Marcus Ruoff von Nachtwaechter Wie ist es, bei „Die Höhle der Löwen“ mitzumachen?

Gründer Marcus Ruoff hat den Nachtwaechter erfunden: einen Protektor, den man sich auf den Rücken schnallt und so die Rückenlage verhindert. In der TV-Show "Die Höhle der Löwen" konnte er mit der Idee Investor Ralf Dümmels überzeugen.

Gründer Marcus Ruoff hat den Nachtwaechter erfunden: einen Protektor, den man sich auf den Rücken schnallt und so die Rückenlage verhindert. In der TV-Show "Die Höhle der Löwen" konnte er mit der Idee Investor Ralf Dümmels überzeugen. © Bernd-Michael Maurer / VOX

Nachtwaechter-Gründer Marcus Ruoff erzählt, was ihn bei der Aufzeichnung von „Die Höhle der Löwen“ am meisten überrascht hat und wie stark man als Gründer wirklich von den Investoren profitiert.

Marcus Ruoff hat aus einem Problem eine Geschäftsidee gemacht: Er ist Schnarcher und hat damit nicht nur seine Partnerin genervt. Durch Atemaussetzer war auch seine Gesundheit gefährdet.

Daraufhin entwickelte er gemeinsam mit seinem Arzt eine Antischnarch-Weste, die verhindert, dass man sich im Schlaf auf den Rücken dreht.
Bei der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ waren die Investoren erst amüsiert, dann aber überzeugt. Unternehmer Ralf Dümmel stieg schließlich in die Firma ein.

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Herr Ruoff, wie haben Sie sich auf Ihren Pitch bei „Die Höhle der Löwen vorbereitet“?

Marcus Ruoff: Ich habe mich zunächst intensiv mit den neuen Löwen befasst. Die alten kannte ich als Fan des Formats ja schon. Und dann galt es natürlich, einen guten Pitch vorzubereiten. Ich habe den vor meiner Partnerin geübt – die ist ja zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Waren Sie überrascht, wie kritisch die Löwen waren?

Nein. Das war Teil meiner Vorbereitung. Bei mir kam vor allem Kritik hinsichtlich der Verkaufszahlen. Ich war ja erst seit 3,5 Monaten auf dem Markt, habe das neben meinem normalen Job gemacht, hatte keinen richtigen Vertrieb. Da kann man eben noch nicht mit großen Verkaufszahlen und Gewinnen glänzen. Für Kritik an den Verkaufszahlen ist ja meist der Ralf Dümmel zuständig.

Und Investorin Judith Williams hat sich ganz schön über Ihr Produkt lustig gemacht.

Ja, in Sachen Produkt ist es Judith Williams, die besonders skeptisch ist. Die meinte, die Weste sei ja total unsexy. Und: Was soll man denn damit? In der Situation darf man als Gründer nicht aufgeben und muss weiter argumentieren.

Man sieht mit dem Protektor auf dem Rücken tatsächlich etwas Quasimodo-artig aus. Kann man das nicht schöner machen?

Nein, leider. Wir haben da viel probiert und mit einem renommierten Schlafmediziner zusammengearbeitet. Die Weste wurde auch von Medizinern getestet. Und es war klar: Der Protektor muss so groß sein. Hübscher ging es nicht, dafür funktioniert das Produkt aber. Ich habe bisher keine Retouren. Und außerdem geht man mit der Weste ja nicht auf die Straße. Man zieht sie eine Minute bevor man ins Bett geht an. Dann macht man das Licht aus – und schläft sofort besser.

Judith Williams und Ralf Dümmel probierten den Anti-Schnarch-Protektor gleich mal aus. Die Erfindung mag zwar für eine ruhigere Nacht sorgen - den Sexappeal, stellte Williams fest, erhöht der Buckel auf dem Rücken aber nicht.

Judith Williams und Ralf Dümmel probierten den Anti-Schnarch-Protektor gleich mal aus. Die Erfindung mag zwar für eine ruhigere Nacht sorgen – den Sexappeal, stellte Williams fest, erhöht der Buckel auf dem Rücken aber nicht.© Bernd-Michael Maurer / VOX

Wie läuft die Aufzeichnung der Sendung ab?

Überraschend für mich war, dass die Investoren alle durcheinander fragen. Schon während des Pitches kam die erste Frage. Und dann fällt dem nächsten eine Frage ein, dabei hatte man die erste noch gar nicht beantwortet. Da muss man sich schon sehr fokussieren.

