Handynetz im Zug „Es konnte keine Verbindung aufgebaut werden“

Die Qualität der Mobilfunknetze im Zug hat Stiftung Warentest verglichen.

Die Qualität der Mobilfunknetze im Zug hat Stiftung Warentest verglichen.© nito / Shutterstock.com

Ein dringender Anruf und schon wieder kein Empfang? Die Stiftung Warentest hat das Handynetz in Zügen verglichen. Das Ergebnis: Schlecht sind sie alle - aber einige sind schlechter als andere.

Wer im Zug telefonieren, eine E-Mail abschicken oder surfen möchte, braucht gute Nerven. Was viele Reisende aus leidvoller eigener Erfahrung kennen, hat nun die Stiftung Warentest bestätigt: Die Tester prüften den Handyempfang von Telekom, Vodafone, O2 und E-Plus auf Autobahnen und Landstraßen, in Städten und in Zügen.

Das Ergebnis: Nirgendwo ist der Empfang so schlecht wie im Zug. Jeder dritte Anruf scheitert oder das Gespräch bricht wegen Störungen oder schlechter Sprachqualität ab. Am besten von den vier Anbietern schnitt ganz knapp O2 ab: 73 Prozent der Sprachverbindungen im Zug waren gut nutzbar, bei der Telekom nur 70 Prozent. Zum Vergleich: In den Städten liegt bei der Telekom die Erfolgsrate bei Telefonaten bei 97 Prozent.

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Auch der Rufaufbau im Zug fordert Geduld bei den Kunden: Laut Stiftung Warentest dauert es zehn bis elf Sekunden, bis sich das angerufene Handy meldet. Das sei eine Nebenwirkung des eigentlich erfreulichen Ausbaus der Datenfunktechnik LTE für schnelle Internetverbindungen: Zum Telefonieren eigne sich die Technik kaum, weshalb Smartphones auf ältere GSM- oder UMTS-Netze umschalten müssen – und das kostet Zeit.

Surfprobleme im Zug

Hängende Webseiten statt schnellem Surfen: Wie das Telefonieren ist auch das Internetsurfen im Zug kein Vergnügen. Bei der Telekom dauert es im Schnitt sechs Sekunden, bis eine Webseite wie Facebook oder Spiegel Online geladen ist, bei Vodafone 6,5 Sekunden und bei O2 rund 7 Sekunden. Schlusslicht E-Plus benötigt sogar acht Sekunden. Zum Vergleich: In Innenstädten benötigt die Telekom 4,5 Sekunden.

Generell gilt: Anbieter, die mit dem LTE-Ausbau am weitesten sind, profitieren. Durch die Technik entlasten sie die überfüllten UMTS-Netze und können schneller auf Anfragen vom Smartphone reagieren. In Deutschland sind dies die Telekom und Vodafone. Sie erreichen damit noch die Note Befriedigend für das Internet im Zug, während O2 und E-Plus nur mit Ausreichend abschneiden.

WLAN im Zug als Alternative?

Für Bahnkunden können die lokalen WLAN-Funknetze eine Hilfe sein. Wer in der ersten Klasse reist, kann den Service der Deutschen Bahn kostenlos nutzen. Die Internet-Investition für Bahnfahrer in der zweiten Klasse könnte aber erfolglos und ärgerlich zugleich sein. Denn auch beim Bord-WLAN gibt es noch Verbesserungsbedarf: Es baut die Internetverbindung über das Mobilfunknetz auf – und das funktioniert nicht überall.

Der Testsieger

Neben den Mobilfunknetzen im Zug wurden auch für Städte und Straßen die Verbindungen untersucht. Insgesamt die besten Noten gaben die Tester der Telekom. Sie punktet mit der besten Sprachqualität und der höchsten Erfolgsrate – in Städten sowie außerhalb. Vodafone belegt den zweiten Platz, da Datenverbindungen etwas häufiger nicht zustande kommen und etwas langsamer sind – besonders im Zug. Wegen der guten Netzqualität in Städten belegt O2 den dritten Platz. E-Plus hat noch Aufholbedarf: Zwar gehört das Netz wie O2 zum spanischen Konzern Teléfonica, aber von der aktuellen Werbeaktion „Zwei Netze sind besser als eins“ profitieren O2-Kunden derzeit mehr. Sie können auf das E-Plus-Netz zugreifen, umgekehrt funktioniert dies aber nur sehr selten.

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