Website-Relaunch Warum ein Modedesigner meine Website gestaltet hat

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Wenn schon, denn schon: Für ihren Website Relaunch wünschte sich Unternehmerin Vanessa Weber eine maßgeschneiderte Homepage.

Wenn schon, denn schon: Für ihren Website Relaunch wünschte sich Unternehmerin Vanessa Weber eine maßgeschneiderte Homepage.© sör alex / photocase.de

Fast ein Jahr hat Vanessa Weber für den Relaunch ihrer Website gebraucht. Rückblickend würde sie einiges anders machen. In ihrem impulse-Blog fasst sie die wichtigsten 9 Tipps zusammen.

Mal eben die Website neu gestalten. Diese Idee konnte ich nicht so schnell wie geplant umsetzen. Dabei war eine Runderneuerung dringend nötig. Denn die alte Seite war nicht responsiv für Smartphones, sehr kleinteilig und ohne einheitliches Konzept für die rund 300 Unterseiten. Sie entsprach nicht mehr dem Zeitgeist und nicht mehr dem neuen Erscheinungsbild der Marke Weber. Schließlich bieten wir unter anderem innovative Lösungen für Büroeinrichtungen an – aber die Website war überhaupt nicht innovativ.

Es hieß also handeln – das war im November 2015, kurz vor meiner neunwöchigen Auszeit. Wo aber anfangen und wie genau und mit wem den Relaunch organisieren? Das war gar nicht so einfach. In den vergangenen Monaten habe ich viel gelernt und würde heute einiges anders machen. Das sind meine wichtigsten Learnings aus dem Relaunch:

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Richten Sie eine Kommunikationsplattform ein

Viele E-Mails, Telefonate, manchmal Skype, dann wieder Bildschirmsharing oder Videokonferenz – wir haben für den Relaunch etliche Kommunikationswege benutzt. Dabei sind immer wieder Informationen verloren gegangen und nicht alle Beteiligten waren auf dem gleichen Stand. Deshalb hätte ich früher eine einheitliche Kommuniktionsplattform einrichten sollen. Jetzt nutzen wir Sharepoint. Dort werden alle Notizen, Termine, Kontakte und auch Informationen unserer Lieferanten gespeichert.

Wählen Sie einen Projektverantwortlichen aus

Von November bis kurz zur Fertigstellung der Website sind bei uns die Zuständigkeiten ständig gesprungen, zum Beispiel wegen Krankheit oder Urlaub. Es gab niemanden, der wirklich den Hut auf hatte, die Einhaltung von Terminen kontrollierte und den Überblick über alle Teilaufgaben des Relaunchs hatte.

Heute würde ich sofort einen Projektverantwortlichen festlegen. Das sollte nicht unbedingt der Chef sein, sondern besser ein Mitarbeiter, der dem Projekt mehr Zeit widmen kann. Er koordiniert dann alle Beteiligten: mich, den Designer, den Programmierer, die SEO-Agentur sowie andere Mitarbeiter, die Texte und Bilder liefern müssen.

Viele Beteiligte statt einer großen Agentur zu haben, hatte aber auch Vorteile: Es entstanden viel Dynamik und Input. Man muss es aber schaffen, diesen Input zu filtern und das Wichtigste auszusuchen. Zum Beispiel mussten wir häufig zwischen kreativen Designideen und schnellen Ladezeiten abwägen. Schließlich springen laut Experten die Kunden nach drei Sekunden Wartezeit ab.

Schaffen Sie einheitliche Vorgaben

Auf der alten Seite ging vieles durcheinander, jede Unterseite war anders gestaltet, mal war das Bild oben rechts, mal unten links. Der Text linksbündig oder zentriert, mal gab es einen Teaser, oft aber keinen. Der Grund: Es gab keine einheitlichen Vorgaben für die Mitarbeiter. Diese haben wir nun angelegt, für die Unterseiten und die Blogbeiträge. Dieser Prozess hat uns zu Beginn des Relaunchs viel Zeit gekostet, denn alle Unterseiten mussten aufgehübscht und in das neue Raster gebracht werden.

