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Digitale Bildung „Tablet-Wischen ist nicht Digitalisierung“

  • Serie
Ein bisschen auf dem Smartphone wischen können schon die Kleinsten. Aber reicht das? Internetunternehmer Hubertus Porschen fordert, dass die digitale Welt endlich Einzug in den Schulunterricht nimmt - von Programmiersprachen bis zu den Funktionsweise von Apps.

Ein bisschen auf dem Smartphone wischen können schon die Kleinsten. Aber reicht das? Internetunternehmer Hubertus Porschen fordert, dass die digitale Welt endlich Einzug in den Schulunterricht nimmt - von Programmiersprachen bis zu den Funktionsweise von Apps.© adina80xx / Photocase.de

Deutsche Schulen schließen Kinder von der Digitalisierung systematisch aus, beklagt Hubertus Porschen. In seinem Kommentar erklärt der Internetunternehmer, was Schüler dringend lernen müssten.

Deutschland braucht dringend ein Upgrade. Ein Upgrade 2.0 oder eine Agenda 2030. Weg von bloßer Sicherungs- und Umverteilungspolitik – hin zu Digitalisierung, Innovation und Wachstum. Wir müssen aus dem Dornröschenschlaf des letzten Jahrzehnts aufwachen und für die Zukunft unsere Muskeln aufbauen, damit wir kraftvoll die digitale Welt umarmen können.

Selbstverständlich, im Privaten haben wir verstanden, dass der digitale Wandel unsere Welt verändert hat und weiter verändern wird. Deutsche Unternehmen verstehen es zunehmend und passen sich an. Doch unsere Kinder, unsere Wirtschaftskraft von morgen, schotten wir ab von den tiefgreifenden Veränderungen, die sie ihr ganzes Leben begleiten werden. Denn: Mit der Schwelle zum Klassenzimmer ist Schluss mit der digitalen Welt für unsere Kinder. Das deutsche Bildungssystem ist geprägt von Unbeweglichkeit, IT-Unkenntnis und Investitionsmangel.

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„Digitalpakt“ verblüfft, anstatt zu überzeugen

Geradezu erfrischend schien da für viele der Vorstoß von Bundesbildungsministerin Wanka, WLAN und Computer an alle Schulen zu bringen. Um ehrlich zu sein, ich bin davon ausgegangen, dass unsere Schulen längst ans Netz angeschlossen sind. So kann man sich täuschen.

Diese Infrastruktur ist lediglich eine Grundvoraussetzung dafür, dass unser Bildungssystem mit der digitalen Gesellschaft Schritt hält. Das darf nicht fünf Jahre lang dauern, wie der Pakt vorsieht. Kurzum: Der Schritt ist längst überfällig, sinnvoll, aber er reicht bei Weitem nicht. Den „Digitalpakt“ mit Leben zu erfüllen, bedeutet nicht nur die entsprechende Infrastruktur bereitzustellen, sondern vor allem Lehrinhalte und Lehrmethoden grundsätzlich für das digitale Zeitalter umzustellen. Wir sollten den Ansporn haben, von reinen Konsumenten zu Produzenten des Wissens zu werden.

Jeder muss Python oder PHP lernen können

Unsere Wirtschaft wird in Zukunft händeringend Digitalexperten brauchen, die die vernetzte Welt mit ihren komplexen Anforderungen verstehen und Informationen als wichtige Ressource nutzen können. Dazu müssen wir unseren Schulkindern auch mehr Selbständigkeit sowie Fähigkeiten zur Problemlösung und kritischem Denken mit auf den Weg geben. In den nächsten Jahren wird es darum gehen, die begonnene Umgestaltung weg vom Frontalunterricht hin zu mehr Individualität und kreativem Unterricht mit Bezug zur digitalen Praxis auszubauen.

Es wird nicht mehr ausreichen, dass unsere Kinder ein Tablet bedienen können. Tablet-Wischen ist nicht Digitalisierung. Unsere Schüler sollen lernen, wie eine App funktioniert, welche Programmiersprachen es gibt und welche Bedeutung Daten heute haben. Wir brauchen zum Beispiel Fähigkeiten und Kompetenzen in Big Data, Profiling oder Targeting. Jeder muss Python, Java oder PHP lernen können und auch in anderen Unterrichtsfächern mehr darüber erfahren, wie unsere digitale Welt entstanden ist und wie sie unser Leben verändert. In Zeiten von Chatbots und Live-Streaming aus dem Kinderzimmer ist dabei auch die Vermittlung von Medienkompetenz ein wichtiger Baustein.

Welt wird nie wieder so langsam sein wie heute

Wir leben in einer Zeit zunehmender Beschleunigung – unsere Welt wird nie wieder so langsam sein wie heute. Ich plädiere dafür, die Herausforderung anzunehmen, die digitale Welt kräftig zu umarmen und ihre Chancen zu nutzen. Lasst uns das Bildungssystem von analog auf digital umstellen, Informatik in den Klassenzimmern einführen und entschlossen und kreativ die Zukunft gestalten.


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