Die Sendung wird ja zusammengeschnitten. Wie lange dauert so ein Pitch im Studio wirklich?

Mein Pitch hat eine Stunde und 15 Minuten gedauert. Das kam mir vor wie 15 Minuten. Ich habe gehört, dass alles zwischen einer halben Stunde, wenn es richtig schlecht läuft, und zwei Stunden möglich ist. Ich weiß von einem Pitch, der über zwei Stunden ging. Der arme Mann war am Ende fix und fertig.

Wie schwierig ist es eigentlich, Kandidat zu werden?

Sehr schwierig. Es bekommen ja nur 80 Bewerber pro Jahr die Chance, in der Sendung aufzutreten. Am Anfang des Bewerbungsprozesses muss man ein Onlineformular ausfüllen, auf dem man auf ganz kleinem Raum seine Geschäftsidee beschreibt. Man hat nur für eine Handvoll Sätze Platz, interessant rüberzukommen. Die Chance ist wirklich winzig.

Bei Ihnen hat es doch geklappt.

Ich habe nach meiner Bewerbung wochenlang nichts mehr gehört. Dann habe ich einen Castingbogen bekommen mit vielen Fragen zum Unternehmen, zum Produkt, zu mir – und wieder ewig nichts gehört. Plötzlich kam dann ein Anruf, dass die Produktionsfirma ein Castingvideo möchte – und zwar bis übermorgen. Danach ging es ganz schnell. Es gibt also Stufen, auf denen man rausfliegen kann.

Sie haben es nicht nur in die Sendung geschafft, sondern auch einen Investoren überzeugt. Was bringt so eine Zusammenarbeit wirklich?

Für mich hat sich alles geändert. DS Produkte, das Handelsunternehmen von Investor Ralf Dümmel, macht nun quasi den Vertrieb. Mir stehen Handelswege offen, die ich vermutlich in meinem ganzen Leben nicht erschlossen hätte. Und es deutet sich an, dass die Ankündigungen der Investoren keine leeren Versprechungen sind – das sieht man an anderen Produkten, die in der Sendung erfolgreich waren, etwa der Abfluss-Fee. Die sind überall im Handel platziert.

In einem Moment während Ihres Pitches mussten die Investoren deutlich schlucken: Die Herstellungskosten Ihres Produkt liegen bei fast 50 Euro. Warum ist die Produktion so teuer?

Wir haben zum Zeitpunkt der Sendung bei einem Hersteller für Sportbekleidung hergestellt. Die Produkte von denen setzen Nationalmannschaften und Extremsportler ein, da kommt es auf totale Qualität und Funktion an. Außerdem wird der Artikel aus mehreren Teilen von verschiedenen Herstellern zusammengenäht. Das macht es teuer. Und: „Made in Europe“ ist etwas anderes als „Made in China“.

In der Sendung sprachen Sie von einem Verkaufspreis von 199 Euro. Jetzt kostet Ihre Nachtwächter-Weste noch 69,99 Euro. Da ist die Marge aber deutlich geschrumpft.

Nein, die Herstellungskosten sind geschrumpft. DS Produkte hat gute Kontakte nach Fernost. Und: Wenn man als großes Unternehmen auf die Produzenten zugeht, hat man natürlich eine ganz andere Verhandlungsposition als Einzelperson. Wir nehmen jetzt auch ganz andere Stückzahlen ab.

Also kein „Made in Europe“ mehr. Ärgert Sie das?

Mir ist persönlich Qualität unglaublich wichtig. Das hat mir ja so gefallen an Herrn Dümmel in der Sendung: Mit das erste, was er gesagt hat, war: „Die Qualität muss unbedingt gleich bleiben.“ Letztendlich hat er auch bewiesen, dass es geht. DS Produkte hat 25 Leute in China in der Qualitätskontrolle. Ich bin mit dem jetzigen Produkt super happy. Für mich ist es unglaublich, was Dümmels Team da in der kurzen Zeit geschafft hat.

1 Kommentar
  • Apnoe 15. September 2016 00:21

    Schon ziemlich unverschämt zu behaupten, dass es bisher keine vergleichbare Loesung gab und man selber auf die Idee gekommen sei. Rueckenlageverhinderungswesten zur Behandlung des Schnarchens existieren schon Zeit Jahrzehnten und werden ebenso lange vermarktet!!

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