Computer und Internet Sicherheitslücken bei Windows 10: So schützen Sie Ihre Daten

Drei Updates in drei Wochen: Microsoft muss beim neuen Betriebssystem Windows 10 viel nachbessern. Nutzer können selbst für mehr Sicherheit sorgen, indem sie ihre Einstellungen überprüfen.

Microsofts neues Betriebssystem Windows 10 wird weniger als drei Wochen nach dem Start bereits zum dritten Mal mit einem Update nachgebessert – was genau verbessert wird, darüber schweigt sich der Konzern aus. In den vergangenen Wochen hatten sich Nutzer unter anderem über Probleme beim Zugang zu App-Stores beklagt. Bei einigen sorgten auch die automatisch eingespielten Updates selbst für Problem: So fuhren beispielsweise Computer nicht mehr hoch.

Private Nutzer von Windows 10 können die automatischen Aktualisierungen nicht abstellen. Das soll unter anderem verhindern, dass Computer mit Sicherheitslücken betrieben werden. Angesichts der jüngsten Update-Flut – die vorherige Version war erst vom 11. August – steigt allerdings die Skepsis.

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Seit dem Start von Windows 10 gibt es zudem Debatten darüber, ob die Software zu viele Daten an Microsoft-Server überträgt und wie einfach und weitreichend sich die Übermittlung stoppen lässt. Microsoft betont, die Kunden könnten die Datenschutzeinstellungen jederzeit anpassen.

So schützen Sie Ihre persönlichen Daten

Wer seine Daten Microsoft nicht preisgeben möchte, muss selbst aktiv werden. Die Vorsicht fängt bereits bei der Installation an: Um dem Konzern das Datensammeln zu erschweren, sollte bei der Installation nicht die so genannte „Express-Installation“ gewählt werden, sondern die Option „Einstellungen anpassen“. Auf diesem Weg können mehr Datenschutz-Funktionen aktiviert werden, zum Beispiel das Aufzeichnen von Tastatureingaben, personalisierte Werbung, die Weitergabe von Geo- und Kalenderdaten sowie Unterhaltungen mit der digitalen Assistentin Cortana.

Wer Windows 10 bereits installiert hat, kann auch nachträglich Datenschutz-Verbesserungen vornehmen. Dazu empfiehlt es sich, in den Einstellungen alle Details zum „Datenschutz“ Schritt für Schritt durchzugehen. Hier können Nutzer unter anderem die Werbe-ID-Nutzung und die Weitergabe des Schreibverhaltens an Microsoft abstellen. Wer das „Kennenlernen“ mit der Sprachassistentin Cortana beendet, löscht bisher gesammelte Nutzerdaten.

Wer bei „Feedback und Diagnose“ die Einstellung „einfach“ statt „vollständig“ auswählt, übermittelt bei Fehlermeldungen weniger Daten an Microsoft. Auch der Zugriff der Apps, etwa auf Kalender, Mikrofon, oder Standort, lässt sich komplett oder für ausgewählte Apps deaktivieren. Unter dem Reiter „Konten“ kann die Synchronisierung mit anderen Geräten ausgeschaltet werden. Wird die WLAN-Optimierung deaktiviert, verbindet sich der Rechner nicht mit ungesicherten Drahtlos-Netzwerken und tauscht auf Wunsch WLAN-Passwörter mit Kontakten aus.

Vollständiger Datenschutz nicht gewährleistet

Eine vollständige Sicherheit wird aber wohl auch die aufwendige Änderung der Voreinstellungen nicht bieten können. Der US-Blog „Ars Technica“ berichtete kürzlich, dass weiter Daten an Microsoft gesendet würden, auch wenn sämtliche Optionen deaktiviert seien.

Für weitere Diskussionen sorgt außerdem eine Passage in den Nutzungsbestimmungen, die den Eindruck erweckt, dass Microsoft sich das Recht vorbehalte, den Einsatz raubkopierter Spiele oder bestimmter Zusatzgeräte zu unterbinden.

Windows 10: Marktanteil in Deutschland bei 10 Prozent

Microsoft stellt Windows 10 seit dem 29. Juli weltweit zur Verfügung. Der Konzern will mit dem System, das einheitlich auf allen Geräten vom Smartphone bis zum klassischen PC laufen soll, seine Position im Gerätemarkt sichern den schwachen Start von Windows 8 wieder wettmachen.

Ungeachtet der Debatten läuft Windows 10 inzwischen auf rund jedem zehnten Computer in Deutschland, wie die Analysefirma StatCounter ermittelte. Der Marktanteil zum Stichtag 15. August liege bei 9,93 Prozent. Die Vorgängerversion Windows 8.1 läuft demnach auf 17,75 Prozent der Rechner. Die größte Verbreitung habe aber noch Windows 7 mit einem Anteil von 51,38 Prozent. Apples Mac-System OS X komme auf 8,84 Prozent.

Die Verbreitung von Windows 10 in Deutschland liegt demnach über dem weltweiten Durchschnitt von 6,19 Prozent. Windows 8 und Windows 8.1 kommen laut StatCounter zusammen auf 18,63 Prozent. Auch weltweit dominiere Microsofts älteres System Windows 7 mit einem Anteil von 53,61 Prozent.

 

Bildergalerie: Das ist das neue Windows 10

 

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