Gebrauchte Hardware kaufen Secondhand-IT: Das ist doch noch gut!

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Von wegen reif für die Tonne: Wenn Sie gebrauchte Hardware kaufen, können Sie viel Geld sparen.

Von wegen reif für die Tonne: Wenn Sie gebrauchte Hardware kaufen, können Sie viel Geld sparen.© Photographee.eu / Fotolia.com

Wer gebrauchte Hardware kauft, kann viel Geld sparen. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie sich für gebrauchte Laptops, Drucker oder Telefone entscheiden.

Ältere Technik ist oft lange konkurrenzfähig – vor allem beim Preis. Gerade für Gründer und kleine Unternehmer ist es häufig attraktiv, mit Secondhand-Geräten Geld zu sparen. Wir zeigen, worauf es beim Kauf von gebrauchter Hardware ankommt.

Garantie auf Altgeräte prüfen

Geschäftskunden bekommen vom Verkäufer Gewährleistung – es sei denn, sie reduzieren die Gewährleistungsfrist im Kaufvertrag oder verzichten ganz darauf. Falls für ein gebrauchtes Gerät zusätzlich noch eine Herstellergarantie existiert, erwerben Käufer diese in der Regel für einen Aufpreis zusammen mit der Hardware. „Der Hersteller muss auch die Ansprüche eines zweiten Besitzers akzeptieren, sofern dieser im Besitz der Garantie-Unterlagen ist“, betont Timo Schutt, IT-Fachanwalt aus Karlsruhe.

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Professionelle Refurbisher bieten ihren Kunden gegen Aufpreis häufig zusätzlich Garantien auf gebrauchte und aufbereitete Geräte an.

Secondhand-Geräte installieren

Kauft ein Unternehmer bei einer Firma, die ansonsten mit PC-Handel nichts zu tun hat, kann er keinen technischen Service wie eine Installation erwarten. „Professionelle Telefonanlagen von Siemens oder Alcatel kann ein kleiner Mittelständler in der Regel nicht allein konfigurieren“, sagt Arnulf Treu, der über seine Firma Averus mit gebrauchten Telefonanlagen handelt. Die Einrichtung ist bei Profis wie ihm im Preis mit drin, bei Problemen können Kunden die Support-Hotline anrufen.

Bei Telefonanlagen gilt: Wer wachsen will, sollte gebrauchte Geräte kaufen, für die noch Software-Lizenzerweiterungen und Updates veröffentlicht werden, rät Treu. „Das sollte man sich im Zweifel schriftlich geben lassen.“ Betriebe ohne Expansionspläne könnten aber oft auf Aktualisierungen verzichten. „Solche Anlagen sind dann enorm günstig“, sagt Treu.

Abschreibungen übernehmen

Generell gilt: Kaufen Unternehmer gebrauchte, wiederaufbereitete Laptops, Server oder Telefonanlagen, die jünger als drei Jahre sind, hat der Verkäufer die Geräte in der Regel noch nicht voll abgeschrieben. „Der Käufer kann dann über die Restnutzungsdauer abschreiben“, sagt Steuerberater Hannes Sennewald.

Beim Kauf eines voll abgeschriebenen Geräts gibt es mehrere Möglichkeiten: Liegt der Preis unter 410 Euro netto, können die Kosten als geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) sofort voll geltend gemacht werden. „Darüber schreibt man das Gerät über eine neu geschätzte wirtschaftliche Nutzungsdauer ab“, sagt Sennewald. Bei Laptops sind das normalerweise drei Jahre, bei Telefonanlagen bis zu zehn.

Gebrauchte Hardware finden

Diese Anbieter kaufen und verkaufen Hardware aus zweiter Hand:

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3 Kommentare
  • Joe 27. Oktober 2015 15:28

    Guter Artikel!

    Ich habe das mit der Gewährleistung allerdings anders im Kopf: Es gibt im B2B-Bereich keine gesetzliche Gewährleistungspflicht- es sei denn sie wurde vom Verkäufer vorher festgelegt, egal ob gebraucht oder neu. Anders sieht es im Endkundengeschäft aus. Hier muss der Verkäufer eine gesetzliche Gewährleistungspflicht von einem Jahr einräumen.

    • Angelika Unger 28. Oktober 2015 15:09

      Hallo Joe,

      danke für den Hinweis. Wir werden den Autor kontaktieren und ihn bitten, das zu prüfen.

      Herzliche Grüße
      Angelika Unger vom impulse-Team

    • Angelika Unger 2. November 2015 10:28

      Lieber Joe,

      hier die Antwort unseres Autors nach Rückfrage bei Rechtsanwalt Timo Schutt, der sich auf juristische Fragen rund um IT und Internet spezialisiert hat. Es DENKEN alle, dass es im B2B keine gesetzliche Gewährleistung gibt. Stimmt aber SO nicht: Man kann sie zwar unter Kaufleuten vertraglich ausschließen oder reduzieren (das geht im B2C, also von Kaufmann zu Privatkunde, nicht). Da praktisch jeder Händler, der einigermaßen bei Trost ist, bei gebrauchter Ware im Vertrag die Gewährleistung zu seinen Gunsten regeln wird, entsteht der Eindruck: Im B2B gibt es keine Gewährleistung. Aber falls man das Thema eben NICHT regelt, gelten die gesetzlichen Regelungen.

      Herzliche Grüße vom impulse-Team!

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