Gleichzeitig haben wir uns über die Themen für den Blog und die Rubrik „Aktuelles“ geeinigt. Im Blog soll nicht nur über Produkte berichtet, sondern Persönliches von der Firma erzählt werden, wie das Jubiläum eines Mitarbeiters, unser soziales Engagement oder meine ehrenamtlichen Vorträge an Schulen. Schließlich schauen sich potenzielle Bewerber als erstes die Website an. Die Koordination des Blogs betreut jetzt mein E-Commerce-Manager.

Nutzen Sie Ihr Netzwerk

Mein großes Netzwerk hat mir schon oft geholfen, so auch bei dem Relaunch – einem Thema, mit dem ich mich nur wenig auskannte. Ein Bekannter aus meinem Lionsclub empfahl mir den Modedesigner und Jungunternehmer Patrick Korytko aus Stuttgart, der auch als Webdesigner aktiv ist und mit Programmierern zusammenarbeitet.

Ich kannte die Modelinie von Korytko schon im Vorfeld – insbesondere das Krawatten-T-Shirt, das der Pro7-Moderator Daniel Aminati trägt – und mir gefiel die Idee, mal einen kompletten neuen Ansatz auszuprobieren. Warum seine Webseite nicht einmal von einem Modedesigner entwerfen lassen? Wir legen viel Wert darauf, dass unsere Klamotten perfekt sitzen. Warum sollte eine Website weniger perfekt sein? Nicht nur Kleider machen Leute, sondern Websites auch Unternehmern.

Mein Ziel als Unternehmerin war es, unser Unternehmen maßgeschneidert zu präsentieren und unsere Innovation und Vielfalt einzigartig in Szene zu setzen. Ich möchte keine Standard-Lösung wie ein gekauftes WordPress-Theme! So schlug Korytko zum Beispiel vor, Bilder auf der Webseite anzuschrägen und durch freigestellte Elemente spannend in Szene zu setzen – genau so ist unser Logo bereits gestaltet. Diese Idee gefiel uns auf Anhieb und wir haben sie auch genau so umgesetzt.

Präsentieren Sie sich als Marke

Auf der neuen Website sehen die Besucher als erstes ein großes Bild von mir.  Damit möchte ich meine Kunden persönlich begrüßen. Schließlich sind wir ein inhabergeführtes Unternehmen – diesen Trumpf müssen wir ausspielen. Viele Kunden sehen es als Vorteil an, dass es jemanden gibt, der den Kopf hinhält. Genau wie Claus Hipp sagte: „Dafür stehe ich mich meinem Namen“.

Überlegen Sie sich, welchen Nutzen die Website den Kunden bieten soll

Wer Innovation verkauft, muss auch selbst innovativ sein. Das machen wir jetzt zum Beispiel mit 360-Grad-Videos. Dank der Technik können wir virtuelle Ladenrundgänge anbieten. Stehen die Kunden dabei vor einem Regal, können sie einzelne Produkte anklicken und kommen dann zu einem Erklärfilm in unserem  Youtube-Kanal oder in den Onlineshop. Mit Hilfe unserer Werbeagentur IFS lassen wir große Betriebseinrichtungsprojekte bei unseren Kunden in 360-Grad fotografieren. Das Material können die Kunden kostenlos auf ihre Website stellen, wir veröffentlichen diese „Erfolgsgeschichten“ bei uns und oft macht auch der Lieferant mit. Eine Win-Win-Win-Situation. Und apropos Netzwerk: Den Entwickler der Software zur Verarbeitung der 360-Grad-Fotos, Jimmy Warwas, habe ich über Facebook kennengelernt, nachdem ich über Google nicht fündig geworden bin.

