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Beamer kaufen So finden Sie den richtigen Projektor für Ihre Präsentationen

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Beamer gibt es in allen möglichen Preisklassen und Größen. Doch nicht immer ist die teuerste Technik die beste.

Beamer gibt es in allen möglichen Preisklassen und Größen. Doch nicht immer ist die teuerste Technik die beste.© fotoslaz / Fotolia.com

Bilder sind das Herzstück jeder Präsentation. Doch welches Gerät bringt Ihre Präsentation am besten an die Wand? Worauf Sie achten sollten, wenn Sie einen Beamer kaufen - die wichtigsten Tipps.

Jedes Jahr im Juni pilgern Apple-Fans und Journalisten aus der ganzen Welt nach San Francisco – zur berühmten Entwicklerkonferenz des Technologiekonzerns. Das Event startet traditionell mit einer Show, bei der Vorstandschef Tim Cook, Nachfolger der verstorbenen IT-Ikone Steve Jobs, die Apple-Neuheiten präsentiert. Cooks wichtigste Accessoires auf der Bühne: eine große Präsentationsleinwand. Und ein kleiner Drücker in der Hand, um Folien und Videos einzuspielen, die das Publikum in ihren Bann ziehen sollen.

Auch wenn Unternehmen in Deutschland selten derart groß inszenierte Auftritte hinlegen: Von Apple lernen heißt siegen lernen. Wer zeigen will, was er kann, fährt auch hierzulande seinen Rechner hoch und wirft Bilder seiner Dienstleistungen oder Produkte an die Wand. impulse erklärt, welche Technik hierfür notwendig ist, wie viel ein ordentlicher Beamer kostet und wie die Darstellungen besonders schön auf die Fläche kommen.

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Wie viel Geld sollte ich in einen Beamer investieren?

Das Herzstück jeder Präsentation sind die Bilder. Die lassen sich zwar auch auf einem riesigen Fernseher zeigen – deutlich besser gelingt es in der Regel aber mit einem Projektor, der die Bilder auf eine Leinwand wirft. Erstens ist so ein Beamer billiger, zweitens handlicher. Welches Modell es genau sein soll, ist allerdings gar nicht so leicht zu entscheiden.

Das Angebot ist riesig und für Laien kaum überschaubar. Es reicht von Mini-Apparaten für die Aktentasche bis zu heimkinotauglichen Geräten. Von Angeboten für einige 100 Euro bis zu solchen mit fünfstelligen Preisen. Die gute Nachricht: Für Büros ist keine High-End-Ausstattung nötig. „Um ein Computerbild ordentlich in einem Konferenzraum zu übertragen, reichen in der Regel Geräte in der Preisklasse um die 500 Euro“, sagt Thomas Conrad, Inhaber des Internetfachhändlers Beamer4U aus dem bayerischen Germaringen: „Wer länger sucht, kann sogar noch preiswertere Schnäppchen machen.“

Welche technischen Daten sind relevant für die Auswahl des Beamers?

Lumen
Bei den technischen Daten ist der wichtigste Wert die Lichtstärke, die in Ansi-Lumen ausgewiesen wird. Sie gibt an, wie viel Licht vom Beamer auf die Wand trifft. Je heller der Raum und je größer die Projektionsfläche, umso mehr Leuchtkraft ist erforderlich, um ein helles und kontrastreiches Bild zu erzeugen. Als Faustregel gilt: „Wer bei Tageslicht präsentieren will, sollte ein Gerät wählen, das mindestens 2500 bis 3000 Lumen Lichtstrom produziert“, so Conrad.

Pixel
Ebenso wichtig für gute Bilder ist die Auflösung, und zwar vor allem die sogenannte native Auflösung. Das ist die Zahl an Bildpunkten, die der Chip unterscheiden kann, der in das Gerät eingebaut ist. Sie sollte möglichst genau der Bildschirmauflösung des Computers entsprechen, von dem die Inhalte kommen. Bei dieser Auflösung liefern Beamer das beste Bild. Die bekanntesten Auflösungen sind SVGA (800 × 600 Pixel), HD/HD Ready (1280 × 720), Full-HD (1920 × 1080) und 4K-Ultra-HD (4096 × 2160).

Kontrast
Das Kontrastverhältnis gibt an, wie viel heller der hellste Punkt eines Bildes gegenüber dem dunkelsten strahlt. Ein maximaler Kontrast von 5000:1 ist ein guter Mindestrichtwert für Bürozwecke.

