Gründergeist wecken Würden Sie Ihrem Kind raten, ein Start-up zu gründen?

Wird er der nächste Mark Zuckerberg? Den nötigen Optimismus scheint der kleine Kerl zumindest zu haben - auch wenn deutsche Eltern einer Umfrage zufolge wenig tun, um den Gründergeist ihrer Kinder zu wecken.

Wird er der nächste Mark Zuckerberg? Den nötigen Optimismus scheint der kleine Kerl zumindest zu haben - auch wenn deutsche Eltern einer Umfrage zufolge wenig tun, um den Gründergeist ihrer Kinder zu wecken.© REHvolution.de / photocase.de

Was würden Sie Ihrem Kind raten, wenn es ein Start-up gründen will? Diese Frage stellte der Digitalverband Bitkom den Eltern schulpflichtiger Kinder. Die Antworten zeigen, welches Image Unternehmertum in Deutschland hat.

Wenn bei „Die Höhle der Löwen“ Start-up-Gründer ihre Idee vor Investoren präsentieren, schauen Millionen Zuschauer zu: Mit der dritten Staffel der Gründershow konnte Vox einen Quotenrekord nach dem anderen einfahren. Nahezu jeder Fünfte in der Zielgruppe 14 bis 49 Jahre schaltete ein.

Die Zuschauer erfahren in „Die Höhle der Löwen“ von Geschichten, die sie sonst in ihrem Angestelltenleben wahrscheinlich nicht so oft zu hören bekommen. Es sind Geschichten, die von großen Ideen handeln, vom Mut, sich auch den größten Hindernissen zu stellen, von Scheitern, Wiederaufstehen und der Hoffnung, dass sich all die Mühen am Ende auszahlen.

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Die Hoffnung vieler: Dass die „Die Höhle der Löwen“ dazu beiträgt, das Image des Unternehmertums zu verbessern. In Deutschland ist es mit dem Gründergeist nicht weit her: So sank die Zahl der Neugründungen laut einer Studie des Forschungsinstituts IW Consult im Jahr 2015 auf ein Rekordtief von 265.000.

Kind, gründe bloß kein Start-up!

Doch weckt „Die Höhle der Löwen“ wirklich den Gründergeist der Deutschen? Die jüngste Umfrage des Digitalverbands Bitkom lässt Zweifel daran aufkommen: Sechs von zehn Eltern schulpflichtiger Kinder (63 Prozent) würden ihrem Sohn oder ihrer Tochter abraten, ein Start-up zu gründen. 34 Prozent würden dabei auf jeden Fall gegen einen solchen Schritt plädieren, 29 Prozent geben an, sie würden eher abraten.

Immerhin: Rund jeder vierte Befragte gab an, er würde seinem Kind die Gründung eher empfehlen; 8 Prozent würden auf jeden Fall dazu raten. Interessanterweise sind es eher die Mütter, die ihre Kinder zum Gründen ermutigen würden – obwohl doch Frauen bei den Unternehmensgründungen dramatisch unterrepräsentiert sind: Laut Deutschem Startup Monitor 2016 sind nur 13,9 Prozent der Gründer weiblich.

Junge Menschen ermutigen

„Es reicht nicht, immer ein bisschen neidisch auf das Silicon Valley zu schauen“, sagt Lucie Volquartz, bei Bitkom zuständig für das Thema Start-ups. „Wir brauchen in Deutschland auch einen echten Gründergeist – und dazu ist die Ermutigung von jungen Menschen unbedingt notwendig.“

Scheint, als bräuchte es am Ende doch mehr als eine Fernsehshow, um die Deutschen zu Unternehmern zu machen.

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