IT+Technik Noch immer zu wenige Frauen in Technik- und IT-Berufen

Wenn Frauen sich für ein naturwissenschaftliches Studium entscheiden, wählen sie meistens Pharmazie, Biologie oder Mathematik.

Wenn Frauen sich für ein naturwissenschaftliches Studium entscheiden, wählen sie meistens Pharmazie, Biologie oder Mathematik.© kasto - Fotolia.com

Der Fachkräftemangel in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen wird sich in den kommenden Jahren verschärfen. Trotz Förderprogrammen arbeiten einer Studie zufolge noch immer zu wenige Frauen in diesen Branchen.

Trotz eines wachsenden Frauenanteils in mathematisch-naturwissenschaftlichen Berufen fehlt es nach einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) weiterhin an weiblichem Technik- und Informatik-Nachwuchs. So habe der Anteil junger Frauen an den 42.500 Studienanfängern im Fach Informatik im Jahr 2012 lediglich bei 22 Prozent gelegen. Im Fach Elektrotechnik habe ihr Anteil an den 26.500 Erstsemestern sogar nur 12,3 Prozent, in den Studienfächern Verkehrstechnik und Nautik sogar nur 11,3 Prozent ausgemacht.

„Wie bei der Berufswahl insgesamt kommt es auch innerhalb der mathematisch-naturwissenschaftlichen und den Technik-Berufen zu einer geschlechtsspezifischen Wahl“, bilanziert der Leiter der Abteilung Arbeitsmarktpolitik, Wilhelm Adamy, in der Studie. Wenn sich junge Frauen schon für eine mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung entschieden, dann wählten sie wesentlich häufiger ein Mathematik- (48,2 Prozent Frauenanteil), ein Biologie- (61,8 Prozent Frauenanteil) oder ein Pharmazie-Studium (67,9 Prozent Frauenanteil).

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Fachkräftemangel wird sich in kommenden Jahren verschärfen

Auch wenn in einigen Bereichen der Frauenanteil noch vergleichsweise gering sei, seien Frauen in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen seit einigen Jahren auf dem Vormarsch, räumt der Autor der Studie ein. So sei die Zahl der Frauen in naturwissenschaftlichen Berufen zwischen 2007 und 2011 um 33 Prozent gewachsen – und damit doppelt so stark wie die Gesamtzahl der Beschäftigten in diesem Bereich. In Ingenieurberufen wuchs die Zahl der Frauen sogar um 25 Prozent.Dagegen lag der Zuwachs von Frauen in nichtakademischen IT- und Technik-Berufen lediglich bei 3 Prozent.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht bis 2020 eine Lücke von 1,4 Millionen Facharbeitern in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen. Das berichtet die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf ein Positionspapier des DIHK. Gesucht werden vor allem beruflich Qualifizierte.

Mehr Informationen zu dem Thema „Frauen in der IT-Branche“ finden Sie auf impulse.de: „Fachkräftemangel gibt es nur, wenn man den jungen weißen Singlemann sucht“

2 Kommentare
  • Dr. d. Universums 26. Dezember 2014 07:04

    Wir brauchen unbedingt neben der Mütterrente noch eine Mädchenrente. Alles sollte so easy wie nur irgendmöglich sein, damit Frauen sich in der Welt wohlfühlen und sich ohne Leistungsdruck in Universitäten aufhalten können.

  • Franziska 19. August 2014 22:54

    Wenn sich noch mehr Frauen für eine Karriere im technischen oder naturwissenschaftlichen Bereich entscheiden würden, wäre das eine tolle Sache. Das mit dem Fachkräftemangel scheint allerdings ein Märchen zu sein.

    http://www.powerfrauen.net/2014/08/fachkraeftemangel-karrierechance-fuer-qualifizierte-frauen/

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