Gründung Warum gibt es eigentlich keine Software …?

Manchmal bräuchte man im Büro eine Dechiffriermaschine. (Im Bild: eine Dechiffriermaschine aus dem Zweiten Weltkrieg, ausgestellt im Spionagemuseum in Langley, USA. Mit ihr wurden schwer knackbare Codes übermittel.)

Manchmal bräuchte man im Büro eine Dechiffriermaschine. (Im Bild: eine Dechiffriermaschine aus dem Zweiten Weltkrieg, ausgestellt im Spionagemuseum in Langley, USA. Mit ihr wurden schwer knackbare Codes übermittel.)© picture-alliance / z03/ZUMAPRESS.com

... die übersetzt, was Kreative und Kaufleute einander sagen wollen? Wäre nicht auch Ihr Alltag leichter, wenn Sie die Mails von IT-Programmierern künftig ohne Lexikon verstehen könnten, fragt sich unsere stellvertretende Chefredakteurin Antonia Götsch.

Es gibt Sätze, die lösen eine heftige körperliche Abwehrreaktion in mir aus. Zum Beispiel: „Bis zum GF-Meeting werden wir unsere innovativen Ideen sauber in ein agiles Projekt entwickelt haben.“ Oder: „Dieser Fehler ist in aktuellen Versionen gefixt.“ Ich möchte übrigens auch nichts „heben“, „aufsetzen“ oder „aufgleisen“, „einzahlen“ und schon gar nicht „liefern“.

So antworte ich auf solche Emails – allein aus Trotz – mit „Jupp“, „klingt sexy“ oder „Okidoki. Over and out.“ Formulierungen, die auf der anderen Seite mutmaßlich ebenfalls Verstörung, schlimmstenfalls körperliche Beschwerden auslösen.

Anzeige

Angefixt und aufgegleist

Fakt ist: In jedem Unternehmen gibt es unterschiedliche Sprachcodes – auch bei uns. Ein Kaufmann oder eine Kauffrau äußern sich meist anders als ein Journalist. Sie haben unterschiedliche Fächer studiert (in Klischees gesprochen treffen hier 14 Semester Genderforschung auf einen internationalen Master in BWL). Sie haben unterschiedliche Alltagsprobleme und Herausforderungen, die sie lösen müssen.

Das ist völlig normal und nahezu unvermeidbar. Denken Sie mal an Ihr Team: Der Controller ist mutmaßlich ein ganz anderer Typ Mensch als der Marketingexperte zwei Zimmer weiter. Von IT-Experten gar nicht erst zu reden. Oder wie verstehen Sie folgenden Satz?: „Alle auf diesem Hypervisor befindlichen VMs wurden automatisch auf anderen Hypervisoren neu gestartet. Im Zuge dieses Ausfalls sind auch einige System-VMs in einem unklaren Zustand gewesen.“ Ich für meinen Teil bleibe da selbst in deutlich unklarem Zustand zurück.

Mit Wortgirlande oder ohne?

Wie traumhaft schön wäre diese Bürowelt, wenn mein Email-Programm solche Wortwechsel einfach übersetzen würde. Auf die Idee brachte mich die Mail einer Kollegin, die mir auf einen Themenvorschlag in zwei Versionen antwortete. Erstens: „Liebe Antonia, danke für deinen Vorschlag. Ich finde das Thema äußerst motivierend und inspirierend. Leider haben wir gerade einen Engpass, werden deinen Vorschlag aber mit in das nächste GF nehmen. Feedback dann in 4 Wochen.“ Die zweite Version: „Nö, ist total langweilig.“

Stellen Sie sich vor, wie viel Zeit und Nerven Sie sparen könnten, wenn Ihr Computer wüsste: Mögen Sie es gerne höflich oder nicht, mit Wortgirlande oder ohne. Beschäftigen Sie sich in Ihrer Freizeit mit Programmiersprache? Wer könnte eine solche Software programmieren? Gibt es so etwas schon? Und welche Sprachen müsste diese bei Ihnen im Büro übersetzen?

Ich freue mich auf Ihre Ideen (am besten hier in den Kommentaren oder auch per Mail oder Twitter)!

1 Kommentar
  • Lemmy 1. März 2015 14:43

    Warum gibt es eigentlich nicht….Antworten auf ihre Fragen ? Interessante Denkanstöße, aber wohl für die Leser nicht kommentarwürdig. Eigentlich schade.
    Zum Thema:
    Fragen Sie sich mal selbst, wer will diese Software wirklich? Die schonungslos offenbart, das 90% des Mailverkehrs aus Worthülsen, Satzmüll und ähnlichem besteht. Die zeigt, das der Sinn dieser Mails darin besteht, die Arbeitszeit irgendwie rumzubringen, weil man sonst nichts sinnvolles zu tun hat. Genau wie mit Meetings, Flowcharts, Powerpoint-Presentationen. Oder um mal im journalistischen Bereich zu bleiben, im zigsten copy and paste erstellten Artikel im Onlinemagazin.
    Wäre die Arbeitswelt mit einem Zwang zu sinnvoller und produktiver Tätigkeit verbunden, hätten wir Millionen Arbeitslose mehr.
    Aber so funktionert das Spiel halt, weil alle mitspielen.
    Und warum ich ihren Artikel erst nach Monaten kommentiere:
    “ Nach dem intensiven Checkout Ihres Artikels habe ich in einem Think-Thank mittels investgativer insource Recherche einen Comment produced, der das inspirierende Thema in positiver Korellation zwischen uns liked. Insistieren Sie dieses, sollten wir uns in einem Brainstorming in time commuten. Bitte remailen Sie mich für weiteres, ich werde Sie gerne recommenten, sobald meine Timeline dies zulässt.”
    Oder
    “ ich hab Ihren Artikel verpennt, fand ihn aber doch noch ganz interessant um einen Kommentar abzulassen. Wenn Sie wollen, antworten sie mir, wenn ich Lust habe, schreibe ich zurück.„
    Na, alles klar ?
    Grüsse, Lemmy

    PS, aus dem Artikel um die Verpackung ist wohl auch nichts mehr geworden… schade

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.