IT+Technik Warum der Smartphone-Akku (noch) nicht länger durchhält

Routine für Smartphone-Nutzer: die Suche nach einer freien Steckdose.

Routine für Smartphone-Nutzer: die Suche nach einer freien Steckdose.© George Redgrave/Flickr/CC BY-ND 2.0

Smartphones werden immer dünner, schneller und bekommen neue Funktionen wie einen Fingerabdruck-Sensor. Doch viele Anwender sehnen sich nach den Akku-Laufzeiten wie früher bei einfachen Handys zurück. Warum sich Smartphone-Besitzer wohl noch etwas länger darüber ärgern müssen, erklärt Intel-Chefin Renée James.

Seit der Einführung des ersten iPhones im Jahr 2007 hat sich an der Batterielaufzeit der Smartphones wenig geändert. Häufig halten die Computer für die Hosentasche nicht einmal einen Tag lang durch. Intel-Managerin Renée James erklärte, welche Schritte unternommen werden müssen, um dieses Ärgernis zu beseitigen.

Warum halten aktuelle Smartphone nicht eine Woche oder länger mit einer Batterie-Ladung durch – wie früher die Handys von Siemens oder Nokia?

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Renée James: Nun, die Geräte können auch viel mehr. Insbesondere die Multimedia-Anwendungen kosten Strom, etwa das Streaming von Video oder Audio.

Wer kümmert sich um das Stromsparen? Machen Sie das als Prozessor-Hersteller? Oder sind die Hersteller der Akkus in der Pflicht, bessere Batterien zu liefern, die länger halten?

Das Problem ist noch komplexer: Damit sich die Batterie-Laufzeit eines Smartphones signifikant verlängert, müssen verschiedene Bereiche sorgsam aufeinander abgestimmt werden. Zuerst muss der System-Designer das Gerät so entwerfen, dass es auf eine möglichst hohe Power-Effizienz ausgerichtet ist. Dann benötigen wir Fortschritte bei der Leistungsfähigkeit der Akkus. Und dann müssen die unterschiedlichen Prozessoren für die Kommunikationsfunktionen und die Anwendungen möglichst wenig Strom verbrauchen. Und schließlich muss die Software richtig geschrieben sein. Die Programme dürfen nicht die ganze Zeit Daten anfordern.

Im Vergleich zum Wettbewerber ARM hatten Sie beim Stromsparen aber nicht die Nase vorne. Warum hat Intel nicht schon vor Jahren sehr energieeffiziente Chips auf den Markt gebracht?

Es gibt einen Unterschied, ob man etwas nicht machen kann oder es aus welchen Gründen auch immer nicht umsetzt. Wir waren schon immer in der Lage, sehr energieeffiziente Mikroprozessoren zu bauen.

Intel hat einst mit der Chipfamilie Centrino modernes Strommanagement für Mobilgeräte erfunden. Vor drei oder vier Jahren haben wir allerdings die Entscheidung getroffen, uns nicht auf besonders stromsparende Chips zu fokussieren. Heute ist das anders. Wir haben Produkte im Angebot, die auch beim Stromverbrauch besser als die ARM-Chips sind.

Auf das Smartphone, das zwei Wochen lang mit einer Akku-Ladung durchhält, werden wir aber noch warten müssen?

Ja, das ist kurzfristig nicht auf dieses Level zu bringen. Hilfreich sind aber auch bequemere Methoden, die Mobilgeräte wieder mit Strom zu versorgen. Deshalb haben wir auch unser System verbessert, mit dem man Smartphones und andere Geräte drahtlos aufladen kann. In einer Firma wäre es beispielsweise möglich, dass der komplette Tisch in einem Konferenzraum als Aufladestation dient. Man muss dann das Smartphone nur auf die Tischplatte legen, damit der Akku ohne ein externes Netzteil oder Kabel mit Strom versorgt wird.

 

Renée James (49) gehört zum engsten Führungszirkel beim weltgrößten Chip-Hersteller Intel und gilt als eine der mächtigsten Frauen in der IT-Industrie.

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