Leben Aus Bickers Bücherregal: Die Saat des Bösen

Blick ins Bücherregal der Chefassistentin von impulse, Anna Bicker.

Blick ins Bücherregal der Chefassistentin von impulse, Anna Bicker.© Anna Bicker

Ob zum Ausspannen oder um nach der Arbeit den Kopf frei zu bekommen: Für impulse-Chefassistentin Anna Bicker gibt es dafür nichts Besseres als ein gutes Buch. In einer neuen Serie stellt sie auf impulse.de regelmäßig ihren jüngsten Lesestoff vor. Dieses Mal: Der Thriller "Die Saat des Bösen" von Roberto Costantini.

Buchcover
Die Saat des Bösen

Roberto Costantini


Verlag: Bertelsmann, 640 Seiten, 19,99 Euro


Bewertung ♦♦♦♦

Michele wächst als jüngster Spross des politisch einflussreichen Salvatore Balistreri im Libyen der sechziger Jahre auf. Er ist der Kopf einer Jugendbande und verbringt seine Zeit lieber mit wilden Spielen, als sich dem Wunsch seines Vaters zu beugen und „etwas aus sich zu machen“. Als jedoch die Schwester seiner beiden Freunde ermordet und ein in Micheles Augen Unschuldiger für die Tat verurteilt wird, fällt ein Schatten auf seine Kindheit, der sich durch den merkwürdigen Unfalltod seiner Mutter einige Zeit später verdichtet. Michele und seine Bande stellen eigene Nachforschungen an. Einige der Hinweise deuten auf einen Täter in einflussreicher Position hin und der junge Balistreri und seine Freunde müssen schnell feststellen, dass Geld und politischer Einfluss größere Macht haben als die Wahrheit.

Zwanzig Jahre später arbeitet Michele als frustrierter Kommissar in Rom. Das Fälle lösen überlässt er den Kollegen und konzentriert sich lieber auf die Eroberung einsamer Frauen. Doch eines Tages wird die Leiche einer jungen Studentin gefunden, auf die gleiche Weise ermordet wie das Mädchen in seiner Kindheit. Michele beginnt zu ermitteln und stößt dabei auf eine politische Intrige, die in seiner Jugend begann und ihre Fäden bis in die Gegenwart spinnt. Und an einem Ende dieses Netzes aus Korruption, Drogen und Mord trifft Michele auf seinen Vater.
Roberto Costantini präsentiert den Lesern einen Protagonisten, der durch schlimme Kindheitserinnerungen, Enttäuschungen und Zurückweisungen zu einem aggresivem Egoisten geworden und daher eher schwer zu mögen ist. Und doch hat man auch Mitleid mit Michele, dem das Leben übel mitgespielt hat und hofft für ihn, dass irgendwie alles gut wird.

„Die Saat des Bösen“ ist der zweite Band der Trilogie um die Balistreri Familie. Und auch wenn Sie den ersten Band „Du bist das Böse“ nicht kennen, liest sich der zweite flüssig, da es kaum Verbindungen zwischen den Geschichten gibt. Lediglich der Wechselhafte Schreibstil Costantinis ist etwas gewöhnungsbedürftig. Mal geht es sanft daher, so dass man sich gemütlich ins Sofa kuscheln kann. Dann wieder geht es so schnell und heftig zur Sache, dass man kaum dazu kommt Luft zu holen.

Alles in allem ein Thriller, der die Niederungen der Politik genauso ausleuchtet wie die der menschlichen Psyche. Ich freue mich auf den dritten Teil.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.