IT+Technik Photokina-Trends: Selfie-Kameras, ferngesteuerte Apparate und Lichtfelder

Klassische Kameras lassen sich immer häufiger via Smartphone auslösen. Fotos können mit 3D-Technologien nachbearbeitet oder auf Tapeten gedruckt werden. Die Messe Photokina zeigt die Fototrends 2014.

Eine Kompaktkamera, die sich mit Gesten steuern lässt, oder eine Spiegelreflex, die vom Smartphone ferngesteuert wird: In den neuen Kameras steckt so viel Hightech wie nie zuvor, und in der neuen Fotowelt ist alles mit jedem kabellos verbunden.

Das alles gibt es auf der Photokina in Köln zu sehen, der weltgrößten Fotomesse. Neben den klassischen Kameras gehört die Bühne verstärkt den noch jungen oder neuartigen Geräten wie Wearables oder Actioncams. Auch „Selfies“ – die millionenfachen Schnappschuss-Selbstporträts, die oft in Echtzeit im Netz landen – sind großes Thema.

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Die Fotowelt steckt im Umbruch. Bilder werden vorrangig zur schnellen Kommunikation genutzt und laufend im Internet gepostet. Und die Branche reagiert auf diese Veränderung.

Eine Kamera speziell für Selfies

So stellt Nikon mit seiner Coolpix S6900 eine „Selfie-Kamera“  vor. „Nie wieder der eigene Arm auf dem Selfie“, verspricht der Hersteller. Denn der Auslöser lässt sich über Gesten – eine Handbewegung reicht aus – betätigen. Nikon hat junge Damen als Zielgruppe im Blick.

Das neue Kompaktmodell soll auch eine Antwort sein auf die weiter boomenden Smartphones mit immer besseren Fotofunktionen. Diese drängen einfache Kompaktkameras seit einigen Jahren zunehmend vom Markt. Der Absatz von klassischen Kameras sinkt – in Deutschland im Jahr 2014 laut Prognose des Photoindustrie-Verbands (PIV) um 13 Prozent auf 5,26 Millionen Geräte.

Moderne Systemkameras oder Spiegelreflexmodelle lassen sich inzwischen mit dem Handy fernsteuern, so auch die Olympus PEN E-PL7. Die Kamera lässt sich aus einer Entfernung von bis zu 100 Metern steuern. Ein Stabilisator sorge dafür, dass Bilder nicht verwackeln, wenn die Kamera nur mit einer Hand gehalten wird – das geht wieder an die Selfie-Fans.

Die Trends auf der Photokina 2014 im Foto-Überblick:

Nachträgliches Scharfstellen

Im Fokus der Photokina 2014 mit 1070 Ausstellern aus 51 Ländern steht auch die Lichtfeldfotografie. Mithilfe eines speziellen Sensors wird nicht nur eine Lichtebene, sondern das gesamte Lichtfeld mit jedem Lichtstrahl rund um das Motiv aufgenommen, sagt Jason Rosenthal, Chef des amerikanischen Herstellers Lytro.

Es muss nicht vor dem Auslösen scharf gestellt werden. Bei Fokus und Schärfe kann jeder beliebige Punkt auf dem Bild mit der Lytro Illum nachträglich verändert werden – sofern der Verbraucher 1599 Euro investiert. Diese Technologie werde bald in alle Aufnahmegeräte Einzug halten, meint Rosenthal.

Zentral ins Blickfeld rücken auch die Wearables – Mini-Computer mit Kameras in Form von Broschen, Armbändern oder Kettenanhängern, die ihre Umgebung rund um die Uhr aufnehmen. Der Verband glaubt, dieser Markt werde „explodieren“.

Kameras für den Actionsport und bewegte Fotobücher

Viele internationale Anbieter haben zudem neue Modelle der noch recht jungen Actioncam im Gepäck, dem robusten Outdoor-Aufnahmegerät etwa fürs Biken oder Tauchen. Spezialisten wie die fliegenden Fotodrohnen sind ebenfalls gefragt.

Größere Themen sind die inzwischen rund 45.000 Foto-Apps, 3D-Drucktechnik – und ein Tapetenwechsel. Digital bedruckte Fototapeten entwickelten sich zum Renner, hier gebe es viel Potenzial, heißt es beim Mittelständler Sihl.

Fotobücher sind im 175. Jahr der Fotografie ebenfalls sehr gefragt. Fujifilm stellt ein Modell mit integriertem HD-Videomonitor vor – rechte Seite: Fotos, linke Seite: bewegte Bilder. Auch die gute alte Sofortbildkamera sei wieder obenauf, betont der Veranstalter Koelnmesse. Und der Verband meint, sogar die ausgestorben geglaubte Analogkamera erlebe eine „Wiedergeburt“.

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