Gründung Start-up „Marley Spoon“: zurück an den Herd

Fabian Siegel , Co Gründer des Bezahldienstes Click-and-Buy und ehemals Partner von Global Founders Capital

Fabian Siegel , Co Gründer des Bezahldienstes Click-and-Buy und ehemals Partner von Global Founders Capital © Werner Schuering für impulse

100 Tage zwischen Gründung und Launch der Website, im nächsten Jahr soll es schon auf den ersten Auslandsmarkt gehen: Man merkt, dass Fabian Siegel nicht zum ersten Mal gründet. Anfang 2013 wechselte er auf die Investorenseite – aber hielt es dort nicht lange aus.

Seit letztem Donnerstag kann man auf Ihrer Website Marley Spoon Lebensmittelboxen bestellen. Wie war der Start?

Das war so eine Art Softlaunch, also in den Sommerferien, weil wir es langsam angehen lassen wollten. Aber bis jetzt waren die Reaktionen positiv.

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Sie haben schon einige Unternehmensgründungen hinter sich und sind dann letztes Jahr umgestiegen aufs Investieren. Warum sind Sie wieder zurückgewechselt?

Im letzten Jahr habe ich zusammen mit Oliver Samwer den Global Founders Capital geleitet. Wir haben weltweit in 20 Firmen investiert. Das war sehr interessant und ich habe tolle Gründer kennengelernt. Aber ehrlich gesagt: So schön war das dann doch nicht für mich. Anderen Leuten Geld geben, das ist nicht so spannend. Mir hat es gefehlt, Teil eines Gründerteams zu sein. Wenn ich mich an die Zeit von Lieferheld zurückerinnere und an die enge Zusammenarbeit im Team Europa, das hat mir gefehlt. Und deshalb wollte ich wieder gründen. Anfang des Jahres hatten wir dann die Idee.

Mit den Zutaten aus jeder Box kann man ein bestimmtes Gericht von Ihrer Website nachkochen. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Wir wollen kochen wieder in den Alltag bringen, weil das oft zu kurz kommt. Wenn ich in den Supermarkt gehe, dann kaufe ich immer die gleichen Sachen ein und koche auch immer die gleichen fünf oder sechs Gerichte. Wir richten uns nicht primär an Familien, sondern an Paare. Wir wollen weniger den Supermarkt ersetzen, sondern das Restaurant.

Wie funktioniert die Bestellung?

Man bekommt bei uns jede Woche sieben Gerichte, die jede Woche wechseln. Wir haben drei Köche festangestellt, andere arbeiten freiberuflich für uns. Man sucht sich das Gericht aus und wie viele Portionen man haben möchte. Dann bekommt man die Rezeptkarte und die Lebensmittel nach Hause geschickt, in der passenden Abmessung. Und dann muss man alles einfach nur zusammenkochen.

Marley Spoon schickt alle Lebensmittel für ein Rezept passend abgemessen

Marley Spoon schickt alle Lebensmittel für ein Rezept passend abgemessen© Marley Spoon

Das Konzept gibt es als Ladengeschäft ja durchaus schon. Was ist bei Ihnen anders?

Wir können die Zutaten so einkaufen, wie wir sie verkauft haben. Anders als bei Ladengeschäften oder Supermärkten wird bei uns nichts weggeworfen. Momentan produzieren wir die Boxen zweimal die Woche. Wir können also zum Beispiel bis Montagabend, 24 Uhr, bestellen und Dienstagmorgen um 6 Uhr kommt die Ware von den Lieferanten. Wir bekommen genau die Mengen, die wir bis Montagabend verkauft haben. Die Ware wird umverpackt und geht am gleichen Tag wieder raus und ist 24 Stunden später deutschlandweit verfügbar.

Aber bei Ihnen kommen ja noch die Kosten für Verpackung und Versand dazu. Rechnet sich das?

Das sind schon Extrakosten. Auf der anderen Seite müssen wir die ganzen Standorte nicht anmieten und betreiben. Wir waren mit der Website auf einen Schlag deutschlandweit verfügbar. Für mich war es aber ganz wichtig, dass es so etwas schon gibt. Weil mir das zeigt, dass die Deutschen das Konzept gut finden.

Was kostet die Lebensmittelbox?

12 Euro pro Person. In den nächsten Monaten werden wir noch so eine Art Membership einführen. Die kostet zehn Euro pro Monat, dafür kostet dann jede Portion auch nur zehn Euro und der Versand ist kostenlos.

Wer packt die Boxen?

Die Produktion ist ausgelagert in einen lebensmittelkonformen Produktionsbereich, im Umkreis von Berlin. Aber wir machen das schon selbst. 80 Prozent der Produkterfahrung unserer Kunden ist nicht unsere Website oder unsere iPhone App, sondern wenn sie die Box auspacken. Deswegen machen wir das selbst. Unser Büro ist aber schon ein klassisches Großraumbüro – allerdings mit großer Küche.

 

Marley Spoon
Im Mai sind Fabian Siegel und Till Neatby mit 1,5 Millionen Euro Kapital gestartet. Das Geld hatten sie bei Bekannten und Freunden eingesammelt. 14 Mitarbeiter arbeiten für sie. Das Unternehmen verschickt Boxen mit Rezepten und fertig abgemessenen Lebensmitteln. Fabian Siegel ist Seriengründer in Berlin. Er gründete unter anderem den Bezahldienst Click and Buy und Lieferheld.

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