IT+Technik Super-Mario soll Nintendo aus der Krise führen

Super Mario als Cupcake: diese Spezialität hat sich eine Bäckerei in Canada einfallen lassen.

Super Mario als Cupcake: diese Spezialität hat sich eine Bäckerei in Canada einfallen lassen.© By Clever Cupcakes from Montreal, Canada [CC-BY-2.0] Wikimedia Creative Commons

Die schwachen Verkäufe der Spielekonsole Wii U zwingen Nintendo zum Umdenken. Konzernchef Satoru Iwata kündigt neue Wege an. Helfen sollen auch alte Stars des japanischen Konzerns.

Nintendo hofft auf die Kraft seiner beliebten Figuren wie Super Mario, um aus der Krise zu kommen. Der Konzern will für seine Konsole Wii U nach dem Vorbild anderer Anbieter kleine Figuren mit digitalem Innenleben verkaufen, die in verschiedene Spiele eingebunden werden können. So funktioniert es zum Beispiel in Games wie „Skylanders“ oder „Disney Infinity“, die für ihre Hersteller zu einer Goldgrube geworden sind. Außerdem will Nintendo die Spieler mit einer Smartphone-Plattform begleiten, sagte Konzernchef Satoru Iwata am Donnerstag vor Investoren.

Dabei geht es jedoch nicht um Handy-Spiele, sondern nur die Möglichkeit, Videos etwa aus „Mario Kart“ auszutauschen. In der anstehenden neuen Version des Autorenn-Spiels wird man Mitschnitte des Geschehens erstellen und teilen können. Diese Videoclips werde man sich dann auch am Smartphone ansehen können und sich auch zum Beispiel über das Vorankommen seiner Freunde in dem Spiel informieren können, erläuterte Iwata.

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Der Idee, Nintendo-Spiele auch auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets statt nur auf hauseigener Hardware anzubieten, erteilte der Nintendo-Chef erneut eine Absage. Der Konzern glaube nicht, damit nachhaltig Geld verdienen zu können, sagte Iwata der Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Xbox und Playstation überholen Wii

Bei den Spielefiguren will Nintendo davon profitieren, dass die Steuergeräte der Wii U bereits einen Chip für den NFC-Nahfunk integriert haben. Damit soll anders als bei bisherigen Spielen kein zusätzliches Zubehör zum Einbinden der Figuren notwendig sein. Der Spieleanbieter Activision Blizzard meldete jüngst, die „Skylanders“-Serie habe bisher zwei Milliarden Dollar Umsatz eingebracht. Es seien 175 Millionen Figuren verkauft worden.

Nintendo schrieb in dem Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Verlust von 23,2 Milliarden Yen (164,4 Mio Euro). Hauptgrund dafür ist der schwache Absatz der Wii U, von der im vergangenen Quartal nur 310.000 Geräte verkauft wurden. Im gesamten Geschäftsjahr waren es gut 2,7 Millionen Geräte statt des angepeilten Ziels von 9 Millionen. Dagegen setzte Sony seit dem Start im November bereits sieben Millionen Konsolen seiner Playstation 4 ab und Microsoft kam bei seiner zeitgleich eingeführten Xbox One auf fünf Million.

Man wolle möglichst schnell wieder zu von Nintendo erwarteten Gewinnen zurückkehren, versicherte Iwata den Investoren. „Vier Jahre in Folge einen operativen Verlust auszuweisen, ist inakzeptabel“, räumte er ein. Nintendo brauche aber noch ein Jahr, um das Geschäft mit der Wii U wieder in Gang zu kriegen. Bei der mobilen Konsole Nintendo 3DS wolle man hingegen mit dem Verkauf von Spielen das Potenzial heben, dass die mehr als 40 Millionen verkauften Geräte böten. Es solle „ein Jahr der Ernte“ werden.

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