IT+Technik Optiker warnen: Smartphone-Boom sorgt für digitalen Sehstress

60 bis 80 Mal pro Tag blickt jeder Smartphone-Besitzer in Deutschland einer Studie zufolge täglich auf sein Display.

60 bis 80 Mal pro Tag blickt jeder Smartphone-Besitzer in Deutschland einer Studie zufolge täglich auf sein Display.© Viktor Hanáček/Picjumbo.com

Smartphones verlangen dem menschlichen Auge viel ab: Auf kleinen Displays Stadtpläne ansehen, Fahrpläne studieren oder Mails lesen - und das unzählige Male am Tag. Für die Augen ist das alles andere als eine leichte Übung.

Wann fährt die nächste U-Bahn? Was gibt es zum Mittagessen beim Italiener? Wie wird das Wetter? 60 bis 80 Mal pro Tag blickt jeder Smartphone-Besitzer in Deutschland einer Studie zufolge täglich auf sein Display, um im Internet nach Informationen zu suchen oder E-Mails zu checken. Für die Augen ist das alles andere als eine leichte Übung: Optiker und Brillenhersteller warnen deshalb vor digitalem Sehstress – und haben auch schon Abhilfe parat. Auf der Optikmesse opti in München zeigt die Branche, wie der Mensch seine gestressten Augen entlasten kann.

„Das menschliche Auge ist nicht für die digitale Welt gemacht“, sagt Joachim Kuss vom Optikunternehmen Carl Zeiss. Die Augen müssten sich bei den häufigen Blickwechseln von nah auf fern enorm anstrengen – und das bleibe nicht ohne Folgen.

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Um das Auge bei der Nutzung von Smartphones mit unterschiedlichen Schriftgrößen und Entfernungen zu unterstützen, reiche eine Standardbrille allerdings nicht aus. Weil Gleitsicht-Brillen für viele Menschen aber vom Image her gleich vor dem Rollator und dem künstlichen Hüftgelenk kommen, stellt Zeiss auf der Messe „Digitale Brillengläser“ für mehrere Sehbereiche vor, die auch von jüngeren Nutzern akzeptiert werden sollen.

Langzeitfolgen bislang unklar

Ob sich die Zahl der Brillenträger durch die Nutzung von Smartphones und beleuchteten E-Book-Readern langfristig erhöhen wird, ist noch unklar: Langzeit-Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen der Geräte gibt es nach Angaben des Optikerverbandes noch nicht. Im großen Stil haben sich die Geräte allerdings auch erst in den vergangenen Jahren durchgesetzt: Innerhalb von fünf Jahren legte die Zahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland nach Angaben des Statistikportals Statista von gut 6 Millionen auf mehr als 40 Millionen im Jahr 2014 zu. Seit Weihnachten dürften es vermutlich noch etliche mehr sein.

Bei der Entwicklung digitaler Trends erweist sich das Auge auch an anderer Stelle als Spaßbremse: Mehr als 40 Millionen Menschen in Deutschland tragen einer Allensbach-Studie zufolge eine Brille – und die ist zum Beispiel auch bei 3D-Filmen ein echtes Hindernis. Der Platz hinter den Ohren ist schon von der Erstbrille besetzt und die darüber geschobene 3D-Brille rutscht mangels Halt langsam aber sicher die Nase herunter. Ohne Korrekturgläser aber wird die Leinwand zu einem „Farbenbrei“.

Ähnliches Dilemma bei Datenbrillen

Ein ähnliches Dilemma befürchtet der Zentralverband der Augenoptiker auch bei den Datenbrillen. Wie diese an die Bedürfnisse von Brillenträgern angepasst werden sollen, ist noch nicht ganz klar. „Das haben manche Hersteller noch nicht so sehr auf dem Plan“, sagt ein Sprecher des Verbandes. Ohne Korrekturgläser seien die Brillen für Millionen Nutzer aber nicht attraktiv.

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