IT+Technik Smartphone-Apps: Warum sich Blackberry-Chef John Chen diskriminiert fühlt

BlackBerry-Chef John Chen bei der Vorstellung neuer Modelle Mitte Dezemmber 2014 in New York.

BlackBerry-Chef John Chen bei der Vorstellung neuer Modelle Mitte Dezemmber 2014 in New York.© Picture Alliance / AP Photo

Die meisten Apps gibt es heute für Apples iPhones und Telefone mit Googles Android-System. Der Chef des Smartphone-Pioniers Blackberry sieht sich und die Nutzer benachteiligt und fordert eine gesetzliche Regelung.

Der in Bedrängnis geratene Smartphone-Pionier Blackberry will, dass App-Entwickler per Gesetz gezwungen werden, auch Betriebssysteme mit kleinen Marktanteilen zu unterstützen. Nutzer von Blackberry-Geräten würden aktuell diskriminiert, erklärte Konzernchef John Chen in einem Blogeintrag am späten Mittwoch. Viele Apps seien aktuell nur für Apples iPhones und Googles Android-Geräte verfügbar. Das habe ein Zwei-Klassen-System geschaffen.

Bei den gesetzlichen Regelungen zur sogenannten Netzneutralität müsse App-Anbietern deshalb „verboten werden, auf Basis des Betriebssystems des Nutzern zu diskriminieren“, forderte Chen. Er schrieb auch einen Brief an die zuständigen Ausschüsse im US-Kongress.

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Viele vor allem kleinere App-Entwickler scheuen die Mühe, Plattformen mit kleinen Marktanteilen zu bedienen. Der Smartphone-Markt wird aktuell von Googles Android-System und Apples iOS beherrscht.

Teufelskreislauf

Der Blackberry-Chef spricht ein akutes Problem seiner Firma an: Das schmale App-Angebot gilt schon lange als große Schwäche kleinerer Smartphone-Plattformen. Es ist eine Art Teufelskreislauf: Kunden bleiben deswegen fern, und die niedrigen Nutzerzahlen schrecken die App-Entwickler ab.

Blackberry war eine führende Kraft im Smartphone-Markt, bis sich mit dem iPhone Touchscreen-Geräte durchsetzten. Inzwischen ist der Marktanteil der kanadischen Firma auf unter ein Prozent geschrumpft. Um das dürftige App-Angebot aufzubessern, lässt Blackberry bereits Android-Apps aus dem Download-Store von Amazon installieren.

Android führt im Smartphone-Geschäft mit einem Marktanteil von rund 80 Prozent. Die App-Anbieter beklagen sich allerdings über einen hohen Aufwand für die Anpassung an verschiedene Versionen des Betriebssystems sowie Bildschirmgrößen und Chips bei Geräten verschiedener Hersteller.

iPhone viel lukrativer für App-Entwickler

Das iOS-System von Apple iPhones hat zwar einen geringeren Marktanteil von etwa 15 Prozent, ist aber lukrativ für App-Entwickler. Zum einen gelten iPhone-Nutzer als spendierfreudiger. Zum anderen läuft auf den meisten Geräten die neueste iOS-Version und es gibt keinen Hardware-Wildwuchs, weil Apple der einzige Anbieter ist.

Auch Microsofts Windows Phone leidet mit seinem Marktanteil bei gut drei Prozent unter einer App-Flaute. Das könnte sich bessern, wenn mit dem nächsten Betriebssystem Windows 10 die gleichen Anwendungen über PC, Tablet und Smartphone aus einem einheitlichen App-Store verfügbar sein sollen.

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