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Preisvergleich bei Cloud-Anbietern Was kostet die Cloud?

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Welche Datenwolke darf's denn sein? Cloud-Anbieter gibt es viele - intransparente Kostenstrukturen machen einen Preisvergleich aber schwierig.

Welche Datenwolke darf's denn sein? Cloud-Anbieter gibt es viele - intransparente Kostenstrukturen machen einen Preisvergleich aber schwierig. © cosendolas / photocase.de

Rechenleistung oder Speicherplatz aus der Cloud gelten als günstig, flexibel und schnell. Aber welcher Anbieter ist der günstigste? Diese Frage ist überraschend schwer zu beantworten. Im Interview erklärt ein IT-Experte, worauf es beim Preisvergleich ankommt.

impulse: Herr Appelt, wenn Unternehmen den Schritt in die Cloud machen wollen – wie können sie den günstigsten Anbieter zu finden?

Ralf Appelt: Der Teufel steckt im Detail. Man meint immer, die Preise seien leicht vergleichbar, weil sie öffentlich im Netz stehen. Aber tatsächlich gibt es große Unterschiede. Die Preissysteme erinnern ein wenig an die der Versicherer: Die Anbieter spielen mit Preisen, verändern sie, steigern sie sehr unterschiedlich und bündeln ihre Themen so, dass es ganz schwer wird, die günstigste Lösung für die persönlichen Bedürfnisse zu finden.

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Verstecken die Anbieter diese Kosten absichtlich?

Man kann zumindest den Eindruck gewinnen, dass manche sich gar nicht um Übersichtlichkeit bemühen. Die Intransparenz der Cloud-Anbieter wird eher schlimmer als besser. Von der Idee, dass Cloud quasi IT aus der Steckdose ist, die von heute auf morgen verfügbar ist, sind wir im Moment weit entfernt.

Wie können Unternehmen Anbieter dennoch vergleichen?

Beim Thema Cloud gilt wie bei allen Outsourcing-Fragen auch: Immer vom Bedarf ausgehen. Wie viele Server brauche ich, wie viel Rechenleistung, wie viel Arbeitsspeicher. Dann kann man vergleichen und sehen, welche Anbieter für dieses spezielle Szenario die besten Preise haben. Da gibt es Preisunterschiede bis zu 30 Prozent.

Was sind denn typische Szenarien?

So viele unterschiedliche Anwendungsbereiche es gibt, so viele Möglichkeiten gibt es, Cloud-Server zu konfigurieren. Wer rechenintensive Applikationen hat, zum Beispiel für das Rendering von Filmen, braucht viel Prozessorleistung, auch CPU genannt. Wenn es um den schnellen Zugriff auf große Mengen Daten geht, steht eher der Arbeitsspeicher im Vordergrund. Dazu kommen dann technische Details. Zum Beispiel: Wie viele Anfragen muss der Server bearbeiten? Solche Datenanfragen werden oft einzeln abgerechnet und kosten nur Bruchteile eines Cents – aber wenn es Millionen Übertragungen gibt, kann das zu bösen Überraschungen führen.

Woher weiß ich denn, welche technischen Spezifikationen ich brauche?

Entweder kann die eigene IT-Abteilung beurteilen, was für das jeweilige Vorhaben nötig ist, oder es kann sich lohnen, externe Beratung in Anspruch zu nehmen. Viele vergessen, dass es auch auf scheinbare Kleinigkeiten ankommt. Etwa, wie einfach es ist, die Plattform zu bedienen. Auch da gibt es große Unterschiede, bei manchen ist das recht kompliziert, bei anderen Anbietern macht es richtig Spaß, den Server zu konfigurieren. Brauche ich persönliche Betreuung, Telefonservice, Hilfe bei der Einrichtung? Bei VMware zum Beispiel ist die anfängliche Unterstützung durch einen Techniker schon inbegriffen, bei anderen kostet Support einen festen Betrag, bei einigen wird es prozentual zum Gesamtpreis berechnet.

Welche Anbieter sind für welche Bedürfnisse besonders günstig?

Es gibt da zumindest Tendenzen. Für kleinere Lösungen, also zum Beispiel Server mit wenig Rechenleistung und wenig Arbeitsspeicher, hat Amazon sehr niedrige Preise, die dann aber schnell überproportional steigen, wenn man mehr haben will. Bei größeren Lösungen ist Google ein günstiger Anbieter. Insgesamt ist dort das Preismodell recht übersichtlich und verändert sich nicht so häufig. VMware wirkt erst einmal etwas teurer, weil dort alle Angebote mit sogenannten Virtual Privat Cloud Lösungen standardmäßig besser gesichert sind. Das gibt es bei einigen anderen nur gegen Aufpreis. Und natürlich gibt es mittlerweile auch viele kleine, sehr gute Anbieter, die durchaus ihre Vorteile haben können.

Könnte man den Anbieter auch immer mal wechseln, je nachdem, wo es gerade günstige Angebote gibt?

Das ist tatsächlich eine Methode, die immer beliebter wird. Technisch ist es meist kein Problem, seine Daten immer auf die Server des Anbieters zu schieben, der gerade eine Rabattaktion hat. Allerdings fallen auch durch den Transfer von Daten Kosten an. Auch das sind winzige Beträge, aber auf Dauer summieren sie sich.

Gibt es denn zu jedem Bedarf eine Lösung aus der Cloud?

Cloud-Dienste sind stark standardisiert. Man muss sich fragen, in wie fern das zu den eigenen Bedürfnissen passt. Um Lastspitzen auszugleichen ist die Cloud unschlagbar flexibel und günstig. Aber nur, weil irgendwer sagt: ,Cloud ist hip’, muss es nicht für alles die richtige Lösung sein. Im Gegenteil: Wenn die Server 365 Tage im Jahr gleich ausgelastet laufen, kann das schnell unnötig teuer werden. Dann ist eine stationäre Lösung oder klassisches Outsourcing unter Umständen deutlich günstiger. Auch solche Modelle sollte man in den Preisvergleich mit einbeziehen.

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