• Immer mehr Startups in Ostdeutschland

    Lange Zeit gab es in Westdeutschland mehr Unternehmensgründer als in Ostdeutschland. Aber die neuen Bundesländer holen auf: Im Osten der Republik wagen immer mehr Menschen den Schritt in die Selbständigkeit.

    Positive Meldungen über das Wirtschaftsgeschehen in den neuen Bundesländern gibt es immer noch relativ wenig. Oft beherrschen Schlagzeilen über hohe Arbeitslosigkeit, niedrigere Löhne und Abwanderung die Meldungen. In Sachen Gründungsgeschehen verzeichnet Ostdeutschland allerdings zunehmend positive Tendenzen – und nähert sich den westlichen Nachbarn immer mehr an.

    Die lange Jahre sehr großen Ungleichgewichte zwischen West- und Ostdeutschland sind bei den Gründungsaktivitäten verschwunden – zu dem Schluss kommt eine Studie des Instituts für Wirtschafts- und Kulturgeographie der Universität Hannover und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). „Den Gründungsaktivitäten in den neuen Bundesländern galt seit der Wiedervereinigung das besondere Interesse der Wirtschaftspolitik“, sagt Rolf Sternberg, Leiter der Studie.

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    Seine Studie zeigt: Die Zahl neugegründeter Firmen in Ostdeutschland lagen seit der Wiedervereinigung tendenziell unter denen der westlichen Bundesländer. Die wachsende Zahl an Startups sei deshalb signifikant. In beiden Teilen Deutschlands wurde 2011 laut der Studie fast gleich häufig gegründet. Dennoch schätzen die in der Studie befragten Ostdeutschen die Lage in der Region, in der sie leben, negativer ein als die befragten Westdeutschen. So geben weniger Ostdeutsche an, über das nötige Wissen zur Gründung eines Unternehmens zu verfügen als dies Westdeutsche tun. Zudem glauben nur 17 Prozent der Ostdeutschen, dass sich in den nächsten sechs Monaten in der Region, in der sie leben, gute Gründungschancen ergeben werden. Dies vermuten in Westdeutschland 27 Prozent.

    Nicht nur Ost-West, sondern auch Stadt-Land-Unterschiede

    Disparitäten in Deutschland gliedern sich laut der Studie nicht nur in Ost-West, sondern auch in Stadt-Land: In den vergangenen zwölf Jahren haben in urbanen Ballungsräumen rund fünf Prozent der Erwachsenen ein Unternehmen gegründet oder waren zum Zeitpunkt der Befragung gerade dabei, es zu tun. Unter den Menschen in ländlichen Räumen waren es nur 3,6 Prozent.

    In vielen großstädtischen Regionen ist – trotz des umkämpfteren Marktes – die lokale Nachfrage nach Produkten von Gründern größer als auf dem Land. Zudem sei der Zugang zu elementaren Produktionsfaktoren wie Arbeitskräften, Kapital und Wissen in urbanen Gebieten oft leichter.

    • Quelle: impulse
    • Copyright: impulse

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