Verrückte Gründer-Pitches Die kuriosesten Präsentationen von Start-ups

Das hat gesessen! Gründerwettbewerbe laufen nicht immer zivilisiert ab - in München treten Start-ups im Boxring gegeneinander an.

Das hat gesessen! Gründerwettbewerbe laufen nicht immer zivilisiert ab - in München treten Start-ups im Boxring gegeneinander an.© master1305 / Fotolia.com

Im Boxring, im Eisloch oder singend – um beim Präsentieren der Geschäftsidee unter den Konkurrenten hervorzustechen, greifen manche Start-ups zu ungewöhnlichen Mitteln. Die verrücktesten Gründer-Pitches.

Würden Sie nur Unterwäsche anziehen, wenn Sie Ihre Geschäftsidee vor Publikum präsentieren müssten? Sicherlich nicht – Sie wollen sich ja nicht blamieren.

Einer der folgenden Gründer kannte keine Scham: Für seinen Pitch zog er blank. Den Zuschauern ist er damit sicherlich im Gedächtnis geblieben.

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Auch manchen Organisatoren von Gründerwettbewerben sind die üblichen Auftritte mit Powerpoint-Präsentationen auf einer Bühne zu langweilig. Die verrücktesten Wettbewerbsformate und Präsentationen von Start-ups.

Wettbewerbsformate

1. Rein ins kühle Nass
Nicht gerade Idealbedingungen für einen Pitch: Bei minus drei Grad Außentemperatur über zweieinhalb Minuten lang im Eisloch stehen – und dabei die Geschäftsidee präsentieren. Genau das mussten gerade erst wieder die Teilnehmer des Polar Bear Pitching in Finnland machen. Seit 2014 treten Start-ups aus Europa im finnischen Oulu so gegeneinander an. Mit dem ungewöhnlichen Konzept gehen die Organisatoren jedenfalls sicher, dass die Gründer nicht zu lange quatschen. Denn bei eisigen Temperaturen wird es schon nach ein paar Sekunden schmerzhaft im Wasserloch.

Für eine Prämie von 10.000 Euro nimmt man das aber mal in Kauf. Und so überzeugte der diesjährige Gewinner, das finnischen Start-ups „Virta“, im Eisloch:

2. Auf in den Kampf
Dieser Wettbewerb hat es in sich: Bei der Founders Fightnight in München steigen die Gründer tatsächlich in einen Boxring. Die Start-ups treten in ähnlichen „Gewichtsklassen“ gegeneinander an – ein Softwareentwickler nimmt es beispielsweise mit einem anderen Softwareentwickler auf.

Hier fliegen allerdings nicht die Fäuste, sondern Worte: Die Gründer sollen ihre Gegner möglichst hart kritisieren. Wie in einem echten Boxkampf gibt es mehrere Runden. Das Publikum entscheidet, wer gewinnt.

Wie heftig es bei der Fightnight zur Sache geht, sehen Sie in diesem Video (insbesondere ab Minute 6:30).

3. Bitte kurz halten
Jeder Gründer könnte vermutlich stundenlang von seinem Unternehmen erzählen. Das kann schnell verwirrend und langweilig werden. Bei Gründerwettbewerben gilt daher häufig das Prinzip des Elevator Pitches: Die Teilnehmer sollen die wichtigsten Eckpunkte ihrer Idee während einer Fahrstuhlfahrt vorstellen können. Und die dauert selten länger als eine Minute.

Beim Osnabrücker Gründertag nahm man den Elevator Pitch wortwörtlich: Die Gründer mussten tatsächlich in den Fahrstuhl treten und hier innerhalb von 30 Sekunden ihre Geschäftsidee präsentieren. Dabei wurden sie gefilmt.

Gründer-Pitches

4. Falsch geparkt
Eine geniale Guerilla-Marketing-Idee: Auf dem Parkplatz vor einem Museum, in dem ein Gründerwettbewerb stattfand, verteilte ein Start-up falsche Knöllchen. Die vermeintlichen Parktickets verkündeten aber keine Strafe, sondern waren ein Pitch der Gründer der Reise-App „Tripl“. Dank des Wettbewerbs nebenan dürften sie zahlreiche Investoren auf sich aufmerksam gemacht haben, die ihr Auto auf dem Parkplatz abgestellt hatten.

Auf den Knöllchen forderten die Gründer die Autofahrer auf, ihre App runterzuladen – so würden sie einer Strafe für das angebliche Falschparken entgehen. Trotz der ungewöhnlichen Präsentationsidee konnte sich Tripl langfristig nicht durchsetzen.

5. Der 50 Cent unter den Gründern
Wie stellt man eine Website vor, die nach persönlichen Vorlieben automatisch lizenzfreie Musik erstellt? Am besten mit Musik.

Genau das tat der Brite Ed Rex: Auf einem Gründerwettbewerb bei der Internetkonferenz LeWeb in Paris rappte er seinen Pitch für die Musikwebsite „Jukedeck“. Damit hob er sich von der Masse ab, denn die anderen Start-ups setzen auf die übliche Präsentationsform: Ein Vortrag mit Powerpoint-Folien ohne Musik.

Ed Rex mag zwar nicht der nächste Eminem werden, die Gesangseinlage hat sich trotzdem gelohnt: Mit seinem Rap-Pitch gewann er den Wettbewerb.

Der Rap beginnt ab Minute 4:24

6. Blankgezogen
Eine Präsentation vor Publikum in Unterwäsche – nicht gerade jedermanns Traum. Dieser Gründer hat es gewagt und seine Geschäftsidee fast nackt in der US-amerikanischen Gründershow „This Week In Start-ups“ vorgestellt. Sein einziges Kleidungsstück: ein Mankini, eine Bikinihose für den Mann, bekannt aus dem Film „Borat“.

Der Hintergrund: Ein Freund hatte den Gründer zu dem freizügigen Auftritt herausgefordert. Das passte perfekt zum Konzept der Gründer – mit der App „Klash“ können sich Freunde zu Mutproben herausfordern.

In der Show kam der Pitch bestens an. Klash war allerdings nicht weiter erfolgreich und wurde mittlerweile eingestellt.

7. Die gute alte Handschrift
Der letzte Pitch fällt aus der Reihe, denn er entpuppte sich als Aprilscherz – ist aber gerade deswegen sehenswert.

Die angebliche Gründerin Rachel Sequioa fand Powerpoint-Präsentationen langweilig. Deswegen kritzelte sie ihre Geschäftsidee ganz altmodisch auf Papier – und verzierte die Seiten mit Herzen, Katzenzeichnungen und Smileys. Die Idee: Sequioa will „positive“ Luft aus exotischen Orten in Gläsern konservieren und verkaufen. Je nach Herkunft der Luft sollten die Gläser zwischen 100 und 10.000 Dollar kosten.

Tatsächlich war die vermeintliche Gründerin aber eine Schauspielerin und wurde von einem anderen Start-up für ihren Auftritt bezahlt. Mir der Aktion sollte sie die Veranstaltung auflockern, bei der Start-ups ihren Pitch vor Publikum üben konnten, bevor sie sich echten Investoren stellten. Die Zuschauer wussten aber nicht, dass die Luftgläser ein Scherz waren – und kürten die Idee zum Publikumssieger.

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