Gründer in Israel Deutsche Gründer erkunden Tel Aviv

In Tel Aviv kommen die Gründer aus Israel und dem Rest der Welt zusammen.

In Tel Aviv kommen die Gründer aus Israel und dem Rest der Welt zusammen.© israeltourism/Flickr/CC BY 2.0

Das Innovationsfestival in Tel Aviv ist Israels größtes Technologie-Event. Auch deutsche Gründer haben sich dort inspirieren lassen und ihre Ideen vorgestellt.

Drei deutsche Start-up-Gründer sind für fünf Tage tief in die lebendige High-Tech-Szene in Tel Aviv eingetaucht. „Es ist großartig“, sagt Andreas Plies (32) aus Darmstadt. Gemeinsam mit Monique Hoell (28) und Sebastian Kreusler (36), beide aus Berlin, hat er beim „Start Tel Aviv 2015“-Wettbewerb eine Reise zu Israels größtem Technologie-Event gewonnen.

Das Digital-Life Design Innovation Festival (DLD), dient als Tummelplatz für digitale Pioniere aus aller Welt. Schirmherren sind der israelische High-Tech-Guru Yossi Vardi und der deutsche Verleger Hubert Burda.

Anzeige

Israel ist mit acht Millionen Einwohnern eines der kleineren Länder der Welt. Dennoch hat es mehr Start-up-Unternehmen vorzuweisen als die meisten anderen Staaten. Zu dem DLD-Festival, das in diesem Jahr vom 6. bis 12. September stattfand, waren rund 3000 ausländische Besucher angereist.

Gründerzentrum in Israel: Tel Aviv 

Für die deutschen Gründer, die alle zum ersten Mal Israel besuchten, bot die fünftägige Veranstaltung zahlreiche Gelegenheiten, neue Kontakte zu knüpfen. Kreusler empfindet Tel Aviv als „sehr kreativ und inspirierend“. „Hier gibt es viele Firmen, die wirklich fantastische Sachen machen und mit viel Herzblut dabei sind.“

Kreusler, Gründer des Start-ups AltusInsight, ist für eine Big-Data-Entwicklung LambdaNow ausgezeichnet worden, die es ermöglicht, eine Vielzahl an Daten in Echtzeit zu empfangen und effizient zu filtern.

Man könne damit „jetzt sofort wissen, was eine Million Geräte gerade machen“, erklärt Kreusler. Er sieht viele Chancen im internationalen Austausch. Deutsche neigten dazu, „sehr techniklastig zu sein, alles sehr fein auszuarbeiten“. Von den Amerikanern könne man etwa lernen, „die Klappe auch mal ein bisschen größer aufzumachen“.

Geschäftsideen auf dem DLD-Innovation-Festival

Hoells Sixtyoneminutes GmbH hat eine App für einen persönlichen Assistenten programmiert. „Ich buche meinen Flug, ich brauche eine Putzfrau, ich reserviere mir mein Dinner“, erklärt sie einige der Möglichkeiten. Hoell findet es „wahnsinnig spannend, so viele verschiede Menschen, Gründer zu treffen, die im Prinzip ein ähnliches Mindset haben wie ich“. Sie ist begeistert von der High-Tech-Szene in Tel Aviv und kann sich gut vorstellen, in Zukunft mit Gleichgesinnten aus Israel zusammenzuarbeiten.

Plies von der Firma Authada hat einen Service entwickelt, der die elektronische Identität des Personalausweises per Smartphone ausliest. Dies ermöglicht eine rasche Verifikation der Kundenidentität. Der Gründer aus Darmstadt empfindet die Kollegen in Israel als „viel entspannter“. Ihre Art der Offenheit könne auch im IT-Bereich von großem Vorteil sein. „Man muss die Chancen nutzen, mit jedem zu sprechen, mit dem man sprechen kann, um Kontakte zu knüpfen mit anderen Start-ups, Erfahrungen und Wissen auszutauschen, Investoren zu finden.“

Start-up-Szene in Israel

Israels erfolgreiche High-Tech-Szene wird in Anlehnung an das kalifornische Vorbild auch als „Silicon Wadi“ bezeichnet – das Tal der Hochtechologie mit Zentren von Beerscheva im Süden über Tel Aviv und bis Haifa im Norden.

Viele Start-up-Ideen stammen aus der Computerabteilung der Geheimdiensteinheit 8200 der israelischen Armee und wurden später auch in den zivilen Bereich übertragen. Israels geopolitische Realität eines kleinen Staates, der von vielen feindlichen Nachbarländern umgeben ist und seit seiner Gründung um sein Überleben kämpfen musste, zwingt seine Einwohner dazu, flexibel und erfinderisch zu sein. Israel hat außer Gas keine natürlichen Ressourcen und setzt daher auf „Brain Power“.

Die Einwanderung von rund einer Millionen Menschen aus Russland innerhalb des vergangenen Vierteljahrhunderts, darunter viele technisch geschulte Experten, gilt als weiterer Grund für Israels Aufstieg zum digitalen Vorreiter. Zudem betreiben auch IT-Größen aus den USA wie Intel und IBM dort wichtige Forschungs-Niederlassungen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.