Start-up-Wachstum So lange brauchen Einhörner bis zur ersten Milliarde

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Einhörner gibt es wirklich! So bezeichnet man Start-ups, die mehr als eine Milliarde Dollar wert sind.

Einhörner gibt es wirklich! So bezeichnet man Start-ups, die mehr als eine Milliarde Dollar wert sind.© mary416 / Fotolia.com

Milliardenschwere Start-ups nennt man Einhörner - und manche von ihnen haben ihren Status in Rekordzeit erreicht. Ein Vergleich zeigt jedoch, dass es bei einigen Firmen auch länger dauerte.

Wie viel ist Ihre Firma wert? Ein paar hunderttausend Euro, vielleicht auch mehr? (Wenn Sie es nicht wissen, benutzen Sie doch mal unseren Unternehmenswert-Rechner). Bei den so genannten Einhörnern stehen ganz andere Summen in der Jahresbilanz: Einhorn, so nennt man Start-ups, die eine Milliarde Dollar oder mehr wert sind.

Doch auch diese höchst erfolgreichen Jungunternehmen haben mal klein angefangen – und dann ein mehr oder weniger rasantes Wachstum hingelegt. Wie stark sich das Wachstumstempo unterscheidet, verdeutlicht eine Auswertung des Kreditvermittlers Fleximize: Sie zeigt, wie lange die heute wertvollsten Start-ups der Welt brauchten, bis sie eine Milliarde wert waren. Dafür hat Fleximize Daten von mehr als 180 Unicorns ausgewertet.

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Schneller Erfolg mit Apps und Social Media

Zu den Firmen mit dem rasantesten Wachstum gehören demnach solche, deren Geschäftsmodell auf Apps oder Social Media basiert. Uber beispielsweise, die größte private Taxivermittlung der Welt, schaffte den Sprung in den Unicorn-Club nach 4,5 Jahren; Konkurrenten wie Grab Taxi oder Lyft waren sogar noch schneller.

Bei den Social-Media-Unternehmen sind bekannte Namen von WhatsApp über Facebook und Pinterest bis hin zu Twitter vertreten. Sie alle knackten in unter fünf Jahren die Milliardenschwelle beim Unternehmenswert. Doch Snapchat, der neue Senkrechtstarter unter den Social-Media-Plattformen, überholte sie alle: Nur zwei Jahre und drei Monate nach dem Start wurde das Video-Messenger-Unternehmen zum Einhorn.

Europas schnellste Start-ups

Die Auswertung wirft auch einen Blick auf Europa – und zeigt, dass Deutschland hier die Nase vorn hat: Die vier am schnellsten gewachsenen europäischen Start-ups sind der Berliner Online-Lieferservice Delivery Hero, der in sportlichen zwei Jahren und elf Monaten zur Milliardenbewertung sprintete, gefolgt vom Kochboxen-Lieferanten Hello Fresh (3 Jahre), dem Online-Gebrauchtwagenhandel Auto1 Group (3 Jahre, 1 Monat) und dem Online-Möbelhändler Home24 (3 Jahre, 5 Monate).

Gegen einige asiatische und amerikanische Unternehmen mutet das jedoch wie das reinste Schneckentempo an: Den Rekord hält die Shopping-Website Jet.com, die gerade einmal vier Monate bis zum Einhorn-Status brauchte. Unterm Strich sind aber die Asiaten am flottesten unterwegs: Sie brauchen durchschnittlich fünf Jahre und sind damit ein Jahr schneller als amerikanische und europäische Unternehmen.

Was lange währt

Je nach Branche scheint man für den Weg zum großen Geld etwas mehr Zeit einkalkulieren zu müssen. Doch für die Hersteller von Fitness-Trackern wie Fitbit (8 Jahre, 2 Monate) oder Jawbone (12 Jahre) lohnte sich das Durchhaltevermögen, ebenso für SpaceX, das private Raumfahrtunternehmen von Amerikas schillerndem Entrepreneur Elon Musk (10 Jahre).

Und manchmal zahlt es sich offenbar aus, einen richtig langen Atem zu beweisen: Die tschechischen IT-Sicherheitsexperten Avast Software, Hersteller des gleichnamigen Virenscanners, starteten bereits im April 1988. Den Unicorn-Status erreichte das Unternehmen im Februar 2014: 25 Jahre und zehn Monate später.

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