Gründung TV-Auftritt: „Man unterschätzt die Folgen einer Live-Show“

Bei "Die Höhle der Löwen" hoffen auch Marvin Metzke (27) und David Hagenkötter (26) von Crispy Wallet auf das Geld der Jury.

Bei "Die Höhle der Löwen" hoffen auch Marvin Metzke (27) und David Hagenkötter (26) von Crispy Wallet auf das Geld der Jury.© VOX/Sony Pictures

Die eigene Geschäftsidee präsentieren und das vor laufender Kamera: davon können Gründer selbst dann profitieren, wenn sie kein Geld von Investoren bekommen. Warum? Das erklärt Gründerin Verena Delius im impulse-Interview.

Die eigene Geschäftsidee anschaulich und in wenigen Minuten präsentieren – schon das ist für viele Gründer eine Herausforderung. In der neuen Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ stellen sie ihr Unternehmen zudem vor laufender Kamera und einem Millionenpublikum vor (die erste Folge sahen 1,77 Millionen Menschen). Die Unternehmerin Verena Delius hat 2012 an einer Politik-Talkshow teilgenommen und sagt, dass Gründer sich ihren TV-Auftritt ganz genau überlegen sollten.

impulse: Seit dieser Woche gibt es mit „Die Höhle der Löwen“ eine Start-up-Show im deutschen Fernsehen. Wie schätzen Sie die Chancen eines solchen Formats ein?
Verena Delius: Ich kann mir gut vorstellen, dass das ein spannendes Format ist. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie groß die Zielgruppe ist. Für viele ist es schon sehr abstrakt, ein Start-up zu gründen. Wenn man in Berlin wohnt, denkt man, die ganze Welt dreht sich um Start-ups. Aber wenn man woanders wohnt, kommt man auch ganz gut ohne klar. Deswegen bin ich sehr gespannt, wie die Einschaltquoten sind und wie viele Menschen das wirklich interessiert.

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Von anderen Castingshows weiß man, dass die Gewinner nach den Sendungen wieder schnell aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden. Kann das den Gründern nicht auch passieren?
Das stimmt, aber am Anfang zählt jede Aufmerksamkeit. Ein Start-up hat wenig Geld und das Produkt ist ganz neu am Markt. So eine Sendung ist in erster Linie kostenloses Marketing. Und dann muss sich Qualität durchsetzen. Die Sendungen werden nicht dazu führen, dass sich irgendwelche Produkte, die niemand braucht, langfristig am Markt etablieren. Sondern sie werden einen anfänglichen Aufmerksamkeitspush geben. Und den gilt es dann zu nutzen.

Sehen Sie die Gefahr, dass man seine Idee zu früh vor großem Publikum verrät?
Das sehe ich ganz unkritisch. Wenn eine Idee so banal ist, dass halb Deutschland sie nachbauen kann, dann wird sie keinen Erfolg haben. Ich sehe das eher so: Diejenigen, die ihre Idee teilen, können eigentlich nur gewinnen. Denn sie bekommen schon am Anfang viel Marktfeedback, von der Jury und auch von den Zuschauern. Da wird man sehr schnell merken, ob ein Produkt nachgefragt wird oder nicht. Es könnte noch problematisch sein, dass eine komplexe Idee einfach und fernsehtauglich rübergebracht werden muss.

Was erhoffen Sie sich von einer Sendung über Start-ups in Deutschland?
Unternehmensgründungen sind noch ein kleines Pflänzchen in Deutschland. Da schadet es nicht, wenn das jungen Leuten übers Fernsehen näher gebracht wird. Vielleicht relativiert eine solche Sendung die Hemmschwelle des Gründens.

Was ist die Schwierigkeit für die Teilnehmer der Show?
Man unterschätzt, welche Folgen eine Live-Show im Fernsehen hat. Ich habe das auch einmal gemacht und erst danach gemerkt, auf was ich mich da eigentlich eingelassen hatte. Man muss schon eine sehr dicke Haut haben. Es wird sicherlich den ein oder anderen in dieser Sendung überraschen, was sie später auf Twitter, Facebook und Co über sich lesen.

 

Verena_100

Verena Delius ist Co-Gründerin von Fox and Sheep, einem digitalen Verlag, der Apps für Kinder entwickelt und vermarktet.
 
 

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