IT+Technik Professor baut Roboter-Zwilling: Der doppelte Däne

Henrik Schärfe (rechts) und sein Roboter.

Henrik Schärfe (rechts) und sein Roboter.© Antonia Götsch

Henrik Schärfe gibt es gleich im Doppelpack: Der Däne hat sich einen künstlichen Doppelgänger geschaffen. Schärfe ist überzeugt: Bald gibt es noch mehr menschliche Roboter.

Man hört ein ständiges Tuscheln im Saal, während Henrik Schärfe seinen Vortrag auf dem Wolfsburger Zukunftskongress „2b ahead“ hält. Der Grund für die Unruhe sitzt wenige Meter neben Podium, ein Mann im schicken Anzug, blond, deutlich jünger als Schärfe selbst. Und doch ist man sich sicher: Die beiden müssen irgendwie verwandt sein. Ab und zu zwinkert der junge Mann, er nickt, als wolle er dem einen oder anderen Punkt in Schärfes Rede zustimmen.

Der stumme Zustimmer ist Schärfes Roboter-Zwilling, sein künstliches Ebenbild. Schärfe hat ihn sich nicht aus Eitelkeit bauen lassen, sondern im Dienste der Wissenschaft: An ihm erforscht er an der Universität Aalborg im Norden Dänemarks die Interaktion zwischen Menschen und Robotern.

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„Germinoid DK“ heißt Schärfes Roboter, der ihm bereits vor zwei Jahren jede Menge Aufmerksamkeit beschert hat. Damals setzte ihn das berühmte „Time Magazine“ sogar auf die Liste der 100 einflussreichsten Personen. Das Thema Roboter ist heute aktueller denn je: In der Pflege sind Serviceroboter im Kommen, gerade hat die EU bekanntgegeben, in den kommenden Jahren etwa 700 Millionen Euro Fördergelder für Entwicklung und Forschung bereitzustellen.

Schärfe ist sicher: Den Robotern gehört die Zukunft

Maschinen, die Menschen im Alltag unterstützen, das können sich wohl die meisten gut vorstellen – aber Roboter, die aussehen wie Menschen? Und die sich womöglich auch noch so verhalten? Zumindest für Henrik Schärfe ist das keine unangenehme Vorstellung: „In zehn Jahren wird es möglich sein, dass ein Roboter Ihre Kinder von der Schule abholt, sie sicher nach Hause bringt und ihnen bei den Hausaufgaben hilft“, sagt er.

Der Däne ist sich sicher: Den Robotern gehört die Zukunft. „Sie werden lernen, sich klüger und eigenständig zu bewegen“, sagt Schärfe. „Und sie werden mit einander sprechen.“ Sein Appell, den er auch in Wolfsburg an die Zuhörer richtet: Wir müssen unsere Haltung gegenüber Robotern verändern.

Die Neugier auf die Roboterzukunft ist immerhin schon da: Nach Schärfes Vortrag versammelt sich eine Menschentraube um den Dänen-Doppelgänger, alle wollen Fotos und Videos mit ihm machen. Der Roboter blinzelt, neigt den Kopf, manchmal scheint er sogar zu Lächeln. Es dauert Minuten, bis jemand den Mut fasst, den künstlichen Menschen anzufassen. Eine junge Frau berührt zaghaft die Hand. „Gummi“, sagt sie. Dass sich der Avatar auch wie ein Mensch anfühlt, ist seinen Entwicklern bislang noch nicht gelungen.

Der Roboter im Video:

Roboter-Doppelgänger from Impulse Medien GmbH on Youtube.

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