Gründerfreundliches Deutschland Das beste Gründerland der Welt?

Deutsche Start-ups blühen im kreativen Berlin auf - sagen die Macher der Studie.

Deutsche Start-ups blühen im kreativen Berlin auf - sagen die Macher der Studie. © Radoslaw Maciejewski / Fotolia

Innovationsfeindlich, hohe Steuern und bürokratisch - deutsche Gründer finden ihr Land oft wenig gründerfreundlich. Doch in anderen Ländern hat Deutschland einen anderen Ruf: als das beste Gründerland der Welt.

Deutschland – Gründerland? Es wird viel gejammert über das Gründen in Deutschland: hohe Steuern und hohe Kosten, Bürokratie und die Gründerkultur fehlt sowieso. Viele Gründer werden daher die folgenden Zahlen nicht glauben: Deutschland ist das gründerfreundlichste Land der Welt – sagt zumindest eine Studie des Magazins U.S. News & World Report, von BAV Consulting und der Wharton School der University of Pennsylvania. Dahinter folgen Japan, USA, Großbritannien und Kanada.

In der Studie bewerteten Führungskräfte aus der Wirtschaft, sachkundige Eliten und Durchschnittsbürger insgesamt 60 Nationen – zu Faktoren wie Kapitalzugang, Infrastruktur, Bildungsniveau, und Innovationsfähigkeit, aber auch zu weichen Aspekten wie der Lebensqualität und Kulturgeschichte. „Unsere Ergebnisse wurden in Korrelation zum Pro-Kopf-Brutto-Inlandsprodukt, gemessen an der Kaufkraftparität jedes Landes, analysiert“, sagte David Reibstein, Professor für Marketing an der Wharton School. Das Ergebnis: Deutschland ist nicht nur das gründerfreundlichste Land, sondern insgesamt das beste Land der Welt – so sehen das zumindest die 16.200 Befragten. Die Forscher loben die geringe Arbeitslosenquote, das gute Schul- und Ausbildungssytem und die weltweit bekannten deutschen Marken.

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Berlin: der Himmel für Start-ups

Deutsche Start-ups würden in der strukturierten Umgebung des Landes aufblühen und seien weltweit für ihre Effizienz und Präzision bekannt, erklärten die Forscher das Ergebnis. Berlin sei mit seiner kreativen Energie und seinen Talenten ein „Start-up-Heaven“.

Wichtige Kriterien für das Ranking waren stabile rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen und eine ausreichende Wirtschaftskraft. Würden Faktoren wie Risikokapital eine größere Rolle spielen, würde Deutschland wahrscheinlich schlechter abschneiden. In den USA wird pro Kopf zehnmal mehr Risikokapital aufgebracht als in Deutschland – in Israel sind es sogar 15 Mal mehr.

Besonders viele Punkte sammelt Deutschland im Entrepreneurship-Ranking in Kategorien wie Infrastruktur (10 von 10 Punkten), rechtliche Rahmenbedingungen (10/10), Bildung (9,8/10) und technologisches Know-how (9,2/10). In den Bereichen Innovation (7,8/10), Zugang zu Kapital (7,9/10) und Transparenz in Geschäftspraktiken (7,9/10) schneidet Deutschland nicht ganz so gut ab, aber immer noch mit sehr hohen Werten. „Während die Amerikaner unter Innovation das Erfinden neuer technischer Geräte verstehen, geht es bei den Deutschen darum, bestehende Dinge zu verbessern“, heißt es in der Studie.

Nicht besonders sexy

Deutlich weniger Punkte sammelt Deutschland übrigens in anderen Bereichen. In der Kategorie Abenteuer landet Deutschland nur auf dem 45. Platz. 0,7 Punkte gab es für das deutsche Wetter, die deutsche Freundlichkeit kam auf 3 von 10 Punkten. Sexy finden die Studienteilnehmer Deutschland auch nicht: 0,1 von 10 möglichen Punkten.

Laut Studie werden die Vereinigten Staaten als das mächtigste Land wahrgenommen, Indien ist die aufstrebendste Wirtschaftsnation, Luxemburg das wirtschaftsfreundlichste Land und Kanada ist Spitzenreiter unter den Ländern mit der besten Lebensqualität.

Übrigens: Die besten Länder für einen komfortablen Ruhestand sind Costa Rica, Irland und Kanada.

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