In eigener Sache Erfolgsbilder: „Jetzt müssen wir sie nur noch umsetzen“

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  • Nikolaus Förster
Aus dem impulse-Visioning-Seminar.

Aus dem impulse-Visioning-Seminar.© impulse

Premiere für die impulse-Akademie: Wochenlang hatten wir unsere Visioning-Seminare vorbereitet. Jetzt fand der erste Kurs statt. Binnen anderthalb Tagen erlernten die Unternehmer die Technik der Erfolgsbilder – und waren erstaunt, was sich beim Akt des Schreibens alles klärt.

Mir geht es ja auch so: Scheinbar unendlich viele Gedanken schießen mir durch den Kopf, mal drängt sich der eine nach vorne, mal gelingt es einem anderen, sich breit zu machen – ein ständiges Hin und Her, ein Auf und Ab. Alltag. Nichts Besonderes (für Meister im Verzetteln). Aber auch nicht immer erstrebenswert – erst recht nicht, wenn es darum geht, sich darüber klar zu werden, welchen Weg man eigentlich einschlagen möchte, wenn man ein Unternehmen neu ausrichtet. Und sich nicht im Klein-Klein verlieren möchte.

Gerade in Zeiten des Umbruchs – und den gibt es nicht nur in der Medienbranche – ist es wichtig, eine klare Strategie zu haben. Mal-hü-mal-hott-Entscheidungen führen da nicht weiter. Ich bin zumindest äußerst froh, dass wir uns Anfang 2014 ausreichend Zeit genommen haben, um uns mit der Technik des Visioning über unsere Strategie im Klaren zu werden und ein eigenes Erfolgsbild zu schreiben: „impulse 2020“ heißt der Text, der damals entstand (und in dem auch die Akademie, die wir jetzt gegründet haben, bereits beschrieben wurde). Damals schulten wir das gesamte Team. Vor ein paar Wochen gab es auch für die Kolleginnen und Kollegen, die seitdem zum impulse-Team gestoßen sind, ein Visioning-Workshop.

Jetzt haben wir die Technik der Erfolgsbilder erstmals Externen vermittelt, im ersten Seminar der impulse-Akademie. Sechs Teilnehmer waren dabei – von zwei Einzelkämpferinnen, einer Grafikerin und einer Kommunikationsberaterin, über den Gründer eines IT-Unternehmens und den Geschäftsführer einer Manufaktur bis zum Chef eines Kaffeebarausstatters und der Geschäftsführerin eines Maschinenbauunternehmens.

Es machte Spaß, wieder einmal in die Rolle eines Dozenten zu schlüpfen (wie im Studium, als ich Gruppen nach London, Dublin und Belfast begleitete) und ein Thema über Tage hinweg vertiefen zu können, was bei journalistischen Recherchen ja oft nur begrenzt möglich ist. Vor allem aber machte es Spaß, weil sich von Anfang an zeigte, wie einfach sich die Technik des Visionings vermitteln lässt und wie schnell sie zu neuen Erkenntnissen, einer ungeahnten Klarheit führen kann.

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Nach der ersten Hot-Pen-Übung (bei der man sich dazu zwingt, in einem Zug handschriftlich etwas niederzuschreiben, egal was gerade in den Kopf kommt) sagte eine Teilnehmerin: „Erstaunlich: In dem Moment, in dem ich schrieb, habe ich all das genau vor mir gesehen. Ich habe die Geräusche der Maschinen gehört, das Öl gerochen und habe gespürt, wie sich die Situation anfühlt.“ Aber es ging nicht nur um Szenen und Beobachtungen. Die Unternehmerin war selbst überrascht, welche Klarheit sich durch den Prozess des Schreibens (und durch ein paar andere Übungen) einstellte. Während man bei vielen traditionellen Strategiediskussionen sehr stark über den Kopf geht, ausgehend von der gegenwärtigen Situation (und all den Beschränkungen) nach vorne schaut, bringt einen die Technik des Visioning dazu, auch seine Emotionen und Werte stärker einzubeziehen. So entsteht ein Zukunftsbild, das einem im Innersten sehr viel mehr entspricht – und damit auch größere Chancen hat, gemeinsam mit einem Team erfolgreich umgesetzt zu werden.

Wichtig ist, dass solch ein Erfolgsbild auch zu Papier gebracht wird – und damit einen verbindlicheren Charakter erhält. Nur: Nicht jeder Unternehmer fühlt sich wohl dabei, einen Text zu schreiben (es ist ja eher selten der Fall, dass Journalisten auch Unternehmer sind…). Dennoch war es erstaunlich, was die Teilnehmer in kurzer Zeit zustande brachten. Für das nächste Mal werde ich aber noch ein paar Tipps ausarbeiten, wie sich Texte noch anschaulicher formulieren lassen. Denn ein gutes Erfolgsbild, das ja auch – als Managementinstrument – Mitarbeiter begeistern soll, lebt nicht nur von Inhalten, sondern auch von der Art und Weise, wie es aufgeschrieben ist. Die nächsten Teilnehmer werden also noch ein paar journalistische Kniffe erfahren. Kann ja nicht schaden. (Mehr Infos unter www.impulse.de/akademie; die nächsten Termine: 10./11. April, 8./9. Mai, 26./27. Juni, 10./11. Juli)

Positiv wurde aufgenommen, dass die Inhalte nicht von Beratern, sondern von richtigen Unternehmern vermittelt wurden, in dem Fall von Co-Geschäftsführer Stephan Kowalski (der ja – vor der Akademie – schon mehrere andere Firmen gegründet hatte) und mir. So war es möglich, sich offen auf Augenhöhe auszutauschen. Es habe ihm gut getan, zu sehen, dass andere Unternehmer mit ähnlichen Problemen und Zweifeln kämpfen, sagte ein Unternehmer, der die Offenheit der Teilnehmer herausstrich. Am Ende des Seminars hatte jeder zwei eigene Erfolgsbilder geschrieben. „Der persönliche Nutzwert ist groß“, schrieb uns eine Unternehmerin nach der Veranstaltung. Zugleich, so das einhellige Feedback, gehe es jetzt aber erst richtig los – mit der Umsetzung konkreter Schritte in der eigenen Firma.

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