Und es gibt noch eine technische Spielerei, die für unsere Kunden sehr nützlich ist: Für die Rubrik „Online-Kataloge“ haben wir mit dem Start-up Scireum zusammengearbeitet. Auf der neuen Website finden Kunden nun alle aktuellen Angebote und Produktkataloge von Werkzeuge Weber und der Hersteller. Die Stichwort-Suche ist schneller als Google und bei den Kunden stapeln sich keine alten Broschüren mehr in den Regalen.

Warum sollte ein Kunde ausgerechnet bei mir bleiben oder meine Website im Netz aufrufen? Für mich liegt der Zusatznutzen für meine Kunden in der Beratung. Ich biete ihnen an, ihre Website zu überprüfen und ihnen Verbesserungsvorschläge für ihr Marketing zu machen. Kostenlos. Denn wenn ich starke Kunden habe, sind sie auch für mich starke Kunden. Deshalb hat der Bereich „Consulting“ eine Rubrik auf der neuen Website bekommen.

Platzieren Sie Kontaktdaten und Ansprechpartner

Versteckte Kontaktdaten im Impressum, umständliche Navigation und unklare Zuständigkeiten der Mitarbeiter: Wen können die Kunden wann für welches Thema auf welchem Kanal erreichen? Das haben wir auf der neuen Website gelöst. Ganz oben in der Mitte der Website steht die Telefonnummer. Der Footer mit den allgemeinen Kontaktdaten, Öffnungszeiten und einer Google-Karte mit dem Firmenstandort erscheint bei jeder aufgerufenen Seite. Auf den Unterseiten zu jedem Geschäftsbereich finden Kunden jetzt direkt in der Sidebar den richtigen Ansprechpartner. Außerdem gibt es eine Extra-Seite „Ansprechpartner“ auf der alle Mitarbeiter nach Themengebieten der Kunden aufgelistet sind. Viel einfacher als vorher.

Akzeptieren Sie, dass Ihre Website nie fertig sein wird

Den perfekten Zeitpunkt für ein „Go-Live“ gibt es nicht. Es kommt immer etwas dazwischen, wie Krankheit und Urlaub von Mitarbeitern und externen Partnern oder unvorhergesehene technische Probleme. Da heißt es abwägen: Was ist wirklich relevant für den Relaunch und was sind Schönheitskorrekturen. Mir steht mein Perfektionismus dabei oft im Weg. Da ist es gut, wenn Kollegen mich darauf hinweisen, dass manche Details nicht lebensnotwendig sind. Zudem haben wir schon zu Beginn der Programmierung festgelegt, dass wir auch ohne Agentur nach dem Relaunch jederzeit Bilder und Texte auf der Website ändern können. Das ist sehr wichtig, schließlich ist eine Website kein gedrucktes Buch, sondern lebendig.

Wie gefällt Ihnen das Resultat? Ich freue mich auf Ihr Feedback.

3 Kommentare
  • Johannes Wobus 25. September 2016 22:25

    mh.
    naja. ich habe mir den shop mal angeschaut u. ich haette das ding niemals abgenickt. der sieht zwar nett aus u. beinhaltet die ueblichen designregeln, ich frage mich da allerdings im moment dinge wie:
    – warum sind da session-ids in den url?
    – wo sind da sprechende urls?
    – usw. usw. usw.
    sorry, aber ich wuerde das ding in die ueberarbeitung geben u. ein _tiefergehendes_ gespraech mit den verantwortlichen fuehren.
    lg

  • Michael Haufler 21. September 2016 18:00

    Scrireum schreibt sich eigentlich scireum 😉 Wir freuen uns das wir bei dem Relaunch mit unserer Plattform unterstützen können.

    • Angelika Unger 22. September 2016 09:57

      Hallo Herr Haufler,

      danke für den Hinweis. Der Vertipper ist nun korrigiert!

      Herzliche Grüße
      Angelika Unger vom impulse-Team

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