| Blog für Unternehmer
logo_Smarter_mittelstand_dunkel
Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss in Sachen Digitalisierung Gas geben. Wir helfen Ihnen dabei: Persönlich, wenn Sie zu unserer Veranstaltungsreihe „smarter_mittelstand – digitalisierung 4.0“ kommen. Oder digital, hier an dieser Stelle, wo wir Sie laufend mit handfesten Tipps, Anleitungen und Neuigkeiten versorgen.

Eigene Cloud einrichten So richten Sie sich eine eigene Datenwolke ein

  • Serie
Ab in die Wolke! Wer keinen Cloudspeicher mieten will, kann in der Firma eine eigene Cloud auf einem Netzwerkserver einrichten.

Ab in die Wolke! Wer keinen Cloudspeicher mieten will, kann in der Firma eine eigene Cloud auf einem Netzwerkserver einrichten.© Ole Spata / dpa

Kein Vertrauen in Cloud-Dienstleister? Ein eigener Server kann eine Alternative sein, um die Firmendaten sicher zu speichern. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie eine eigene Cloud einrichten.

Gestohlene Nutzerkonten, Datenlecks, persönliche Bilder landen im Netz – bei solchen Nachrichten fragen sich viele Nutzer, wie sicher ihre Daten bei kommerziellen Cloud-Speicherdiensten sind. Trotz dieser Horrormeldungen sind Cloudspeicher eine komfortable und meist auch sichere Lösung, um von nahezu jedem Ort der Welt auf seine Daten zuzugreifen. Wer sich dabei nicht auf Marktgrößen wie Dropbox, Google und Co. verlassen will, kann auch seinen eigene Datenwolke einrichten.

Dazu braucht man drei Dinge: Internetzugang, Cloud-Software und Speicherplatz. Der steckt entweder in einem Computer oder einer Netzwerkfestplatte im eigenen Unternehmen. Oder man mietet Speicherplatz im Netz. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.

Anzeige

Der Mietspeicher ist dann eine Wahl, wenn es schnell gehen soll, flotter Zugang wichtig ist und nicht daheim ständig ein Gerät unter Strom stehen soll. Aber: „Eine höchstmögliche Kontrolle über ihre Daten haben Nutzer da nicht“, sagt Valentina Djordjevic vom Informationsportal „irights.info“. Wer einen Anbieter mit Serverstandorten in Deutschland wählt, genießt aber höheren Datenschutz als etwa bei Anbietern aus den USA. „So können zum Beispiel die US-Ermittlungsbehörden jederzeit auf die Daten zugreifen“, sagt Djordjevic. Vom Rundum-sorglos-Paket, bei dem der Anbieter sich um Einrichtung und Administration der Cloud kümmert, bis hin zur reinen Server-Bereitstellung ist alles möglich. „Dabei muss man alles selbst machen“, sagt Oliver Diedrich von der Fachzeitschrift „c`t“ zur letzten Option. Vom Aufspielen der Cloud-Software der Wahl bis hin zu regelmäßigen Daten-Backups.

Die passende Hardware

Ähnlich verhält es sich, wenn der Cloudserver im eigenen Unternehmen stehen soll. Für kleine Firmen oder gar Einzelkämpfer ohne großes IT-Know-how klingt das erst einmal etwas kompliziert. Sie beruhigt Diedrich: „Es ist keine Raketenwissenschaft. Wahnsinnig technisch versiert muss man auch nicht unbedingt sein.“ Ein wenig aber schon. Das geht bei der Hardware los. Ein ausrangierter Rechner kann ebenso ein Server sein wie der Mini-Computer Raspberry Pi, ein NAS-Netzwerkspeicher oder ein Microserver. Nicht nur der Preis ist hier Entscheidungskriterium, sondern auch der Einsatzbereich. Müssen regelmäßig und schnell große Datenmengen abgerufen werden, sind NAS oder Raspberry Pi dem Microserver klar unterlegen. Ein NAS ist eher für den Betrieb im heimischen Netzwerk gedacht, um Bilder, Musik und Filme für alle Geräte im Haushalt bereitzustellen. Einige Modelle erlauben mit der richtigen Software auch den Zugriff von unterwegs – über den Browser oder Smartphone-Apps.

Für den eigenen Server, sei es nun ein ausrangierter PC, der Raspberry Pi oder ein Microserver, empfiehlt Oliver Diedrich Linux als Betriebssystem. „Das ist kostenlos.“ Microsoft und Apple lassen sich ihre Serverlösungen bezahlen. Außerdem braucht man eine Cloud-Software. Zu den bekanntesten zählen Owncloud oder Seafile. Owncloud kann etwa Kalendereinträge synchronisieren und Daten mit anderen Nutzern teilen, mit Erweiterungen sind auch Videostreams möglich. Seafile bietet unter anderem Dateiverschlüsselung und Möglichkeiten zum Teilen und gemeinsamen Bearbeiten von Dateien.

Internetverbindung und Software

Ein großer Nachteil des eigenen Servers ist die Abhängigkeit von der eigenen Internetverbindung. Die sind in Deutschland nämlich oft asymmetrisch und laden Daten schneller aus dem Netz herunter als in die andere Richtung. Ein DSL-50-Anschluss etwa lädt Dateien mit maximal 50 Megabit pro Sekunde (MBit/S) herunter. In der Gegenrichtung können aber Dateien von der Festplatte oder dem Server nur mit 2,5 bis 10 MBit/S ins Netz geladen werden. „Das reicht noch für Musikstreams und auch Filme in Normalauflösung, eher nicht für HD“, sagt Diedrich.

Auch um die Sicherheit müssen sich Serverbetreiber selber kümmern. „Die Server-Software muss aktuell gehalten werden“, sagt Valentina Djordjevic. Die Datenübertragung muss per Transportverschlüsselung gesichert sein, bestenfalls werden die Daten auch verschlüsselt auf dem Server gespeichert. „Nutzer müssen auch noch daran denken, regelmäßige Daten-Backups zu machen.“ Der Übergang aus dem Firmen-Intranet ins Internet sollte entsprechend abgesichert werden. Der Übergang sei meist der Router, erklärt Tim Griese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. „Dazu gehört, die Firmware des Routers auf dem aktuellen Stand zu halten.“ Nur so bleibt die eigene Cloud ein sicherer Ort für die eigenen Daten.

impulse-Akademie: Strategie & Inspiration für Ihr Unternehmen
Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.