IT+Technik „Gibt es für Webseiten-Statistiken Alternativen zu Google?“

Woher kommen die Besucher einer Firmenhomepage, wie lange bleiben sie und worauf klicken sie eigentlich? Ein gängiges Instrument, um diese Daten zu messen, ist Google Analytics. "Aber gibt es dafür auch Alternativen", fragt Unternehmer Benjamin Milbach. impulse.de bei einem Experten nachgehakt.

Unternehmer Benjamin Milbach in der impulse-Box auf der Messe "Antrieb Mittelstand"

Unternehmer Benjamin Milbach in der impulse-Box auf der Messe „Antrieb Mittelstand“

 

Unternehmer Benjamin Milbach fragt: „Gibt es für Webseiten-Statistiken Alternativen zu Google?“
Der Experte:

„Unternehmer müssen wissen, was auf ihren Webseiten passiert. Früher hat man dafür nur gezählt, wie viele Besucher auf die Seite kommen. Inzwischen kann man mit Anwendungen wie Google Analytics viel genauere Daten erheben, beispielsweise, von wo Leute auf eine Webseite kommen, wie lange sie bleiben und – bei denen, die über eine Suchmaschine kommen – welche Begriffe sie dort eingegeben haben.

Eine wichtige Informationsquelle sind grundsätzlich die Serverstatistiken. Die können Webseitenbesitzer bei den meisten Hostingprovidern einsehen, indem er sich in seinen Account einloggt. Der Vorteil an den Serverstatistiken ist, dass jeder Besucher vom Server aufgezeichnet wird, auch wenn er ein Plugin in seinem Browser installiert hat, das beispielsweise Google Analytics blockiert.

Alternativen zu Google Analytics

Eine beliebte Alternative zu Google Analytics ist Piwik. Der Vorteil ist, dass das Open-Source-Programm nichts kostet und dass die Daten auf Ihrem eigenen Server bleiben. Im Gegenteil zu Google Analytics geben Sie mit Piwik die Informationen über ihre Besucher nicht an Dritte weiter. Das ist zugleich auch ein Nachteil, weil Sie eine riesige Datenmenge anhäufen. Außerdem ist der Aufwand um einiges größer, denn Sie müssen Updates selbst einspielen und Fehler korrigieren.

Eine kostenpflichtige Alternative aus Deutschland ist eTracker. Weil das Unternehmen in der EU sitzt, muss es sich an die europäischen Datenschutzrichtlinien halten. Jedoch hat eTracker an Bedeutung verloren, seitdem Google Analytics weitgehend datenschutzkonform eingesetzt werden kann.

Für Unternehmer, deren Webseite auf WordPress oder einem ähnlichen Content-Management-System (CMS) läuft, bieten sich Plug-ins für diese Systeme an. Damit können Sie die Statistiken direkt im CMS einsehen. Slimstat beispielsweise ermöglicht detaillierte Statistiken, ist das Plug-in hinsichtlich des Datenschutzes unsicher. Statify bietet weniger detaillierte Auswertungen, die Verwendung ist dafür vollkommen Datenschutzkonform. Für Unternehmer, die nur eine Visitenkarte im Netz oder ein Blog betreiben wollen, ist das die praktischste Lösung.

Google blockiert Keywords

Ein Problem haben jedoch alle Alternativen: Immer häufiger blockiert Google die Übermittelung der Keywords. Anstelle der in die Suchmaske eingegebenen Suchbegriffe bekommt man nur die Worte „Not provided“ übermittelt. Google begründet das mit Datenschutzbelangen, Kritiker nehmen jedoch an, dass Google die Daten nicht mehr gratis zur Verfügung stellen will. Um diese wichtige Information auch zukünftig zu bekommen, müssen Sie Google AdWords buchen – dort wird die Information nämlich weiterhin übermittelt. Aufgrund von Googles Markmacht kommt man darum eigentlich nicht mehr an Google Analytics vorbei. Zumindest verbindet Analytics aber viele Vorteile: Kostenfrei, weitestgehend wartungsfrei, sehr viele Features sowie sehr gute Verzahnung mit anderen Google-Diensten.!

 

Frank Doerr Unser Gesprächspartner: Frank Doerr ist Geschäftsführer der Spinpool GmbH. Mit seinem Team berät er vor allem kleine und mittlere Unternehmen bei allem, was mit E-Commerce zu tun hat und bei der Suchmaschinenoptimierung. Außerdem bloggt er unter www.seo-scene.de
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