Unternehmensgründung im Team Woran Gründerteams scheitern

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Versagen, zerbrechen, scheitern - mit den richtigen Tipps jedoch können Sie auch im Team ein Unternehmen zum Erfolg bringen.

Versagen, zerbrechen, scheitern - mit den richtigen Tipps jedoch können Sie auch im Team ein Unternehmen zum Erfolg bringen.© AndreasF. / Photocase

Allzu oft endet die Unternehmensgründung im Team im Dauerzoff. In welche fünf Fallen Gründerteams immer wieder tappen - und wie sie zu umgehen sind.

1. Unterschiedliche Ziele

Abweichende Wünsche und Werte der Gründer werden oft erst spät offensichtlich: Einer möchte Geld verdienen, der andere sich selbst verwirklichen. Deshalb ­besser gleich festlegen, welche Ziele kurz- und langfristig mit der Selbstständigkeit verknüpft sind.

Beispiele: Welche Marktposition soll bis wann erreicht werden? Wie viel Arbeitszeit will jeder investieren? Wie viel Umsatz soll bis wann generiert werden?  Dazu sollten Kennzahlen und Meilensteine vereinbart werden sowie Verantwortlichkeiten. Es empfiehlt sich, den Businessplan gemeinsam zu entwickeln und darin auch die Aufgabenteilung abzustimmen.

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2. Schlechte Kommunikation

In vielen Start-ups wird die Kommunikation unterschätzt. Grundsätzlichen Themen wird zu wenig Zeit gewidmet: Sollen Investoren aufgenommen werden, wie wird mit Kunden umgegangen, wo suchen wir welches Personal?

Wenn die Entscheidungsprozesse nicht klar definiert sind, wird sich die dominantere Persönlichkeit im Team öfter durchsetzen. So wächst die Unzufriedenheit der anderen. Dies kann zu verdeckten oder offenen Machtkämpfen ­führen, gefolgt von Vertrauensverlust und im schlimmsten Fall gegenseitiger Sabotage. Deswegen besser direkt am Anfang festlegen, wer in welchen Bereichen den Hut auf hat.

3. Fehlende Kompetenzen

Gut befreundete Gründer haben oft den gleichen Hintergrund und neigen auch dazu, weitere Freunde einzustellen, statt sachlich nach Kompetenzen auszuwählen. Verschiedene Ausbildungen und Meinungen sind jedoch eine notwendige Erfolgsbasis.

4. Unterschätzte Teamdynamik

Gründen im Team führt oft zu Konflikten, die man managen muss. Deshalb ist die Teamentwicklung genauso wichtig wie das wirtschaftliche Know-how. Hilfreich ist zum Beispiel ein moderiertes Gespräch zwischen den Gründern. Alle drei Monate wird so über Strategiekonflikte, Stil­fragen und Co. gesprochen.

Ein Moderator von außen – das kann etwa ein Coach sein – kostet zwar Honorar. Aber es wird in Vor­sorge investiert; Trennungen sind deutlich teurer. Gründer können sich auch – wie bei einem Jahresgespräch mit einem Angestellten – Feedback geben.

5. Kein Gesellschaftsvertrag

Viele Gründer denken, sie werden sich immer gut verstehen. Aber die Situation kann sich ändern, durch Familiengründung, Krankheit, neue Ziele oder zermürbende Krisen. Da hilft nur Vorsorgen – und das am besten schriftlich. Protokolle von wichtigen Besprechungen sparen später viel Zeit und Nerven.

Unverzichtbar ist außerdem ein Gesellschafts­vertrag. Für diese Kontrakte gibt es Muster, die etwa die örtlichen IHKs bereitstellen. Die Konsulta­tion eines auf Gesellschaftsrecht spezialisierten Anwalts kann hilfreich sein. So wird vorab geklärt: Wie können in einer Krise alle fair auseinandergehen, wie viel Geld bekommt jeder heraus? Je klarer alles definiert ist, umso mehr Streit ersparen sich alle Beteiligten im Fall der Fälle.

 

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