Computer und Internet Windows 10: Das ändert sich mit dem neuen Betriebssystem

Nach dem Flop von Windows 8 hat Microsoft sein Betriebssystem kräftig überholt. Ab Ende Juli können private Nutzer das neue System ein Jahr kostenlos testen. Unternehmenskunden will der Konzern mehr Flexibilität bieten.

Die Latte für Windows 10 liegt hoch: Nach einem Flop mit dem Vorgängersystem Windows 8 übersprang Microsoft symbolisch die Nachfolgenummer 9, um mit einer runden Zahl neu durchzustarten. Am 29. Juli kommt nun die neue Version des Betriebssystems auf den Markt. Private Nutzer von Windows 7 und Windows 8.1 könnten ab diesem Tag die Software kostenlos herunterladen. Das Gratis-Angebot gilt zwölf Monate lang.

Windows 10 wird es im wesentlichen in vier Versionen geben, in der Home, Pro, Enterprise und Education-Ausgabe. Nutzer der Home-Edition sollen künftig Updates ohne eigenes Zutun automatisch erhalten. Bei den anderen Versionen können sie die Aktualisierungen zum Teil auf später verschieben. Vor allem Unternehmenskunden will Microsoft jedoch Flexibilität einräumen. Sie sollen selbst darüber entscheiden können, wann und auf welchen PCs die Software aktualisiert wird. Sie könnten auch unternehmenskritische Umgebungen definieren, in denen sie die Aktualisierungen selbst durchführen, sagte Microsoft-Manager Oliver Gürtler.

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Auf Seiten der Unternehmenskunden, die traditionell eher mit zeitlicher Verzögerung auf neue Systeme wechseln, bestehe großes Interesse an Windows 10, sagte Gürtler. 40 Prozent der Kunden hätten vor, innerhalb der ersten 12 Monate auf Windows 10 umzusteigen, 23 Prozent wollten dies in einem Zeitrahmen von zwei Jahren tun.

Windows XP ist nach 13 Jahren immer noch nicht von allen PCs verschwunden

Mit Windows 10 will Microsoft zunächst eine einheitliche Basis im Markt schaffen. „Wir hatten bislang immer eine Fragmentierung“, sagte Gürtler. Die verschiedensten Versionen von XP über Windows 7 und Vista bis hin zu Windows 8 seien gleichzeitig in Betrieb gewesen. XP ist selbst nach über 13 Jahren noch immer nicht von allen PCs verschwunden, obwohl bei dem Alt-System offene Sicherheitslücken inzwischen nicht mehr geschlossen werden. Auch beim Umstieg auf Windows 8 hatten viele Nutzer gezögert. Die aktuelle Version 8.1 ist zum Stand April nach Angaben der Analysefirma Net Application gerade einmal auf gut elf Prozent der Rechner weltweit installiert.

Mit Windows 10 will Microsoft nun offensiv die Nutzer zurückgewinnen. Das unter Windows 8 von vielen vermisste Start-Menü kehrt mit Windows 10 mit neuen Funktionen wieder zurück. Die Oberfläche lässt sich anpassen und auch auf einem Rechner ohne Touch-Bildschirm steuern. Die digitale Sprachassistentin Cortana soll künftig neue Funktionen bereithalten und etwa bei der Suche, der Terminplanung oder Arbeitsverwaltung selbst über Programm-Grenzen hinweg helfen.

Internet Explorer soll abgelöst werden

Außerdem gibt es einen generalüberholten Browser. „Edge“ löst den Internet Explorer ab, auch wenn es diesen noch einige Zeit weiter geben wird. „Edge“ erlaubt es etwa, direkt auf Webseiten eigene Notizen zu machen und sie anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Webseiten, die man später lesen will, können in einer Leseliste gespeichert werden. Auch Cortana steht direkt in der Adressleiste zur Verfügung.

Microsoft setzt außerdem verstärkt auf Tablets und Smartphones, auf denen das System bislang trotz vieler Bemühungen noch nicht sehr verbreitet ist. Um mit den App-Angeboten von Android und iOS von Apple konkurrieren zu können, hat Microsoft sein System geöffnet und stellt Entwicklern entsprechende Lösungen bereit, mit denen sie ihre Anwendungen ohne großen Aufwand portieren können sollen.

Neues Betriebssystem auch fürs Windows Phone

Windows 10 soll zunächst für PCs, Tablets und den Surface Hub mit seinem 84 Zoll großen Bildschirm herauskommen. Für Windows Phone soll das System im Herbst fertig werden, auf die Spielekonsole Xbox One folgt die Version Ende des Jahres.

Bildergalerie: Das ist das neue Windows 10

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