Filmstarts der Woche Action, Spannung oder Anspruch? Sie haben die Wahl

In "Gänsehaut" geht ein Autor auf die Jagd nach den Ungeheuern aus seinen Büchern.

In "Gänsehaut" geht ein Autor auf die Jagd nach den Ungeheuern aus seinen Büchern.© 2015 Sony Pictures Releasing GmbH

Til Schweiger jagt als Nick Tschiller über die Leinwand, Meryl Streep kämpft für die Rechte der Frauen und Jack Black geht auf Monsterjagd - diese Filme sind neu im Kino.

„Tschiller: Off Duty“ – Til Schweigers Kino-„Tatort“


Der „Tatort“ kommt ins Kino. Mehr als 30 Jahre nach Götz Georges erstem „Tatort“-Ausflug auf die Leinwand als Hauptkommissar Schimanski tritt nun Til Schweiger an.

Vier Folgen für die Hamburger Ausgabe der ARD-Krimireihe hat er als Nick Tschiller gemeinsam mit seinem Ermittlerkollegen Yalcin Gümer (Fahri Yardim) abgeliefert. Mit dem Debüt 2013 gelang ein Quotenrekord, den kurz darauf das Münsteraner Team wieder knackte. Die bisher letzten beiden Folgen der fortlaufenden Geschichte Anfang dieses Jahres schalteten deutlich weniger Zuschauer ein.

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Fortlaufend erzählten die Filme von Tschillers Kampf gegen den kurdischen Astan-Clan. Firat Astan (Erdal Yildiz) ist auch im Kino wieder mit von der Partie, man muss die TV-Episoden aber nicht vorher gesehen haben, um „Off Duty“ zu verstehen.

Auch Schweiger-Tochter Luna ist als Tschiller-Tochter Leonora wieder dabei. Allein macht sie sich auf den Weg nach Istanbul, um den Tod ihrer Mutter Isabella zu rächen. Doch die 17-Jährige wird entführt – und so jagt schon bald Vater Nick – derzeit vom Dienst suspendiert – durch die türkische Metropole und später weiter nach Moskau, um seine Tochter zu retten.

Der Auftakt zu einem Actionspektakel, für das Alvart schon angekündigt hatte, in Sachen Action im Vergleich zum TV „noch zwei, drei Schippen“ draufzulegen – und die waren ganz offensichtlich ordentlich vollgepackt.

  • Tschiller: Off Duty, Deutschland 2015, 135 Min.
  • FSK ab 12 beantragt
  • Regie: Christian Alvart
  • Darsteller: Til Schweiger, Fahri Yardim, Özgür Yildirim

 

„Suffragette“: Historischer Kampf ums Wahlrecht


Dieser mit Stars wie Carey Mulligan, Meryl Streep und Helena Bonham Carter prominent besetzte Film bringt uns den Kampf der sogenannten Suffragetten näher, die im England des frühen 20. Jahrhunderts mit großer Entschlossenheit für die Rechte der Frauen, insbesondere das Wahlrecht, eintraten.

Im Mittelpunkt des von Sarah Gavron in Szene gesetzten Dramas steht das entbehrungsreiche Leben von Maud Watts. Sie führt ein zwar zufriedenes Leben mit Sohn und Ehemann (Ben Whishaw). Seit ihrer frühen Kindheit aber muss sie in einer feuchtkalten Wäscherei ihr Brot verdienen. Dass ihr Vorgesetzter ein übergriffiger Sexist ist, kommt noch dazu.

Politisch hat sich Maud Watts bisher nicht engagiert. Als sie mitten in der englischen Hauptstadt aber in einen Aufstand von Frauenrechtlerinnen gerät, weckt dies bei der zierlichen und noch recht jungen Mutter das Interesse für die Anliegen der Suffragetten. Allmählich entwickelt sich Maud von einer artigen Mutter und Ehefrau zur engagierten Frauenrechtlerin.

Es handelt sich bei diesem famos besetzten, bündig inszenierten, angesichts des komplexen Themas nicht besonders lang (106 Minuten) geratenen Film um mehr als nur ein historisches Drama. Das Werk ist genauso Unterhaltung wie eine tiefe Verbeugung vor der Leistung und den Entbehrungen der Suffragetten. Zugleich funktioniert „Suffragette“ auch als dringliche Erinnerung daran, dass umfassende Frauenrechte auf globaler Ebene noch keine Selbstverständlichkeit sind.

  • Suffragette, Großbritannien 2016, 106 Min.
  • FSK ab 12
  • Regie: Sarah Gavron
  • Darsteller: Meryl Streep, Carey Mulligan, Ben Whishaw

 

„Gänsehaut“ – Monsterspaß in 3D


Die Monster sind los: In der Fantasy-Komödie „Gänsehaut“ spielt Jack Black einen Autor auf der Jagd nach den Ungeheuern, die aus seinen eigenen Büchern ausgebrochen sind.

Teenager Zach (Dylan Minnette) ist gerade mit seiner Mutter von der Großstadt New York nach Madison gezogen. Schnell freundet er sich mit der hübschen Hannah (Odeya Rush) aus dem Nachbarhaus an. Doch Hannahs Vater (Jack Black) verbietet den beiden den Umgang, sperrt seine Tochter im Haus ein.

Zach schleicht sich zusammen mit seinem Freund Champ (Ryan Lee) hinein, weil er Angst hat, ihr Vater könne Hannah etwas antun. Dabei stoßen sie auf ein Regal voller Bücher, alle mit einem kleinen Vorhängeschloss versiegelt. Aus Neugier öffnen sie eines der Bücher – und der Horror beginnt.

Hannahs Vater bleibt kaum Zeit zu erklären: Er ist der Autor R. L. Stine, der die „Gänsehaut“-Bücher verfasst hat. Doch die Kreaturen, die seine Geschichten berühmt gemacht haben, sind echt – Stine sperrt sie in seinen Büchern ein, um seine Leser vor ihnen zu beschützen. Jetzt sind sie ausgebrochen – und setzen alles daran, ihren Erfinder daran zu hindern, sie wieder in die Bücher zu schließen. Die Monster-Jagd beginnt.

Wirklich witzig ist das als Komödie titulierte Werk nur sehr selten, aber Spannung gewinnt „Gänsehaut“ durch hohes Tempo und geschickt eingesetzte Gegensätze zwischen den Charakteren. So entpuppt sich Champ als ziemlicher Angsthase, der bei jeder Gelegenheit am liebsten das Weite suchen will, während Zach und Hannah den Tatsachen furchtlos ins Auge blicken. Jack Black überzeugt als kauziger Autor, der sich vom kontaktscheuen Einzelgänger zum Sympathieträger wandelt.

Was bleibt, ist ein spannender Film mit toll animierten Monstern und der ein oder anderen erstaunlichen Wendung. Das reicht für einen unterhaltsamen Kinobesuch.

  • Gänsehaut, USA 2016, 103 Min.
  • FSK ab 12
  • Regie: Rob Letterman
  • Darsteller: Jack Black, Dylan Minnette, Ryan Lee

 

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