 Prozent an, bereits mindestens ein weiteres Unternehmen gegründet zu haben. Etwa jeder Fünfte hatte schon zwei oder mehr Unternehmen gegründet. Die meisten Gründer gaben zudem an, dass sie weiterhin Gesellschafter der vorangegangenen Gründung sind (36,1 %). Rund 30 Prozent hatten das Unternehmen freiwillig eingestellt und 15 Prozent verkauft. Lediglich 3,4 Prozent der Gründer hatten eine Insolvenz erlebt.

Selbstständigkeit

Mehr als 80 Prozent der befragten Gründer würden auch nach der Aufgabe ihres aktuellen Unternehmens einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen. Zwei Drittel davon würden wieder selbst gründen, 8,4 Prozent können sich vorstellen, als Freelancer zu arbeiten.

Gründungsregionen

Berlin ist Start-up-Hauptstadt, hat aber im Vergleich zu 2014 an Dominanz eingebüßt. Größere Zuwächse gab es in Bayern und NRW, kleinere in Sachsen und Hamburg.

Innovation

Rund 40 Prozent der Gründer gehen davon aus, dass ihr Start-up zum Gründungszeitpunkt eine weltweite Marktneuheit angeboten hat. Weitere 19,8 Prozent sehen in ihrem Produkt eine deutschlandweite Neuheit.

Team

Knapp 80 Prozent der Gründer gründeten ihr Start-up im Team. Damit sank der Anteil der Sologründer im dritten Jahr in Folge. Die durchschnittliche Teamgröße liegt bei 2,4 Personen. Frauen gehen den Schritt in die Selbstständigkeit häufiger allein als Männer. Ein Drittel der befragten Frauen gründete allein, bei den Männern lag der Anteil der Sologründungen bei 21,3 Prozent.

Zukunft

Etwa zwei Drittel der befragten Start-up-Gründer können sich vorstellen, das Start-up in den ersten 10 Jahren zu verkaufen, 21,9 Prozent streben einen Börsengang an.

Zufriedenheit

Die Ergebnisse des Start-up-Monitors zeigen: Gründer sind weitaus zufriedener als Angestellte. Die Befragten in Süd- und Westdeutschland sind dabei insgesamt zufriedener als Gründer in Nord- und Ostdeutschland. Am zufriedensten sind Gründer in der Metropolregion Rhein-Ruhr, in München und Stuttgart.

Was Gründer wähle würden

Ein Blick in die Gründungsregionen zeigt: In Berlin und Hamburg wäre die FDP stärkste Kraft (28,7 % und 38,9 %). CDU/CSU würden in München (36,8 %) und der Region Stuttgart/Karlsruhe (32,7 %) dominieren.

Mindestlohn

39,6 der teilnehmenden Start-up-Gründer gaben an, nicht vom Mindestlohn beeinflusst zu werden. Elf Prozent sehen einen eher positiven Einfluss, fast die Hälfte (49,4 %) gehen von einem negativen Effekt des Mindestlohns aus.

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