Gründung Wie die Start-up-Factory Gründer beflügeln will

Im Erdgeschoss der Start-up-Factory hat Sternekoch Tim Raue ein Restaurant eröffnet.

Im Erdgeschoss der Start-up-Factory hat Sternekoch Tim Raue ein Restaurant eröffnet.© Start-up-Factory

"Feste Büros mit Namensschildern finden Sie bei uns keine", sagt Gründer und Investor Simon Schaefer über die Start-up-Factory in Berlin. Zu den Mietern zählen Berlins berühmteste Start-ups.

Der Gründer und Investor Simon Schaefer, 37, hat eine ehemalige Brauerei in Berlin-Mitte zur „Factory“ umgebaut. 20 Millionen Euro flossen in die futuristische Neugestaltung des 16.000 Quadratmeter großen Areals. Zu den Mietern zählen Start-ups wie Soundcloud und 6Wunderkinder, sowie internationale Internetkonzerne wie Twitter und Google.

Herr Schaefer, was ist die Start-up-Factory?

Anzeige

Wir wollten einen Campus schaffen, auf dem Start-ups die optimalen Bedingungen vorfinden, von der Gründung mit zwei Mann bis hin zum 200-Mitarbeiter-Unternehmen. Dafür haben wir die Bedürfnisse dieser Firmen genau untersucht und einen Ort geschaffen, von dem wir glauben, dass er Produktivität und Effizienz fördert. Und Spaß soll es auch machen hier zu arbeiten!

Wie unterscheiden sich Ihre Räume von normalen Büros?

Feste Büros mit Namensschildern an der Tür finden Sie bei uns keine, so etwas ist für Start-ups nicht relevant. Auch riesige Konferenzräume für fünfzehn, zwanzig Mitarbeiter braucht hier keiner, weil Meetings mit so vielen Leuten wenig produktiv sind. Stattdessen gibt es viele kleine Räume, um sich mit einer Handvoll Kollegen zurückzuziehen und sogar Ein-Mann-Ruhezonen für Skype-Konferenzen. Darin spiegelt sich die Arbeitsweise junger Unternehmen wider. Zudem haben wir auf eine möglichst gesunde Gestaltung Wert gelegt. Es gibt viele Möglichkeiten, den Arbeitsplatz zu wechseln, mal zu stehen, mal zu sitzen. Ich selbst arbeite jeden Tag an einem anderen Platz. Und das Loft-Gefühl sorgt hoffentlich für eine angenehme Arbeitsatmosphäre.

Start-ups gehen entweder schnell pleite oder sind so erfolgreich, dass sie immer mehr Räume brauchen für die steigende Zahl an Mitarbeitern. Wie richten Sie sich darauf ein?

Alle Mietverträge sind kurzfristig angelegt und flexibel gestaltet. Start-ups sollen bei uns wachsen dürfen, wir wollen sie so lange wie möglich bei uns haben, auch wenn sich ihre Mitarbeiterzahl alle paar Monate verdoppelt. Dann bekommen sie halt neue Räume dazu. Dafür sind zum Beispiel die Wände beweglich und Strom- und andere Versorgungsleitungen von Anfang an so gelegt, dass das alles problemlos machbar ist. Aber auch für kleine Gründer, die gerade anfangen, haben wir eine Lösung: Sie können sich einzelne Schreibtische im Co-Working-Space mieten.

Haben Sie weitere Pläne?

Ich kann mir vorstellen, dass wir das Berliner Haus als Vorbild nehmen, um in anderen Städten ähnliche Immobilien zu gestalten. Start-up-Zentren wie Barcelona oder Tel Aviv kämen dafür in Frage.

Was ist Ihr Lieblingsort in der Factory?

Das ist das neue Restaurant von Sternekoch Tim Raue im Erdgeschoss. Damit wir nicht nur Fast Food, sondern auch gesundes Essen bei der Arbeit zu uns nehmen.

 

factory, Simon Schaefer Simon Schaefer ist Partner der Berliner Angel- und Seed-Investmentgesellschaft JMES Investments und Gründer mehrerer Unternehmen. 2011 rief der die Start-up-Factory in Berlin ins Leben.
 
 

 

impulse-Magazin März 2015Mehr zum Thema: Wie Sie Büros klug gestalten und damit die Mitarbeitermotivation erhöhen, lesen Sie in der aktuellen impulse-Ausgabe 03/15.

Abonnenten erhalten die neueste Ausgabe jeden Monat frisch nach Hause geliefert. Und über die impulse-App für iOS- und Android-Geräte können Sie die neuen Ausgaben bequem auf Tablet oder Smartphone lesen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.