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Sicheres Cloud-Computing Wie man Firmendaten sicher online speichert

  • Serie
Daten verschlüsselt in der Cloud ablegen - das ist nur eine Option für Firmenkunden, die Wert auf sicheres Cloud-Computing legen.

Daten verschlüsselt in der Cloud ablegen - das ist nur eine Option für Firmenkunden, die Wert auf sicheres Cloud-Computing legen.© j-mel / Fotolia.com

Internetfestplatten wie Dropbox und Onedrive sind beliebt, doch mit Risiken verbunden. Die wichtigsten Tools und Dienste für sicheres Cloud-Computing im Überblick.

Neun Jahre nach dem Start ist die kleine blaue Box auf vielen Computern und Smartphones nicht mehr wegzudenken: Über 500 Millionen Nutzer zählt der Online-Speicherdienst Dropbox. Populär sind auch das Microsoft-Angebot Onedrive und Google Drive. Nicht nur Privatpersonen schätzen es, dass sie ihre Fotos und Dokumente auf allen Geräten aufrufen und einfach mit Freunden teilen können. Auch in Firmen erfreuen sich die Clouddienste großer Beliebtheit – erleichtern sie doch die Zusammenarbeit mit Kollegen und den Austausch mit Geschäftspartnern.

Dass dabei mitunter auch Firmengeheimnisse und personenbezogene Daten in die Cloud wandern, ist Datenschützern nicht geheuer. Zwar beteuern die Anbieter immer wieder, dass die eigenen Dienste gut geschützt seien und Daten auf den Servern verschlüsselt werden. Restrisiken bleiben aber.

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So nutzt beispielsweise Dropbox Rechenzentren in den USA – erst ab dem Spätsommer sollen Firmenkunden optional Server in Deutschland wählen können. Auch bei Microsoft und Google gibt es derzeit keine Garantie, dass nur in Europa gespeichert wird. Bei Anfragen der US-Behörden können die Anbieter deswegen zu einer Herausgabe von Nutzerdaten gezwungen werden. Eine weitere potenzielle Gefahr geht von Hackern aus: Erlangen sie Benutzerdaten, können sie in der Regel von jedem Computer aus auf die Daten zugreifen.

Wer auf den Komfort der Onlinespeicher nicht verzichten will, sich aber um die Sicherheit sorgt, sollte einen alternativen Anbieter in Erwägung ziehen – oder seine Dateien mit Zusatzprogrammen schon vor dem Hochladen in die Cloud verschlüsseln. Das Angebot passender Dienste und Tools ist groß:

Boxcryptor: Verschlüsselt ablegen

Das Programm Boxcryptor ermöglicht es, Dateien und Ordner, die bei Anbietern wie Dropbox abgelegt sind, besser zu schützen. Dazu werden die Dateien vor dem Hochladen verschlüsselt. Der Zugriff ist so nur noch von den Geräten möglich, für die die jeweiligen Inhalte freigeben wurden. Bei einem einfachen Web-Login im Onlinespeicher sind nur Dateien mit scheinbar sinnfreiem Inhalt zu sehen.

Die Bedienung von Boxcryptor ist komfortabel: Der mit dem Programm abgesicherte Onlinespeicher wird auf dem Computer als virtuelles Laufwerk im Dateisystem eingebunden. Für Smartphones gibt es eine App. Unterstützt werden aktuell 25 Cloud-Dienste. An Unternehmen richten sich Zusatzfunktionen wie die Möglichkeit, Benutzer zu verwalten.

Betriebssysteme: Windows, Mac, Linux, iOS, Android, Windows Phone, Blackberry

Preis: Das Firmenpaket kostet als Jahreslizenz pro Nutzer und Monat acht Euro (inklusive Mehrwertsteuer) – bei zehn Nutzern sind das 960 Euro jährlich. Hinzu kommen die je nach Anbieter unterschiedlichen Kosten für den eigentlichen Onlinespeicher (Stand: Mai 2016).

Alternative: Mit Cryptomator haben zwei Bonner Informatikstudenten ein weitgehend durch Spenden finanziertes Konkurrenzangebot entwickelt. Die Bedienung der Open-Source-Software ist allerdings etwas umständlicher – auch spezielle Firmenfunktionen fehlen hier bisher.

