Geschäftsideen Roomaps: Wo war noch gleich der Ausgang?

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Verlaufen? Mit der App Roomaps sollen Nutzer in Innenräumen schneller ans Ziel finden.

Verlaufen? Mit der App Roomaps sollen Nutzer in Innenräumen schneller ans Ziel finden. © leungchopan / Fotolia.com

Messen und Einkaufzentren gleichen häufig einem Labyrinth. Roomaps hat die Lösung: ein Navigationssystem für Innenräume - das sich gleich noch fürs Marketing nutzen lässt. Was taugt die Idee?

Roomaps im Ideen-Check: Wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Pascal Hesselmeier: Messen, Einkaufszentren und Parkhäuser gleichen manchmal einem Labyrinth. Es sei denn, das Smartphone kennt seine eigene Position und kann den Weg zum Ziel weisen. Bislang gab es brauchbare Navigationssysteme via GPS-Steuerung nur für draußen. Wir haben eine Lösung für Innenräume gefunden, wo GPS nicht funktioniert.

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Roomaps im Konkurrenz-Check: Das gibt’s doch schon, oder?

Pascal Hesselmeier: Apple hat ein ähnliches Konzept zur Indoor-Positionsbestimmung entwickelt, allerdings nur für seine Software. Andere Konkurrenten arbeiten mit Schritterkennung, von der sie Geschwindigkeiten ableiten. Wir haben ein Standard-Navigationssystem, das Partikelfilterverfahren, für alle Endgeräte erarbeitet: Sensordaten des Smartphones werden via Bluetooth oder WLAN mit der Gebäudestruktur abgeglichen, um Wände oder Aufzüge zu erkennen.

Mithilfe von zusätzlich vor Ort aufgestellten, scheckkartengroßen iBeacon-Sendern lässt sich die Verortung des Geräts auf ein bis zwei Meter genau bestimmen. Ein iBeacon pro hundert Quadratmeter reicht – auch für iOS – und kann über Steckdose oder eine Knopfbatterie zwei Jahre lang benutzt werden.

 
Roomaps im Sales-Check: Wer ist die Zielgruppe?

Pascal Hesselmeier: Zur Zeit entstehen viele Dienste, der Markt ist riesig. In unsere App lassen sich nicht nur digitale Gebäudepläne integrieren, sondern auch ortsbasiertes, personalisiertes Marketing – etwa Sonderangebote im Einkaufszentrum oder ausgesuchte Infos zu ausgestellten Museumswerken, die zur rechten Zeit am passenden Ort geschaltet werden. Gebäudebetreiber erhalten zusätzlich eine Besucheranalyse. Unsere Indoor-Lokalisierung und -Visualisierung können wir komplett unabhängig von der vorhandenen Plattform anbieten.

 
Roomaps im Kapital-Check: Wie finanziert sich das Ganze?

Pascal Hesselmeier: Für einen Prototypen konnten wir den Automobilbauer Daimler gewinnen. Finanziert haben wir uns nach unserem Start letztes Jahr mit dem Exist-Gründerstipendium. Langfristig sieht unser Verkaufsmodell vor, dass Gebäudebetreiber, Messeveranstalter und Aussteller für den Service der App bezahlen und ihren Kunden anbieten können. Und wir wollen eine Plattform sein, die zusätzlich zu unserer Software individuelle Lösungen leisten kann.

 
Roomaps im Risiko-Check: Was kann schiefgehen?

Pascal Hesselmeier: Nachfrage gibt es im Grunde genug. Wir haben aber – außer über das Exist-Stipendium – keinen Rechnungswesen-Background. Und auch sonst stellt sich eben immer wieder die Frage nach dem vorhandenen oder nicht vorhandenen Entrepreneur-Denken: Was hängt womit zusammen? Welcher Schritt tut dem Unternehmen gut, womit wartet man besser? Einen Businessplan zu schreiben mit einer sauberen Finanzkalkulation hat aber sehr geholfen.

 
Roomaps – die Gründung in Zahlen

Vorlaufzeit: 1 Jahr
Startkapital: 94.000 Euro
http://roomaps.de/

 
Die Gründer von Roomaps

Pascal Hesselmeier, Marcus Lehmann und Jonas Keeling sind Studienfreunde aus Stuttgart.
Entstanden ist die Idee zu Roomaps aus der Diplomarbeit von Diplominformatiker Lehmann, der Rollstuhlfahrern, Blinden und sogar Taubblinden die Orientierung auf dem Campusgelände vereinfachen wollte.

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