Windows 10 Gratis-Upgrade auch für kleine Unternehmen

Das Gratis-Update von Windows 10 wurde von Verbraucherschützern auch als Zwangsdownload bezeichnet.

Das Gratis-Update von Windows 10 wurde von Verbraucherschützern auch als Zwangsdownload bezeichnet.© picture alliance / Photoshot

Microsoft bietet Windows 10 bald auch kostenlos für kleine Unternehmen an. Ob der Umstieg sinnvoll ist und was Sie beachten müssen: 10 Antworten zum Gratis-Upgrade.

Wer privat Windows 7 oder 8 nutzt, wird schon seit einiger Zeit in einem kleinen Pop-up-Fenster zum Umstieg auf Windows 10 aufgefordert. Das kostenlose Upgrade-Angebot brachte Windows im letzten halben Jahr viel Kritik von Verbraucherschützern ein, weil Installationsdateien ohne Einwilligung der Nutzer heruntergeladen wurden. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bezeichnete das sogar als Zwangsdownload und mahnte Microsoft ab.

Ende Januar will Microsoft auch kleinen Unternehmen das Gratis-Upgrade anbieten. Zunächst nur in den USA, später auch in Europa. Ob der Umstieg überhaupt sinnvoll ist und was Sie möglicherweise beachten müssen.

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Was ist anders an Windows 10?

Den Startbutton, den viele Nutzer in der ersten Version von Windows 8 vermisst haben, hat Microsoft bei Windows 8.1 wieder integriert. Bei Windows 10 gibt es das Startmenü mit ein paar neuen Funktionen wieder. Die Oberfläche von Windows 10 lässt sich zudem anpassen und ist auf Rechnern mit oder ohne Touch-Bildschirm steuerbar. Neu sind außerdem die digitale Sprachassistentin Cortana und der generalüberholte Browser Edge, der den Internet Explorer ablösen soll.

Wer genau bekommt das Upgrade?

Für Geräte mit einer Windows 7 oder 8 Professional-Lizenz, wie Sie häufig in kleinen Unternehmen oder Organisationen eingesetzt wird, ist das Upgrade auf Windows 10 für eine begrenzte Zeit kostenlos. Bis spätestens ein Jahr nach der Veröffentlichung von Windows 10 muss die Aktualisierung abgeschlossen sein, danach ist das Upgrade kostenpflichtig.

Wer bekommt es nicht?

„Einige Windows-Editionen (insbesondere RT und Enterprise) sind von diesem Angebot ganz ausgeschlossen“, erklärt Softwareexperte Peter Michael Grabowski vom IT-Service Computacenter. „Außerdem können nur Kunden mit aktiven Software-Assurance-Verträgen Windows 7/8/8.1 Enterprise auf Windows 10 Enterprise aktualisieren.“

Für welche Firmen eignet sich Windows 10?

„Vor allem Firmen, die mobil mit Tablets und Smartphones arbeiten, profitieren von Windows 10“, sagt Grabowski. Das System stelle sich automatisch um, je nachdem ob ein Gerät mit Maus oder per Fingerdruck bedient werde. Auch Apps passen sich dem jeweiligen Gerät automatisch an. „Unternehmen, die Cloud-Dienste von Microsoft nutzen wollen, erfahren zudem eine bessere Integration des Betriebssystems.“

Welche Probleme kann es geben?

Der Umstieg auf ein komplett neues System läuft selten ganz ohne Schwierigkeiten ab. Vor einem Umstieg sollten Sie deshalb auf jeden Fall prüfen, ob alle wichtigen Programme auch mit Windows 10 kompatibel sind. Grabowski empfiehlt, Windows 10 zunächst an einem Testgerät aufzuspielen und dort alle Firmenprogramme zu testen. Denn es kommt immer wieder vor, dass einzelne Programme oder Datenbanken nicht mit neueren Windows-Versionen funktionieren.

Wenn Sie nach dem Upgrade zum Beispiel nicht mehr auf Ihre Kundendatenbank zugreifen können, wäre das fatal. Oder wenn Ihre Mitarbeiter nicht mehr arbeiten können, weil ein bestimmtes Programm, das sie täglich benutzen müssen, nicht mehr läuft. Denken Sie dabei auch an selten genutzte, aber wichtige Systeme – wie zum Beispiel für den Jahresabschluss.