LED
Bei den meisten Beamern sorgt ein Halogen-Leuchtmittel oder eine Gaslampe für Licht, seit Neuestem werden auch immer mehr Leuchtdioden, also LEDs, eingesetzt. Sie brauchen kaum Strom, werden nicht heiß und halten nahezu ewig. Der Nachteil: Ihre Leuchtkraft ist geringer.

Projektionsfaktor
Er gibt das Verhältnis von Projektorabstand zur Breite des Bildes an. Ein Wert von 1,5 bedeutet, dass der Beamer 1,5 Meter Abstand zur Leinwand braucht für ein ein Meter breites Bild, bei einem zwei Meter breiten Bild sind also drei Meter Abstand nötig. Kurzdistanz-Projektoren haben regelmäßig Projektionsfaktoren unter 1.

Welche Bilderzeugung ist empfehlenswert?

Mit welcher Technik der Beamer das Bild erzeugt, kann getrost der Geschmack entscheiden. Wer auf eine gestochen scharfe Projektion mit klaren Kontrasten Wert legt, für den eignet sich ein Gerät, das mit „Digital Light Processing“ (DLP) arbeitet. Hier wird das Licht mithilfe winziger Spiegel auf die Leinwand gelenkt. Natürliche und kräftige Farben mit schön abgestuften Schattierungen bekommen LCD-Beamer besonders gut hin, in ihnen ist fernsehähnliche Technik verbaut. Auf großen Flächen produzieren sie jedoch manchmal Fliegengitter-Effekte.

Welche Rahmenbedingungen braucht eine Präsentation mit Beamer?

„Grundsätzlich ist eine Projektion immer nur so gut, wie es die Kombination aus Beamer, Wand und Umgebung zulässt“, sagt Fachhändler Conrad. Die nackte weiße Wand als Untergrund bringt meist keine sonderlich guten Ergebnisse – und ohnehin taugt sie nur, wenn sie nicht verputzt oder gar mit Raufaser tapeziert ist. „Je grobporiger die Oberfläche, umso schlechter das Bild“, erklärt Sebastian Bennecke, Werkstattleiter beim Online-Fachhändler Rebeam. Leinwände mit speziellen Beschichtungen erhöhen die Bildschärfe und den Kontrast. Zwei Meter breite Roll-Leinwände sind ab rund 300 Euro zu haben. Nach Benneckes Erfahrung verbessert eine gute Leinwand das Bild oft sogar stärker als ein neueres Gerät. Beim Kauf empfiehlt er den Gang zum Fachhändler – und einen Test mit der Nase: „Billigere Produkte riechen häufig unangenehm“, hat er festgestellt. „Das wird in einem Konferenzraum schnell zur Qual.“

Experten raten außerdem davon ab, den Raum zu stark abzudunkeln. Solange nicht direkt die Sonne hineinscheint, sei es besser, bei Tageslicht zu arbeiten, sagt Helmut Fahr, Berater für Konferenztechnik in Frankfurt. Kinoatmosphäre ist zwar gemütlich, aber genau das ist das Problem: Sie kostet Konzentration. Und nicht nur das, Tageslicht-Beamer können in der Dunkelheit sogar blenden. Es empfiehlt sich deshalb, auch in ansonsten dunklen Zimmern stets ein wenig gedimmtes Licht anzulassen.

Wie platziere und verbinde ich den Beamer?

Aber wohin nun mit dem Beamer? Darauf gibt es eine klare Antwort: Unter die Zimmerdecke, wenn es irgendwie möglich ist – entweder auf ein Gestell oder direkt verschraubt. Das hat mindestens drei Vorteile: Der Beamer lässt sich präzise einrichten, er ist schwer zu stehlen und dem Bild steht nichts im Weg. Strom lässt sich meist von der Beleuchtung abzweigen. Eine Herausforderung ist dagegen der Anschluss des Computers. Um Kabel- und Projektionswege kurz zu halten, setzen sich zunehmend Kurzdistanz-Beamer durch. Hier erzeugen spezielle Linsen und Spiegel bereits auf einen halben Meter Abstand ansehnliche Bilder.

Bleibt die Frage, wie der Beamer verbunden werden kann. Mitarbeiter, Seminarleiter, Kunden: Sie alle greifen auf ihn zu, mit Computern, Tablets oder Smartphones – und bis zu einem halben Dutzend verschiedener Anschlüsse. Von VGA über USB bis zu HDMI und so weiter. „Man braucht einen ganzen Koffer an Kabeln, um sicherzugehen, dass ein Anschluss passt“, sagt Konferenztechnik-Spezialist Fahr.

