Gründung 5 Start-ups und ihre Geschäftsmodelle

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Parkroboter Ray soll in einem Parkhaus 60 Prozent mehr Autos unterbringen als Menschen, die ihr Fahrzeug selbst abstellen

Parkroboter Ray soll in einem Parkhaus 60 Prozent mehr Autos unterbringen als Menschen, die ihr Fahrzeug selbst abstellen© www.serva-ts.de

In Düsseldorf parkt ein Roboter Autos, in Österreich werden Lebensmittel in kühle Packstationen geliefert – fünf spannende Geschäftsideen.

1. Hier parkt die Maschine

Die stressige Suche nach einem freien Stellplatz im Parkhaus hat ein Ende. Zumindest wenn es nach den Gründern Leo Meirer, Rupert Koch und Cary Bellaflor aus Grabenstätt am Chiemsee geht. Dank ihres vollautomatischen Parksystems können Fahrer ihr Auto schon an der Einfahrt zum Parkhaus“Ray“ überlassen.“Ray“, der so ähnlich aussieht wie ein Gabelstapler ohne Fahrer (siehe Foto), ist ein patentierter und ausgesprochen wendiger Roboter, der das Fahrzeug erst vermisst, dann unter seine Fittiche nimmt und schließlich sicher zu einem exakt passenden Parkplatz bringt. Per App meldet sich der Fahrer bei“Ray“ an; das Abholen funktioniert genauso: Einfach per App die Abholzeit bestätigen, und schon bringt“Ray“ den Wagen wieder zum Ausgang. Die ferngesteuerten Roboter sollen bis zu 60 Prozent mehr Autos auf der gleichen Fläche parken können. Für die Idee wurde Serva Transport Systems 2013 für den Deutschen Gründerpreis nominiert. Einen ersten namhaften Kunden hat das 15-köpfige Team bereits beeindruckt: Am Düsseldorfer Flughafen ist das System schon installiert. Das Start-up schreibt schwarze Zahlen.

 

 

 

 


 

2. Packstation für Essen und Trinken
Schon viele Versuche sind gescheitert, Lebensmittel flächendeckend über das Internet zu verkaufen. Schließlich sind viele Menschen im Büro, wenn der Bote klingelt. Michael Reichelt will dieses Problem mit seinem Unternehmen Open Ideas lösen. Das Konzept hinter seinem Produkt Emmasbox: Lebensmittel sollen weiterhin im Netz bestellt, aber nicht an die Haustür geliefert, sondern selbst abgeholt werden –“genau wie bei einer DHL-Packstation“, sagt Reichelt. So kommt jeder zum Wunschtermin an seine Bestellungen. Damit die Nahrungsmittel nicht verderben, werden die Boxen gekühlt. Dank unterschiedlich kalter Modulfächer können Gefrierprodukte zusammen mit Brot oder Gemüse bestellt und getrennt gelagert werden. Bis September läuft Emmasbox in Kooperation mit dem österreichischen Einzelhändler Unimarkt im Pilotbetrieb. Anschließend sollen die ersten Abholstationen für Endverbraucher in Österreich aufgestellt werden. Für 2015 planen die Münchner den Markteintritt in Deutschland. Das Team, dessen Arbeit an der Uni begann, wird unterstützt vom Zentrum für Innovation und Gründung an der TU München und durch ein EXIST-Gründerstipendium gefördert.

 

 

 

 


 

3. Billiger buchen

„Der Deutsche bucht im Schnitt seinen Urlaub etwa einen Monat im Voraus“, sagt Carlos Borges.“Wenn sich danach ein günstigerer Preis für dasselbe Angebot am Markt bildet, hat der Kunde Pech.“ Deshalb haben Borges und seine Mitstreiter Gernot Supp und Arthur Kullnig vom Hotelbuchungsportal TripRebel ein System entwickelt, bei dem Urlauber von Preisschwankungen profitieren sollen. Sinken die Preise für ein bereits reserviertes Zimmer und der darin enthaltenen Leistungen bis zum Tag des Check-ins, wird die Buchung auf Basis eines ausgefeilten Algorithmus storniert und erneut abgeschlossen. TripRebel erhält in diesem Fall eine Provision einer großen Hotelsuchmaschine, die auch die Daten der über 200 000 Hotels bereitstellt, die über die Plattform buchbar sind. Finanziert haben das Hamburger Start-up Business Angels aus den USA, Belgien und den Niederlanden sowie der ehemalige CEO des Schreibwarenherstellers Montblanc, Lutz Bethge.

 

 

 

 


 

4. Azubi-App statt Berichtsheft

Azubis das Leben erleichtern will das Düsseldorfer Start-up Rothblud. Für die Berichtsheft-App gab es bereits den Innovationspreis in der Kategorie“IT/App-Best of 2014″ der Initiative Mittelstand. Anstatt jährlich ein neues Berichtsheft aus Papier zu kaufen, können Auszubildende die Smartphone-App nutzen, um rechtzeitig Einträge zu verfassen, zu bearbeiten und ihrem Vorgesetzten vorzulegen. Das Ganze gibt es in einer kostenlosen Version, die sich über Werbung finanziert, und in einer kostenpflichtigen Variante. Ausbildungsbetriebe können die App über ein Lizenzmodell werbefrei und mit eigenem Branding erwerben.“Egal ob Android oder iOS, die App funktioniert geräteübergreifend“, sagt Gründer Mike Bludau. 500 Vorlagen für Berichtshefte verschiedener Industrie- und Handelskammern sollen künftig verfügbar sein. Seit dem Start im März 2014 verzeichnet Rothblud über 2000 Downloads der Free-Version.

 

 

 

 


 

5. Mehr Geld für Mieter

Mietnebenkostenabrechnung – allein das Wort sorgt bei vielen Mietern für Ärger. Schließlich muss oft genug Geld nachgezahlt werden. Nicht immer zu Recht. Neun von zehn Abrechnungen, die das Berliner Start-up Mineko von seinen Kunden erhält, seien falsch, sagt Geschäftsführer Constantin Winkelmann. So stimmten Verteilungsschlüssel nicht, oder es würden Kosten aufgelistet, die gar nicht umlagefähig sind. Seit April prüfen Mietrechtsexperten auf dem Onlineportal Mineko Mietnebenkostenabrechnungen. Weder ein Abo noch eine Mitgliedschaft sind nötig. Wer den Service bucht, zahlt 39 Euro pro Fall und erhält innerhalb von 24 Stunden einen Prüfbericht, konkrete Tipps für das weitere Vorgehen und ein Anschreiben an den Vermieter.“Wir wollen schnell und unbürokratisch sein“, sagt Winkelmann.

 

  • Vorlaufzeit: 2 Monate
  • Startkapital: fünfstelliger Betrag
  • www.mineko.de

 

 

 


 

impulse-Magazin Oktober 2014Aus dem impulse-Magazin 10/14.

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