OmniCloud: Gestreutes Risiko

Das Fraunhofer Institut für Sicherheit in der Informationstechnik entwickelt derzeit eine Lösung, die ähnlich wie Boxcryptor herkömmliche Onlinespeicher durch Verschlüsselung absichert. Die Besonderheit: OmniCloud wird in der Firma einmal zentral als Netzwerklaufwerk eingerichtet. Eine Installation auf den Computern der Anwender ist nicht nötig.

Über sogenannte VPN-Verbindungen ist auch ein Zugriff über das Internet – etwa per Smartphone – möglich. Zudem lassen sich unterschiedliche Cloud-Speicher zu einem einem großen virtuellen Laufwerk verbinden. Das Risiko eines Datenverlusts ist dann gestreut, auch ein Wechsel des Anbieters wird erleichtert. Laut Fraunhofer-Forscher Ruben Wolf werden derzeit noch Vertriebspartner für OmniCloud gesucht, starten soll der Dienst im Laufe des Jahres.

Betriebssysteme: OmniCloud wird auf Dateiservern eingerichtet, die mit Windows, Linux oder FreeBSD laufen. Auf Endgeräten ist kein bestimmtes Betriebssystem erforderlich.

Preis: noch unklar

Alternative: Auch Odrive kann verschiedene Cloud-Speicher vereinen und Daten verschlüsseln. Bisher richtet sich der Dienst vor allem an Privatkunden – eine Version für Unternehmen ist angekündigt.

Hornetdrive: Datenwolke aus Hannover

Der Erfolg von Dropbox & Co. hat zahlreiche Nachahmer hervorgebracht, die eine Datenspeicherung auf deutschen Servern versprechen. Viele Angebote richten sich vor allem an Privatkunden. Mit Business-Funktionen und einer Daten-Verschlüsselung, die bereits vor dem Hochladen stattfindet, will Hornetdrive punkten. Dahinter steckt die in Hannover ansässige Sicherheitsfirma Hornetsecurity, die sich mit Antispam- und Virenfiltern einen Namen gemacht hat.

Das Design ist ansprechend. Gewöhnungsbedürftig ist aber, dass man beim Gebrauch von Hornetdrive oft zwischen der Software und der Benutzeroberfläche des Betriebssystems hin- und herspringt.

Betriebssysteme: Windows, Mac, Linux, iOS, Android

Preis: Die Businessversion kostet pro Benutzer und Monat brutto 2,38 Euro. Das schließt je zehn Gigabyte Speicher ein. Eine Firma mit zehn Nutzern würde im Jahr 285,60 Euro zahlen (Stand: Mai 2016).

Alternativen: Einen ähnlichen Funktionsumfang bieten beispielsweise TeamDrive und Secure Data Space von SSP Europe.

Sync: Filesharing ohne fremde Server

BitTorrent ist als Filesharing-Netzwerk bekannt, das einst unter Raubkopierern beliebt war. Die Dateien werden nicht über zentrale Server, sondern von Nutzer zu Nutzer weitergegeben. Die gleichnamige Firma nutzt das technische Prinzip mittlerweile auch für eine Software, die Daten zwischen verschiedenen Geräten abgleicht und auf demselben Stand hält. Von der Bedienung her funktioniert Sync ähnlich wie Dropbox & Co. – der große Unterschied ist aber, dass keine Cloud genutzt wird. Stattdessen dient der eigene Computer oder eine Netzwerkfestplatte als Speicherort. Solange das Speichermedium angeschaltet und online ist, kommt man auch über das Internet an seine Daten und kann sie mit anderen teilen. Eine Verschlüsselung ist möglich.

Betriebssysteme: Windows, Linux, Mac, iOS, Android.

Preis: Privatpersonen können eine kostenlose Version mit eingeschränktem Funktionsumfang nutzen. Firmen bezahlen jährliche Gebühren – inklusive der Mehrwertsteuer sind das bei zehn Nutzern 325,40 Euro (Stand: Mai 2016).

Alternativen: Beim Kauf einer Netzwerkfestplatte erhält man oft ähnliche Software kostenlos dazu. Diese ist aber in der Regel weniger flexibel und nur bedingt für größere Benutzergruppen geeignet.

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