IT+Technik Highspeed-Internet: So steht es um den Netz-Ausbau in Deutschland

Beim Ausbau schneller Datenautobahnen hinkt Deutschland hinterher. Vor allem auf dem Land fühlen sich Selbstständige in ihrer Existenz bedroht. In einer Grafik zeigen wir, wie es um den Netzausbau steht.

Fragt man Christian Schreiber nach seiner E-Mail-Adresse, dann fängt er an zu grübeln. „Warten Sie, da muss ich nachdenken, erst Schreiber, dann ein Punkt und dann Christian, glaube ich –  oder war es andersherum?“ Er nutze E-Mails eben selten. Schließlich bittet der Unternehmer, doch besser ein Fax zu schicken. Das sei ohnehin sicherer – wegen des schlechten Internets bei ihm in der Firma.

Was zunächst wie eine witzige Anekdote klingt, finden viele Selbstständige und Kleinunternehmer überhaupt nicht mehr lustig: Die wichtigste Infrastruktur des 21. Jahrhunderts hat längst noch nicht jeden Winkel der Repu­blik erreicht. Auch im Jahr 2014 warten ganze Regionen immer noch auf den Anschluss an das schnelle World Wide Web. Zehntausende Kleinbetriebe sind weiterhin auf langsame ISDN- oder DSL-Technik oder gar Modems angewiesen.

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Problem wird zur ernsten Bedrohung für den Wirtschaftsstandort Deutschland

Da die Datenmengen zugleich weiter zunehmen, entwickele sich dieses Problem langsam, aber sicher zu einer ernsten Bedrohung für den Wirtschaftsstandort Deutschland, warnen Fachleute. Die schwarz-rote Koalition hat zwar das Ziel, bis 2018 flächendeckend Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde zu erreichen. Aktuell sind solche schnellen Internetzugänge aber nur für gut die Hälfte der Haushalte verfügbar. Für eine volle Abdeckung wären laut Schätzungen Investitionen von 20 Milliarden Euro nötig.

Viele Kleinunternehmer glauben nicht daran, dass sie in absehbarer Zeit in den Genuss einer schnellen Internetverbindung kommen. Im aktuellen impulse-Magazin (Heft 08/2014) berichten drei von ihnen, wie sie im Alltag unter dem langsamen Internet leiden.

Leben und arbeiten Sie auch auf dem Land und haben keinen schnellen Internetzugang? Wie sehr nervt Sie das – und wie gehen Sie damit um? Wir sind auf Ihre Reaktionen gespannt: Schreiben Sie uns an online@impulse.de oder über unsere Facebook-Seite.
Netz-Ausbau in Deutschland: Der aktuelle Stand

Der Breitbandatlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zeigt die prozentuale Verbreitung von schnellen Internetzugängen mit mindestens 50 Mbit/s in Deutschland. Den Bestwert 95 Prozent oder mehr verfehlt Deutschland fast flächendeckend. Ausnahmen sind Teile von Köln, Bonn, Kiel und Bremerhaven. In den meisten Landkreisen zwischen Nordsee und Alpen müssen bis zu 50 Prozent der Bewohner noch immer auf schnelles Internet warten:

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Eine Version dieser Karte, in der Sie in Ihre Stadt oder Ihren Landkreis hineinzoomen können, finden Sie beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

impulse 8/2014Mehr zum Thema Highspeed-Internet lesen Sie im impulse-Magazin 08/14. Neben Erfahrungsberichten von betroffenen Unternehmern stellen wir Ihnen im Magazin alternative Wege für schnellen Internetzugang vor.

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