Vermeiden lässt sich der Kabelsalat mit zwei Möglichkeiten: Erstens einem sogenannten Scaler, der die Signale umwandelt und vereinheitlicht – diese Geräte kosten allerdings einige Hundert Euro. Oder der Beamer wird drahtlos eingebunden. Immer mehr Geräte haben bereits eine WLAN-Antenne, für ältere Modelle gibt es spezielle USB-Sticks für rund 100 Euro. So lässt sich der Beamer über das Firmennetzwerk ansteuern, ähnlich wie ein Drucker.

Noch eleganter ist ein komplettes drahtloses Präsentationssystem. In der Apple-Welt funktioniert das über die Technik von AppleTV und Airplay. Unter den herstellerunabhängigen Anbietern gilt Kramer Electronics als Marktführer. „Mit dieser Technik kann man Inhalte von Tablets oder Smartphones drahtlos auf eine Leinwand übertragen, schnell zwischen mehreren Geräten umschalten, andere Teilnehmer in die Präsentation einbinden und Daten gemeinsam speichern“, erklärt Fahr. Die Preise beginnen bei unter 1000 Euro.

Gibt es Beamer-Alternativen für unterwegs?

Für Unternehmer, die viel unterwegs sind und öfter mal am Flughafen oder im Hotel etwas zeigen wollen, eignen sich auch Mini- oder Pico-Beamer. Das sind Projektoren im Hosentaschenformat, an die sich Tablets oder Smartphones anschließen lassen. Von den Geräten sollte aber nicht zu viel erwartet werden. „Die Qualität der Projektion fällt gegenüber fest installierter Technik deutlich ab“, sagt Fahr. Für Aha-Effekte sorgt es aber allemal, wenn ein Bild aus dem Smartphone plötzlich an der Wand erscheint.

Können Beamer 3D-Bilder zeigen?

Und auch mit 3D-Präsentationen lässt sich das Publikum zum Staunen bringen. Ebenso wie manche Fernseher können auch einige Beamer dreimensionale Bilder erzeugen, wenn die Zuschauer spezielle Brillen tragen. Die Zukunft könnte außerdem in sogenannten VR-Brillen liegen. Bei dieser Technik fällt die Leinwand weg. Die Zuschauer tragen nur die Brille, das Bild wird in relativ kurzem Abstand direkt vor dem Auge eingespielt. So werden dreidimensionale Räume kreiert, die die Zuschauer beschreiten können. Die Geräte selbst kosten kaum 100 Euro. Wer sich solche Avantgarde-Technik zulegt, muss aber wissen, dass der Aufwand für die Produktion der 3D-Bilder oder gar begehbarer Animationen immens ist.

Welche weiteren technischen Mittel gibt es für spannende Präsentationen?

Spannung erzeugt auch, wer nicht nur statische Bilder auf die Leinwand wirft, sondern diese während des Seminars oder Vortrags verändert. Auch das geht inzwischen, und zwar mit Touchscreens, wie sie Smartphones oder Tablets haben. Diese Monitore, auf denen man herumtippen und -wischen kann, sind mit bis zu fünfstelligen Summen allerdings vergleichsweise teuer.

Als günstigere Alternative bieten sich interaktive Whiteboards an. Das sind Tafeln, auf die ein Kurzdistanz-Beamer ein Bild projiziert. Die einfacheren Modelle lassen sich mit einem Stift beschreiben, bei den aufwendigeren lassen sich mit dem Finger oder einem speziellen Stift auch Elemente verschieben. So werden ganz neue Präsentationsformen möglich, erklärt Moshtaba Heidarzadeh, Produktmanager beim Hamburger Medientechnikanbieter Kern & Stelly.

Bisher kaufen die Technik vor allem Schulen und Unis. Doch auch für Firmen ist sie interessant, bietet sie doch Abwechslung im Einerlei aus Beamern und Flipchart. Ein Paket aus Beamer und Tafel kostet 1500 bis 3500 Euro. „Der Spaß, den man damit haben kann, wird viele überraschen“, meint Heidarzadeh. Auch wenn es vielleicht nicht ganz so wird wie bei Apple, erfrischend neu ist so eine interaktive Präsentation allemal.

 

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Mehr zum Thema digitales Präsentieren lesen Sie in der impulse-Ausgabe 03/16: Kaufempfehlungen für Beamer, Taschenprojektoren, Presenter, digitale Whiteboards, Touchscreens und VR-Videobrillen.

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