Finanzierung Wenn Start-ups Milliarden wert werden

Nach einer neuen Finanzierungsrunde wird das Start-up HelloFresh nun mit 2,6 Milliarden Euro bewertet.

Nach einer neuen Finanzierungsrunde wird das Start-up HelloFresh nun mit 2,6 Milliarden Euro bewertet.© dpa

Es ist der Traum vieler Gründer: Mit ihrem Start-up zum Millionär zu werden. Zwei junge Firmen sind seit dieser Woche sogar mehrere Milliarden wert.

Europa hat zwei weitere Start-ups mit Milliarden-Bewertung. Der Lebensmittel-Versand HelloFresh aus der Berliner Startup-Fabrik Rocket Internet holte sich 75 Millionen Euro frisches Geld von Investoren. Nach der Finanzspritze sei die Firma mit 2,6 Milliarden Euro bewertet, teilte Rocket am Donnerstag mit. In diesem Frühjahr lag der Wert noch etwa zwei Milliarden Euro niedriger.

Bei HelloFresh kann man Abos abschließen, bei denen wöchentlich Zutaten für ausgewählte Rezepte verschickt werden. Im vergangenen Jahr hatte sich der Umsatz mit 70 Millionen Euro fast verfünffacht. HelloFresh gilt als einer der nächsten Börsenkandidaten aus dem Hause Rocket Internet.

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Das international tätige Unternehmen zählt seit der neuen Geldspritze nun zu den sogenannten „Unicorns“ (Einhörnern) – im Finanzjargon sind das Start-up-Firmen, deren Bewertung eine Milliarde Dollar übersteigt. In Europa ist dies eher selten der Fall. Zum Vergleich: Die Lufthansa hat als Dax-Konzern derzeit einen Börsenwert von rund 5,5 Milliarden Euro. Die Fluggesellschaft erzielte 2014 aber einen Jahresumsatz von rund 30 Milliarden Euro. Experten warnen daher auch vor einer möglichen Blase bei der Bewertung von Internet-Start-ups.

Mitfahr-Dienst ist jetzt 1,4 Milliarden wert

Auch der französischen Mitfahr-Dienstes BlaBlaCar ist jetzt in die Liga der Einhörner aufgestiegen. Investoren schätzten den Wert des Start-ups seit einer neuen Geldspritze auf 1,4 Milliarden Euro. Geldgeber hatten jüngst 200 Millionen Euro in die Firma investiert, wie Mitgründer Nicolas Brusson sagte.

Die Bewertung bei einer Finanzierungsrunde entscheidet darüber, welchen Anteil ein Investor für sein Geld bekommt. „In der Anfangszeit war es viel schwieriger, mit Investoren zu verhandeln“, sagte Brusson. Jetzt sei das Kräfteverhältnis im Verwaltungsrat von BlaBlaCar mit drei Gründern und der Vertretern der Geldgeber ausgeglichen.

Das frische Geld will Brusson unter anderem in die internationale Expansion stecken. „Wir wollen in einem oder zwei Jahren eine globale Marke sein“, sagte er. In Deutschland hatte BlaBlaCar im Frühjahr den deutschen Konkurrenten Carpooling übernommen, der die Websites mitfahrzentrale.de und mitfahrgelegenheit.de betrieben hat. Derzeit werden die Plattformen zusammengeführt, auf lange Sicht soll das Geschäft unter der Marke von BlaBlaCar laufen.

Weltweite Expansion

Außerdem expandierte die französische Firma bereits nach Russland, Indien und in die Türkei, der Start in Brasilien steht bevor. Im kommenden Jahr soll der Fokus auf Asien liegen. Auch in Europa, wo sich das Geschäft aktuell jährlich verdopple, wolle BlaBlaCar noch zulegen. „Wir kratzen erst an der Oberfläche. In Deutschland könnten wir zehnmal mehr Nutzer haben“, sagte Brusson.

BlaBlaCar kommt aktuell auf 20 Millionen registrierte Mitglieder in 19 Ländern, von denen pro Quartal zehn Millionen den Service auch nutzen. Aktuell finden 90 bis 95 Prozent der Fahrten innerhalb der Grenzen der jeweiligen Länder statt.

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