IT+Technik Kommunikations-App „Tango“ stärkt sich mit Millionen-Investition aus China

Tango-Gründer Uri Raz (l.) und Eric Setton

Tango-Gründer Uri Raz (l.) und Eric Setton© Tango

Erst vor Kurzem sorgte der Milliarden-Deal um WhatsApp und Facebook für Furore. Jetzt wurde das nächste große Investment im Bereich der Messenger-Dienste bekannt: Die Kommunikations-App Tango bekommt 280 Millionen Dollar von chinesischen Investoren.

Wenige Wochen nach dem Milliarden-Verkauf des Kurznachrichtendienstes WhatsApp hat der kleinere Konkurrent Tango 280 Millionen Dollar von Investoren bekommen. Angeführt wird die Finanzierungsrunde von der chinesischen Online-Handelsplattform Alibaba, wie Tango-Mitgründer Eric Setton in Interviews am Mittwoch bekanntgab. Von Alibaba kommen demnach 215 Millionen Dollar. Tango sei bei der Finanzierungsrunde insgesamt mit 1,1 Milliarden Dollar bewertet worden, berichtete das US-Magazin „Forbes“.

Tango hat nach eigenen Angaben rund 70 Millionen aktive Nutzer im Monat. Der Messaging-Dienst WhatsApp, den das Online-Netzwerk Facebook für 19 Milliarden Dollar kaufen will, kam zuletzt auf über 450 Millionen Nutzer. Der Griff von Facebook nach WhatsApp löste bei einigen Nutzern Sorgen um ihre Daten aus. Das gab kleineren konkurrierenden Diensten Auftrieb. So gewannen Apps wie Threema oder Telegramm viele neue Nutzer.

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Das Interesse an Kommunikations-Apps heizt sich schon seit einiger Zeit auf. Die Apps haben oft hunderte Millionen Nutzern und gelten als zukunftsträchtiger Vertriebskanal für Spiele und andere Produkte. Kurz vor dem WhatsApp-Deal kaufte sich der japanische Online-Händler Rakuten den Telefonie- und Messagingdienst Viber für 900 Millionen
Dollar.

Breiterer Ansatz als WhatsApp

Während sich WhatsApp bisher auf die Kommunikation mit dem Versenden von Texten, Bildern und Videos beschränkt, hat Tango einen breiteren Ansatz. Über die 2009 gestartete App kann man auch Video-Telefonate führen, sie hat zudem eine Plattform für Musik und Spiele. Tango bekommt einen Teil des Umsatzes der verkauften Songs und Spiele. Seit Dezember gibt es einen eigenen Marktplatz für Werbung.

Weitere große Messaging-Dienste sind WeChat in China, Kakao aus Südkorea und die App Line, die vor allem in Asien populär ist.

Das Kerngeschäft von Alibaba sind Handelsplattformen, auf denen vor allem chinesische Hersteller und Händler ihre Waren anbieten. Das Unternehmen plant einen großen Börsengang in den USA. Mit einem möglichen Volumen von bis zu 15 Milliarden Dollar könnte er fast so groß ausfallen wie die Aktienplatzierung von Facebook im Mai 2012.

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