Gründung 5 Gründer und ihre Geschäftsmodelle

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Schluessel-Ideen

Eine Box für die Schlüsselübergabe, stabile Umzugskisten mit Abholservice und maßgeschneiderte Jeans: Diese fünf jungen Geschäftsideen sollten Sie kennen.

1. Maßgeschneiderte Jeans

Nachdem ihnen beim Shoppen mit Freundinnen aufgefallen war, wie frustrierend und mühsam ein Jeanskauf für die Damen sein kann, gründeten Informartiker Michael Berli und Maschinenbauer Andreas Guggenbühl zusammen mit der Berliner Designerin Elisabeth Joost Selfnation : Das Züricher Fashion-Start-up fertigt Jeans nach Maß für etwa 200 Euro pro Stück. Online geben Kunden ihre selbst genommenen Maße an, eigens entwickelte Algorithmen errechnen die kundenspezifische Schnittmuster – und machten jede Hose zu einem Unikat. Per 3-D-Visualisierung kann der Kunde entscheiden, welcher Hosentyp ihm am besten steht. Rund 2000 Nutzer haben die in Bayern oder in Tessin hergestellten Hosen aus italienischem Denim-Stoff bereits bestellt. Die lokale Produktion, kurze Transportwege und die eingesparten Kosten für Personal, Geschäft und Lager ermöglichen den relativ günstigen Preis. Sollte die Jeans doch nicht sitzen, kann sie zurückgegeben oder in einer lokalen Schneiderei auf Kosten von Selfnation geändert werden. 2014 wurden die Gründer von der schweizer Privatinitiative Venturekick mit 130.000 Franken gefördert und durften im Rahmen der Entrepreneur-Initiative Venturelab ihre Idee Investoren in New York vorstellen.

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2. Persönlicher Buchberater

Ein gutes Buch ist immer noch der Geschenk-Klassiker zu Geburtstagen. Doch worüber freut sich die Nichte? Den Weg in die Buchhandlung kürzt das Start-up- Mybook ab – und empfiehlt das passende Buch, ganz ohne Onlinealgorithmus. „Stellen Sie sich vor, Sie bekommen einen Buchtippt, passend zu Alter, Geschlecht und den Vorlieben des Patenkindes“, sagte Gründerin Antonia Besse. Über die Plattform empfehlen seit Oktober 2014 freih arbeitende Experten – darunter Bibliothekarinnen, Literaturstudenten und Lektoren – Bücher auf Basis eines vom Nutzer ausgefüllten Fragebogens. Die Empfehlung und der Versand des Buches sind gratis. Geld verdient Mybook am Verkauf der Bücher. Obwohl es schwer war, die Kollegen aus der Verlagsweelt von den Onlinespielregeln zu überzeugen, lief bis jetzt alles gut“, erklärt Besse, die früher Geschäftsführerin der Plattform Vorablesen.de war. Die Verlage Bonnier und Ullstein investieren bereits in Mybook, demnächst bietet der Dienst auch E-Books an. Noch ist ein Großteil der Kunden weiblich, ab 2016 will Besse auch die Männer gewinnen.

  • Vorlaufzeit: 1,5 Jahre
  • Startkapital: sechsstellig
  • www.mybook.de

 


 

3. Box für Schlüsselübergabe

Die eingefleischten Airbnb – Nutzer Ivan Palenik und Julie Berg waren es leid, komplizierte Schlüsselübergaben mit ihren Gäste zu verabreden. Ende 2013 entwickelten sie drshalb eine intelligente Schlüsselbox: Keydock. Seit Juni hängen 20 dieser Kästen mit Touch-Display und Chip-Reader in Berliner Cafés und Kiosken. Gastgeber aus der Nachbarschaft hinterlegen dort ihre Schlüssel mit Chip-Anhänger. Daraufhin erhalten Übernachtungsgäste eine Nachricht mit der Adresse der Box sowie eine einmal verwendbare PIN. Das Café Personal öffnet damit die für Gäste unzugängliche Box und überreicht den passenden Schlüsselanhänger. Bei der Abholung zahlt der Gast 4,90 Euro. Dieses Jahr soll die aufwendige Box-Technologie einer einfachen Tablet-App weichen, dann folgen Boxen in anderen EU-Städten. Gefördert wird das Start-up von You Is Now, dem Accelerator von Immobilienscout. 2015 soll der erste Gewinn verbucht werden.

 


 

4. Standort-Check

Auf der Suche nach einer Wohnung in Berlin – und die bitte schön verkehrstechnisch gut an die Uni angebuden und bezahlbar. Henning Hollburg, Student für Geoinformation, verzweifelte an dem stundelangen Herumklicken zwischen Wohnungsanzeigen, Googlemaps und den Berliner Verkehrsbetrieben – bis er sich Ende 2013 selbt eine Software baute, die alle Kriterien in einem Schritt misst. Sein Start-up Motion Intelligence verbindet Umgebungssuche mit Reisezeit- und Routenplanung sowie Standort-Visualisierung für Firmen und Institutionen, etwa um die Erreichbarkeit von Gewerbeimmobilien zu vergleichen. Rund um einen Ausgangspunkt werden sämtliche firmenrelevante Standorte sekundenschnell angezeigt. Je nach Auftrag können spezielle Features die Karte erweitern oder umgestalten. Für eine norwegische Regierungsorganisation entwickelte „IKT Innovativ“- Preisträger Hollburg damit eine interaktive Karte, die zeigt, wie weit man mit dem Fahrrad in 30 Minuten kommt.

 


 

5. Stabile Umzugskisten

Ob ein Umzug gut läuft, entscheidet sich oft an der Qualität der Transportkisten. Bei Gerrit Reinders lief es schlecht: Sein Karton riss. Um es anderen angenehmer zu machen, gründete der damalige Wirtschaftsprüfer 2013 Box at work. Das anfangs durch private Buisness Angels finanzierte Start-up ist Umzugshelfer und Selfstorage in einem. Es vermietet bis zu 400-mal verwendbare Plastikboxen mit Deckel für knapp 2 Euro pro Kiste und Woche. Die Lieferung und Rücknahme der Boxen übernehmen fest angestellte Fahrer innerhalb von 24 Stunden kostenlos. Gepackte Umzugsboxen können für rund 4 Euro je Box im Monat eingelagert werden, der Kunde bezahlt dabei nur die tatsächlich benötigte Fläche. Verwalten kann der Nutzer den Dienst via Onlineaccount.

 
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