IT+Technik Mehr Geld für die Digitalwirtschaft

Die Bundesregierung will den Ausbau des schnellen Internets in Deutschland vorantreiben.

Die Bundesregierung will den Ausbau des schnellen Internets in Deutschland vorantreiben.© SplitShire.com

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel will jungen Unternehmen den Gang an die Börse ermöglichen. Dafür soll es ein eigenes Börsensegment geben. Die Regierung versprach außerdem bessere Rahmenbedingungen für die Digitalwirtschaft - und mehr Geld.

Die Bundesregierung hat ihre Pläne für die Förderung der Digitalwirtschaft in Deutschland konkretisiert. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) kündigte auf dem achten Nationalen IT-Gipfel in Hamburg an, internetbasierte Dienstleistungen finanziell zu fördern. Das Wirtschaftsministerium will 50 Millionen Euro in das Projekt „Smart Service Welt“ stecken. Gleichzeitig soll mit großen Aufwand die deutsche Wirtschaft auf die Herausforderungen durch die Digitalisierung der klassischen Industrie vorbereitet werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versprach auf dem Treffen außerdem, die Finanzierungsbedingungen für Start-ups zu verbessern. Gleichzeitig forderte sie die Wirtschaft auf, selbst ein Wagnis einzugehen. Es könne sein, dass die staatliche Anreize nicht ausreichen, um das herzustellen, was man beispielsweise in den USA sehen könne. „Auch im Silicon Valley geht es ohne Risiko nicht“, sagte Merkel über die Hochburg der Internetszene in den USA.

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Gabriel sagte außerdem, die Bundesregierung wolle ein neues Börsensegment für die Finanzierung von Start-ups einrichten. Bei der „Börse 2.0“ müssten allerdings die Lehren aus dem Zusammenbruch des „Neuen Marktes“ berücksichtigt werden. Es gebe bereits Gespräche mit der Deutschen Börse. Einen konkreten Zeitplan für die Einrichtung eines neuen Finanzmarktplatzes für Startups konnte Gabriel allerdings nicht nennen.

Fast eine halbe Milliarde Euro an Fördermitteln für die Digitalwirtschaft

Mit ihrem Maßnahmenpaket reagiert die Bundesregierung unter anderem auf den Erfolg von weltweiten digitalen Vorreitern wie Amazon und Google, die vor allem mit leicht bedienbaren Diensten bei ihren Kunden punkten. „Insbesondere die traditionell starken Industriezweige wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Automobilbau sollen stärker in diesen Dialog einbezogen werden“, sagte Gabriel.

Im Bereich intelligente Dienstleistungen lägen große Wachstumspotenziale. Bis zum Jahr 2017 werde die Bundesregierung insgesamt fast eine halbe Milliarde Euro an Fördermitteln für die Digitalwirtschaft bereitstellen. Von dem Geld sollen auch fünf Kompetenzzentren für den Mittelstand finanziert werden, die Wissen über die Chancen und Herausforderungen der „Industrie 4.0“ vermitteln sollen. „Wenn 70 Prozent des Mittelstands bei einer Umfrage sagen, IT betrifft sie nicht vorrangig, ist das besorgniserregend“, betonte Gabriel.

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