• Gründungen im Franchise-Bereich erfolgreicher

    Die meisten Gründer wollen sich selbst verwirklichen – aber manche erhoffen sich mehr Sicherheit durch Franchise-Konzepte. Franchise-Geber haben für ihre Modelle bisher mit geringen Risiken geworben. Dass Startups in diesem Bereich tatsächlich länger bestehen, belegt nun eine Studie.

    Ob Supermarkt, Fastfoodkette oder Fitnessstudio – die Möglichkeiten, sich mit Hilfe von Franchise selbständig zu machen, sind vielfältig. Und die Branche wächst: 2001 haben die in Deutschland angesiedelten Franchise-Unternehmen insgesamt 22 Mrd. Euro Umsatz gemacht – 2011 war es mit circa 60 Mrd. Euro fast drei Mal so viel.

    Die in Deutschland wichtigste Branche in Sachen Franchise ist der Dienstleistungsbereich, in dem fast 40 Prozent aller Unternehmen angesiedelt sind. In den Dienstleistungsbereich fallen Konzepte, in denen Produktion und der Vertrieb von Produkten nachrangig sind – beispielsweise Nachhilfeinstitute. „Das Handwerk spielt beim Franchise bisher noch eine untergeordnete Rolle, wir sehen aber auch da ganz klare Zuwüchse“, sagt Christoph Kolbe vom Deutschen Franchise Verband (DFV) gegenüber Impulse.de.

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    Warum Franchise?

    Ob Menschen sich überhaupt selbständig machen ist von Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wirtschaftlichen Möglichkeiten und persönlichen Neigungen abhängig. Franchise-Konzepte bieten für Jungunternehmer Vorteile – so gelangen sie in der Regel leichter an Kredite als unabhängige Gründer und profitieren von etablierten Prozessen und Werbemöglichkeiten. Rechtlich sind sie dabei unabhängige Unternehmer. Aber das Geschäft hat seinen Preis: Bei jedem Franchise-System werden Gebühren an den Geber fällig, die bis zu 33 Prozent des Umsatzes betragen können. Die Gründer müssen sich außerdem an vorgegebene Konzepte halten. Und natürlich ist es auch nicht die eigene Geschäftsidee, die durch Franchise umgesetzt wird – der Aspekt der Selbstverwirklichung fällt demnach weg.

    Eine Studie des Internationalen Centrums für Franchising und Cooperation der Universität Münster bestätigt nun, womit die Branche seit Jahren wirbt: Dass Franchise-Startups am Markt erfolgreicher sind als unabhängige Gründungen. So bestehen 94 Prozent der Franchise-Jungunternehmer auch noch nach einem Jahr, während sich von den unabhängigen Gründungen noch etwa 85 Prozent auf dem Markt behaupten können. Zwei Jahre nach Gründung existieren noch 90 Prozent der Franchise-Nehmer und 75 Prozent der „allgemeinen Existenzgründer“. Im dritten Jahr sind noch 83 Prozent der Franchise-Entrepreneure aktiv und 68 Prozent der übrigen Selbstständigen. Warum manche Betriebe scheitern ist unterschiedlich. Franchise-Nehmer, die sich nicht am Markt behaupten können führen wirtschaftliche oder finanzielle Probleme oder persönliche Faktoren als Gründe für das Scheitern an.

    Studie nur teilweise repräsentativ

    Doch die erhobenen Zahlen müssen differenziert betrachtet werden. Auch wenn der DFV der größte Branchenverband ist, existieren neben ihm noch ungefähr 800 weitere Franchise-Systeme, die in der Studie nicht erfasst sind. Es bedarf demzufolge noch einer genaueren Analyse, die sämtliche in Deutschland existenten Franchise-Konzepte umfasst.

    Für die noch laufende Studie wurden fast zweitausend beim größten Branchenverband DFV registrierte Unternehmer mit unabhängigen Gründern verglichen. Die DFV-Mitglieder werden alle drei Jahre einem Bewertungsverfahren unterzogen, bei dem analysiert wird, in welchen Punkten Franchise-Nehmer und -Geber ihre Arbeit verbessern können. Die Vergleichsdaten der unabhängigen Gründer stammen aus dem Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

    • Quelle: impulse
    • Copyright: impulse

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