IT+Technik Wie schnell ist eigentlich Breitband?

Die Bundesregierung hat den Ausbau von schnellem Breitband-Internet zu einem wichtigen Ziel erklärt. Denn in vielen Gegenden gibt es noch keine superschnellen Anschlüsse. Doch wie schnell wird das Surfen im Netz dann eigentlich?

Wie schnell muss Breitband-Internet sein?

Ursprünglich galt alles als Breitband, was schneller als ein ISDN-Modem war. Das wirkt heute quälend langsam. Die Bundesnetzagentur setzt die Grenze mittlerweile bei 2 Megabit pro Sekunde. Doch die Messlatte verschiebt sich immer weiter nach oben. Für viele Internet-Dienste braucht man eine schnellere Übertragung als 2 Mbit/s. „Filme oder Fernsehprogramm übers Netz schauen, das können Sie damit nicht“, sagt Klaus Landefeld vom Internetverband eco. Auch Unternehmen und Handwerker klagen über das Schneckentempo im Netz.

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Wie kommt das schnelle Internet zu den Nutzern?

Es gibt verschiedene Wege. Glasfaserkabel ermöglichen eine besonders schnelle Übertragung von Daten. Sie zu verlegen, ist allerdings teuer. Viele Anbieter nutzen eine Technik namens „Vectoring“, um mehr Tempo aus den bestehenden Kupferleitungen herauszuholen. Dabei werden Glasfasern bis zu den grauen Verteilerkästen am Straßenrand verlegt. Die letzten Meter in die Wohnungen laufen über Kupferkabel. Schnelle Internetanschlüsse gibt es auch über das Kabelnetz für den Fernsehempfang. Dabei werden Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s angeboten. Auf dem Land oder in Küstengegenden hilft die Mobilfunk-Technik LTE, größere Distanzen zu überbrücken. Allerdings hängt die tatsächliche Geschwindigkeit auch davon ab, wie viele Nutzer gleichzeitig über einen LTE-Funkmast ins Netz gehen. Je mehr es sind, umso weniger Geschwindigkeit erhält jeder Einzelne.

Warum hakt es beim Ausbau?

Die Technik flächendeckend auf den neuesten Stand zu bringen, kostet viel Geld. Für die Telekommunikations-Unternehmen lohnt sich das wirtschaftlich oft nur in dicht besiedelten Gebieten. Die Deutsche Telekom fordert für den Netzausbau folglich staatliche Unterstützung in Milliardenhöhe. „Wir lasten einer Handvoll Unternehmen diese Infrastruktur-Kosten an, wollen aber alle davon profitieren“, sagt Fachmann Landefeld. „Die Unternehmen wollen das natürlich nur in den Bereichen machen, die für sie hochprofitabel sind.“

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