Hürden für Firmengründungen Fehlendes Geld bremst den Gründergeist

47 Prozent der Deutschen wollten schon einmal ein Unternehmen gründen. Was sie abhielt? Zum Beispiel der unattraktive Wagniskapitalmarkt in Deutschland.

47 Prozent der Deutschen wollten schon einmal ein Unternehmen gründen. Was sie abhielt? Zum Beispiel der unattraktive Wagniskapitalmarkt in Deutschland.© cg-design / Photocase

Knapp jeder zweite Deutsche hat schon einmal in Erwägung gezogen, ein Unternehmen zu gründen. Warum nur 22 Prozent ihr Vorhaben auch in die Tat umgesetzt haben, zeigt nun eine Umfrage.

In Deutschland liegt nach einer Umfrage viel Gründerpotenzial brach. Knapp jeder zweite Deutsche (47 Prozent) hat danach zwar schon einmal eine Firmengründung oder unternehmerische Aktivitäten erwogen. Aber nur 22 Prozent setzten ihre Idee dann auch in die Tat um, wie eine Umfrage der Meinungsforschungsinstituts YouGov für den Verband „Die jungen Unternehmer“ ergab.

Bei jungen Menschen zwischen 18 und 34 Jahren hätten 43,7 Prozent Unternehmertum ins Auge gefasst, aktiv geworden seien aber nur zehn Prozent. Als größte Hürden seien die Kapitalbeschaffung und Bürokratie genannt worden. Junge Unternehmer sorgten sich zudem um die finanziellen Konsequenzen eines Scheiterns.

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Wagniskapitalmarkt fehlt in Deutschland

„Wunsch und Wirklichkeit trennen oft nur drei Buchstaben: Mut“, sagte Verbandschef Hubertus Porschen. Damit mehr Menschen ins unternehmerische Risiko gehen, sei „endlich eine bessere Politik für Gründer“ erforderlich. Deutschland fehle noch immer ein attraktiver Wagniskapitalmarkt, der Bürokratieabbau komme nicht in Gang: „In unserer Gesellschaft wird Scheitern stigmatisiert, und unser Bildungssystem bringt Manager hervor, keine Unternehmer.“

53 Prozent der Befragten, die von einer Firmengründung Abstand genommen haben, gaben den Angaben zufolge die Kapitalbeschaffung als Grund für die Absage an. „Unsere Kreditinstitute sind nicht auf die Finanzierung von Start-ups eingestellt“, sagte Porschen.

Kreditvergabe funktioniere noch immer wie im Zeitalter der Industrialisierung – nach materiellen Firmenwerten: „Was deutschen Gründern und Jungunternehmern angeboten wird, liegt weit unter den Mitteln ihrer Konkurrenten in den USA“, sagte Porschen. 2014 habe die Lücke bei Wagniskapital zwischen Deutschland und den USA bei 7,1 Milliarden Euro gelegen.

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