Gründung Gynny: Einkaufen und Gutes tun

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Immer mehr  Städte versuchen mit Online-Marktplätzen Amazon und Co. Paroli zu bieten.

Immer mehr Städte versuchen mit Online-Marktplätzen Amazon und Co. Paroli zu bieten. © Maksym Yemelyanov - Fotolia.com

Auf der Online-Plattform Gynny können Konsumenten Gutes tun, während sie online shoppen. Hat die Start-up-Idee Potenzial? Der impulse-Cashtest.

Gynny im Ideen-Check

Sozialen Projekten mangelt es meist an Geld. Sie wollen mit Gynny Spendensammeln so einfach wie möglich machen. Wie funktioniert das Prinzip?

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Michael Grimme: Wenn Kunden über Gynny bei einem unserer Partnershops online einkaufen, spenden diese den Großteil der Vertriebsprovision. Dieses Geld erhalten sie normalerweise von den Herstellern der Produkte dafür, dass sie die Waren für sie verkaufen. Jeder über die Plattform abgewickelte Einkauf bringt einem Projekt einen Bonus in Höhe von sechs bis zehn Prozent des Warenkorbes.

Welche Projekte kann man unterstützen?

Die Kunden können frei entscheiden, welche sozialen Projekte sie mit ihrem Einkauf unterstützen möchten. Für sie entstehen dadurch keine Mehrkosten bei ihrem Einkauf. Und Projekte einstellen kann praktisch jeder. Als Projektziel nicht zugelassen sind Politik, Sex, Drogen, Gewalt, aber auch ausschließlich hedonistische Anliegen.

 

Gynny im Konkurrenz-Check

Im Grunde handelt es sich demnach um Social Crowdfunding. Dafür gibt es bereits nicht wenige Plattformen. Was zeichnet Ihre aus?

cashtest_logo_Folge06Bei uns gibt es in der Regel kein Bitten oder Betteln: Shopping, Charity und User-Einbindung gehen Hand in Hand. Wir konnten auch das Gütesiegel Trusted Shops für eine Kooperation gewinnen: Partnershops, die über dieses Gütesiegel verfügen, sind für den Nutzer entsprechend gekennzeichnet. Und es muss kein bestimmter Geldbetrag erreicht sein, um die Unterstützung zu bekommen. Eine Auszahlung ist jederzeit möglich.

 

Gynny im Sales-Check

Wer nutzt die Plattform?

Jeder kann die Initiative ergreifen, um in seinem unmittelbaren Umfeld zu helfen. Sie können in wenigen Minuten ein eigenes Projekt erstellen und fördern, beziehungsweise fördern lassen. Das kann der Kindergarten um die Ecke sein, der für ein Fest noch Geld braucht, oder das Tierheim. Und wer möchte, kann auch ohne einzukaufen direkt über Pay Pal spenden.

Wer hat bislang von Gynny profitieren können?

Wir haben bisher Warenkörbe im Wert von insgesamt zweieinhalb Millionen Euro vermittelt; dabei sind mehr als 150.000 Euro für 1300 private Projekte zusammengekommen. Unternehmen wie Amazon und Zalando nehmen an unserem Partnershop-Programm teil – durch uns können sie ihre Gemeinnützigkeit unter Beweis stellen. Durch uns gewinnen die Shops außerdem zusätzliche Kunden: Weil dort eingekauft wird, um ein bestimmtes Projekt zu fördern. Mittlerweile sind mehr als 1500 Onlineshops involviert.

 

Gynny im Kapital-Check

Wie kommt Gynny selbst an Geld?

Zu Anfang hat niemand ein Gehalt im klassischen Sinne bekommen. Alle vier Gesellschafter und Mitarbeiter haben pro bono für die Plattform gearbeitet. Gynny ist allerdings keine rein gemeinnützige Organisation: Es steht eine Gewinnerzielungsabsicht dahinter. Deshalb gehen 80 Prozent der Spende an das Projekt, den Rest behalten wir. Langfristig soll Gynny nicht nur weiterhin profitabel sein, sondern auch wachsen und Vollzeit-Angestellte beschäftigen.

 

Gynny im Risiko-Check

Welche Probleme gab oder gibt es?

Die größte Hürde ist die Monetarisierung unseres Unternehmens. Wir verzichten momentan auf klassische Werbung. Gynny funktioniert jedoch nur dann wirklich, wenn es wächst. Im ersten Quartal dieses Jahres konnten wir die Anzahl unserer registrierten Nutzer um 212 Prozent auf 10.600 steigern. Erfolgversprechend wäre es, künftig besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen einen Mehrwert zu bieten. Diese Firmen könnten ihre Beschaffung teilweise über uns abwickeln und damit lokale Projekte fördern.

 

Der Gründer von Gynny

Gynny-Gründer Michael Grimme

Gynny-Gründer Michael Grimme.

Michael Grimme hat Betriebswirtschaft mit der Fachrichtung Tourismus studiert und unter anderem für Air Baltic gearbeitet.

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