Obacht sollten Sie auch im Zusammenspiel mit Internetbrowsern geben. „Problematisch wird es für Kunden, die viele Webanwendungen haben, die noch nicht mit dem Internet Explorer 11 zusammenarbeiten. Der Support für alle anderen Microsoft-Browser ist am 12.01.2016 ausgelaufen. Wer einen Umstieg auf Windows 10 plant, sollte unbedingt auf die Kompatibilität mit dem Internet Explorer 11 achten“, so Grabowski.

Höhere Kosten können zunächst auch entstehen, weil Mitarbeiter sich zunächst an die neuen Funktionen gewöhnen müssen.

Welche Voraussetzungen müssen meine Computer erfüllen?

Wenn auf Ihren Rechnern Windows 7 oder 8 oder höher läuft, sollte auch Windows 10 kein Problem sein. Die Systemvoraussetzungen bleiben die gleichen.

Prozessor: Prozessor oder Kernrechner (SoC) mit mindestens 1 GHz

RAM: 1 GB für 32-Bit oder 2 GB für 64-Bit

Festplattenspeicher: 16 GB für 32-Bit-Betriebssystem oder 20 GB für 64-Bit-Betriebssystem

Grafikkarte: DirectX 9 oder höher mit WDDM 1.0 Treiber

Display: 800 x 600

Gibt es einen richtigen Zeitpunkt für das Upgrade?

Wer mit einem älteren System als Windows 7 arbeitet, sollte Alternativen prüfen, empfiehlt Grabowski. „XP und Vista sind nicht mehr sicher, die ­Updates wurden eingestellt.“ Bei Windows 7 und 8 ist keine Eile geboten: Microsoft garantiert den Support bis 2020. Kleine Firmen sollten schrittweise wechseln: Ausgediente Geräte können durch neue Hardware mit Windows 10 ersetzt werden. Wollen Sie neben neuen Computern aber noch alte behalten, sollten Sie beachten, dass Software für Windows 10 gegebenenfalls nicht auf älteren Geräten läuft.

Ich will das Upgrade, was muss ich tun?

Besuchen Sie die Microsoft-Seite und folgen Sie den Anweisungen.

Ich will kein Upgrade, was muss ich tun?

„Eine Komfortfunktion gibt es nicht – aber einen kleinen Trick. Er verbirgt sich in der Registry. Dort müssen User nur einen Wert ändern, dann wird das Upgrade nicht mehr angeboten“, sagt Grabowski. Wie das genau funktioniert, erklärt Microsoft in einem Support-Beitrag.

3 Kommentare
  • Gast 25. Januar 2016 20:10

    Was soll der Blödsinn in Windows 8 hat es auch unter 8.1 kein Startmenü gegeben!

    • Anna Wilke 26. Januar 2016 15:45

      Hallo,
      Sie haben Recht, Windows 8.1 hat kein klassisches Startmenü, wie man es von Windows XP, Vista oder 7 kennt. Mit Windows 8.1 kam allerdings der Startbutton zurück. Klicken Sie mit der linken Maustaste auf den Startknopf, gelangen Sie in das Kachelmenü. Mit einem Rechtsklick öffnet sich allerdings ein Menü, das dem Startmenü ähnelt. Zu diesem Menü gelangen Sie auch über den Shortcut Windowstaste & X. Hier finden Sie viele wichtige Funktionen an einem Platz versammelt.

      Mit dem Update 3 wurde dann für Windows RT 8.1 das Startmenü wieder eingeführt. Es erinnert optisch an das Startmenü von Windows 10, bietet aber weniger Funktionen.
       
      Windows RT 8.1
       
      Liebe Grüße aus der Online-Redaktion
      Anna Wilke

  • Martin Bruch 25. Januar 2016 13:18

    Was hier fehlt und unbedingt empfehlenswert ist, ändern Sie die Standardeinstellungen beim Installieren. Sonst mißbraucht Microsoft Ihren Computer für eigene Zwecke (z.B. Versand von Dateien and andere Computer)!!!

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